Marmor, 116 x 110 x 28 cm
Diese imposante, fünf Tonnen schwere graue Skulptur wurde 1997 nach Deutschland gebracht. Heute begrüßt sie die Gäste der Europäischen Akademie Otzenhausen direkt bei ihrer Ankunft im Park der Akademie. Diese in vereinfachter geschlossener Form präsentierte figürliche Komposition fasziniert den Betrachter durch ihre einfühlsam umgesetzten, harmonischen Proportionen: Konkave und konvexe Formen, unregelmäßige Strukturen, glatte Innenformen und glänzende Spiegelungen gehen eine gelungene Verbindung ein. Die Formensprache der „Welle des Lebens“ trägt exakt die gleiche künstlerische Handschrift wie Vačeks kleinere Plastik „Die Marmorfamilie“, die ebenfalls in der Akademie gezeigt wird. Die „Welle des Lebens“ aus tschechischem Marmor soll Menschen aus allen Ländern ein Zeichen für Hoffnung und Frieden geben. Sie gehört zur Europäischen Skulpturenstraße des Friedens. Diese beruht auf einer Idee des Künstlers Otto Freundlich (*1878 in Stolp, heute Słupsk, Polen, †1943 im Konzentrationslager Majdanek, Polen), die der saarländische Bildhauer Leo Kornbrust aufgegriffen hat. Die Skulpturenstraße erstreckt sich von der Normandie bis nach Russland und entstand, ebenso wie die Akademie, aus der europäischen Friedensidee.

Jaroslav Vaček (*1923 in Vel’ké Kosihy, heute Slowakei, †2012 in Prag, Tschechische Republik) war ein tschechischer Bildhauer, der an der Akademie der Bildenden Künste Prag studierte. Alfred Fuchs, einziges Ehrenmitglied der Europäischen Akademie Otzenhausen, war mit ihm befreundet. Vaček stand dem jüdisch-deutschstämmigen Fuchs bei Problemen mit der Regierung in der Nachkriegszeit mit Rat und Tat zur Seite. Gemeinsam reisten sie nach Deutschland und stellten 1993 als zweite Künstlergruppe überhaupt aus dem ehemaligen Ostblock in der Europäischen Akademie Otzenhausen aus. Vaček lebte und arbeitete in Prag.