Ölgemälde, 104 x 78 cm
Eine mediterrane Szene, Impressionen aus dem Süden Europas. Sie zeigt die typischen, hochgebauten Häuser mit kleinen Fenstern gegen die Hitze, Gebäude und Landschaft, die sich im Wasser des Hafenbeckens spiegeln, Zypressen und kleine Segelboote, die die unbeschwerte Atmosphäre des Mittelmeerraums greifbar machen. Südliche Städte und Landschaften mit Motiven vornehmlich aus Griechenland, aber auch Südfrankreich gehören zum Repertoire Benders, von dessen Frühwerk leider im Zweiten Weltkrieg viel verloren gegangen ist. Die Wehrmacht hatte den überzeugten Demokraten 1942 nach Griechenland abkommandiert. Dort fand er Ablenkung vom Militärdienst, der im krassen Gegensatz zu seinen Überzeugungen stand: Bender war zutiefst fasziniert von Griechenlands klassischer Kultur und Landschaft und suchte dort einen Ausgleich zum Soldatenleben. So besuchte er während seines Athen-Aufenthaltes fast täglich die Akropolis und hatte später auf Kreta „viel Zeit, besonders an der Mesarabucht meine Skizzen und Studien zu machen, denn die Landschaft war für ein Malerauge einfach ideal.“ (aus: „Adolf Bender - Ein Malerleben“, St. Wendeler Druckerei und Verlag 1993, S. 56).

Adolf Bender (*1903 in Mainz, †1997 in St. Wendel, beides Deutschland) war Maler und ein ausgewiesener Demokrat aus der nahe gelegenen Kreisstadt St. Wendel. Mit der Europäischen Akademie Otzenhausen verbinden ihn nicht nur seine beiden Ausstellungen, die er 1962 - damals die dritte Ausstellung der Akademie - und 1985 („Die Moorsoldaten – Demokraten im KZ“) hier zeigte, sondern auch seine demokratischen Überzeugungen. Als politisch aktiver Gegner der Nationalsozialisten floh Bender nach Frankreich, wurde nach seiner Rückkehr in den Konzentrationslagern Börgermoor und Esterwegen interniert und schließlich 1941 in die Wehrmacht eingezogen. „Damit das nicht nochmal passiert“, so seine Aussage, kämpfte er nach dem Krieg mit Kunst und Bildung gegen den Faschismus. Bekannt ist sein „Moorsoldatenzyklus“, in dem er seine Erfahrungen im Börgermoor aufarbeitet. Das Adolf-Bender-Zentrum für Demokratie und Menschenrechte in St. Wendel arbeitet in seinem Sinne weiter.