Aquarell, 75 x 62 cm
Häuser waren eines der bevorzugten Themen Axel C. Gross‘. Er dokumentierte insbesondere alte, traditionelle Bauten und setzte sich für ihren Schutz ein. Für ihn spiegelten sie nicht nur die Seele einer Zeit wider, sondern sagten auch viel über ihre Bewohner und deren Leben aus. Hier porträtierte er das Gasthaus Peter Peiffer - eine alte Gaststätte in der Hunsrück-Eifel-Region mit der typischen Form und dem dunklen, schiefergedeckten Dach der Gebäude in diesem Landstrich. Ein großes, in das Haus integriertes Scheunentor zeugt von der landwirtschaftlichen Vergangenheit des Gasthauses – oder gar von seiner Gegenwart, denn oft kam es vor, dass landwirtschaftliche Betriebe zum Nebenerwerb ebenfalls eine Gastwirtschaft unterhielten. 
Axel C. Gross (*1947 in Neunkirchen/Saar, Deutschland, †2016 ebenda) verbrachte die letzten 20 Jahre seines Lebens in einem restaurierten Bauernhaus in Meckenbach im Hunsrück. Nach seinem Studium der Kunst- und Werkerziehung in Saarbrücken wirkte er ab 1967 als Lehrer an der Gesamtschule in Nohfelden-Türkismühle, nur wenige Kilometer von der Akademie entfernt. Auch außerhalb seines Berufes blieb er seiner Berufung treu und leitete Seminare, Kurse und Lehrerfortbildungen. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, darunter 1973 an der Akademie, runden die Arbeit des engagierten Künstlers ab. Seine Motive fand er hauptsächlich im SaarLorLux-Raum, aber auch in Frankreich und anderen Ländern, die er bereiste. Seine Bilder verstehen sich als Dokumente einer bestimmten Zeit, einer Region und einer Landschaft, aber auch als Kritik daran, dass typische Bauten einem bestimmten Zeitgeist geopfert werden. Seine Leidenschaft für regionaltypische Gebäude setzte er nicht nur zeichnerisch, sondern auch praktisch um und war in den 1970er Jahren gemeinsam mit Hans-Georg Raab federführend an dem Erhalt der Bosener Mühle in Nohfelden beteiligt. Die alte Mühle ist heute als Kunst- und Kulturzentrum am Bostalsee, ebenfalls in direkter Nachbarschaft zur Akademie, überregional bekannt. Eine weitere Inspirationsquelle fand er im Keltentum und war gemeinsam mit seiner Frau, der Keramikerin Gisela Gross, bei den „Hochwaldkelten“, einem Verein zur Förderung der Archäologie im Umfeld des keltischen Ringwalls von Otzenhausen („Hunnenring“), aktiv.