Mischtechnik auf Leinwand, 150 x 285 cm
„Männer ohne Frauen. Parsifal“ ist der Titel einer Bildfolge, die Markus Lüpertz zwischen 1993 und 1997 malte. Sie sollten zu seinen bekanntesten Werken werden. Diese Serie zeigt in vielen Variationen ein Männergesicht, häufig weinend. Dabei gehen die Ursprünge dieses Themas bis ins Mittelalter zurück: Richard Wagner – auf den sich Lüpertz bezieht - schrieb die gleichnamige Oper. Deren Handlung beruht wiederum auf Wolfram von Eschenbachs mittelalterlichem Roman über den Ritter Parzival und variiert die Themen weibliche Versuchung und Erlösung in einer Männerwelt.

Markus Lüpertz (*1941 in Reichenberg, heute Liberec, Tschechische Republik) gehört zu den erfolgreichsten deutschen Gegenwartskünstlern; die meisten seiner Werke gehören zum Neoexpressionismus. Nach Stationen in Krefeld und Düsseldorf gründete Markus Lüpertz 1964 mit anderen jungen Malern die berühmte Selbsthilfegalerie Großgörschen 35 – darunter die heute renommierten Künstler Karl Horst Hödicke und Bernd Koberling. Die jungen Maler wollten ein Zeichen setzen gegen den starren etablierten Kunstbetrieb.

Markus Lüpertz lebt und arbeitet heute in Berlin, Karlsruhe, Düsseldorf und Florenz. Seine malerische Entwicklung reicht von der „dithyrambischen Malerei“ (1962, benannt nach einem Loblied auf den Gott Dinonysos aus der griechischen Mythologie) über großformatige Gemälde zur deutschen Vergangenheit (1969 bis 1977), die Stil-Malerei (1977 bis 1984), Serienbilder wie die „Parsifal“-Reihe (1993 bis 1997), Landschaftsbilder (ab 1997) bis zum Zyklus „Vanitas“ (1999). Sein umfangreiches Werk umfasst ebenso Bühnenbilder, Skulpturen, die Gestaltung von Kirchenfenstern sowie Lyrik- und Prosatexte. Markus Lüpertz hatte Professuren in Karlsruhe und Düsseldorf inne und war 1988 bis 2009 Rektor an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf.