Acryl, Druckfarben, 70 x 100 cm
Monika Künzel (*in Mönchengladbach, Deutschland) zeigte dieses Werk bei ihrer Ausstellung „Atem-Figuren“ 2017 an der Europäischen Akademie Otzenhausen. Die „Gläserne Wand“ steht beispielhaft für ihr Werk, wie es ihre Laudatorin, die Kunsthistorikerin Minoti Paul, formulierte (Auszug):
„Atemfiguren ist ein Begriff aus der Kunstpädagogik, der das „beidhändige Gestalten“ von Formen bezeichnet (Zitat Monika Künzel). Monika Künzel wendet diesen Begriff auch auf die Umsetzung ihrer Werke aus Druckformen und Collagen an. Denn bei diesen Prozessen - dem Anfertigen der Druckformen (aus Styropor und Linol), dem Prozess des Druckens, dem Schneiden und Kleben beim Erstellen einer Collage - arbeitet man mit beiden Händen.“

Monika Künzel selbst beschreibt ihre Arbeit wie folgt (Auszüge): 
„Die Figuren verkörpern Situationen, die wir vielleicht kennen. Im Anschauen könnte ein Mitschwingen entstehen oder eine stille Kommunikation zwischen Bild und Betrachter. Ich wünschte mir eine Sensibilisierung für Situationen und Körpersprache.
Meine Bilderwelt besteht aus Eindrücken von Gesehenem, Erlebtem, Erinnertem und Geträumtem. Und dazu bewegt sich eine Sammlung handelnder und fühlender Personen wie auf einer internen Bühne.“
Die vielseitige Diplom-Designerin studierte in Krefeld und Saarbrücken, arbeitete als Kunsterzieherin und baute anschließend ihre eigene Malschule in Riegelsberg auf. Dort lebt und arbeitet sie heute, engagiert sich stark in künstlerischen Projekten und bezeichnet sich selbst als „Bildermacherin“. In ihren Werken kombiniert sie gemalte Flächen mit von Hand aufgedruckten Partien, die Künzels besonderen Stil ausmachen und eine ganz eigene Geschichte erzählen. Neuerdings verknüpft sie das Stilmittel Malen/Drucken mit digitalen Varianten – ein Experimentierfeld für die Wahrnehmung.