Beschichteter Montageschaum, 140 x 270 x 50 cm
Der „Akrobat“ im Park der Akademie zeigt in metallisch schimmerndem Blau und Grau Verbindungen, Vernetzungen und Strukturen. Sie erinnern an Zellen, Muskeln und Blutgefäße, kurz an das, was allem Werden von Leben zugrunde liegt. Viele der neueren Arbeiten von Richoff (Richard Hoffmann, *1930 in Lebach, Deutschland) bestehen aus Montageschaum, den er mit Skalpell und Messer bearbeitet. Sorgfältig abgestimmte Farben geben den Skulpturen ihren letzten, vielleicht nicht immer gefälligen, bestimmt jedoch besonderen Schliff.
„Mein Ziel ist es, die Natur in ihrer Grundstruktur zu erfassen, im Zellenbereich, in ihrer dynamischen Entfaltungskraft, in ihrem vehementen Aufbrechen. Die Zelle ist Träger meiner Bildintentionen. (…) Der äußerlich wahrnehmbaren Wirklichkeit füge ich ein Mehr an Wahrheitsgehalt hinzu, indem ich das System benenne, das all dem Grundlage ist, was die Natur hervorbringt,“ so Richoff zu der Motivation, aus der heraus er die zelltektonistische Malerei begründet hat. Diesen Begriff – zelltektonistische Malerei – hat er selbst geprägt. Er sieht die Zelle als Grundelement unseres Daseins, die allen Wesen eigen ist und die, einzeln oder im Verbund, das Mysterium Leben erst möglich macht.
Kunst im öffentlichen Raum ist in verschiedenen Orten des Saarlands häufig mit Richoffs Namen verbunden. Zwischen 1963 und 1983 fertigte er zahlreiche Skulpturen aus Bronze und Steinguss, die auch heute noch in verschiedenen Orten im Saarland zu sehen sind. Nach 1983 legte er erneut einen Schwerpunkt auf die Malerei, wobei ihn insbesondere die Natur und Tiere faszinierten. Ab 1987 wandte er sich der zelltektonistischen Kunst zu. Zwischen 1969 und 1989 war er außerdem als Kunstpädagoge tätig. Er lebt und arbeitet in Lebach.