Jeder Beginn einer neuen Kunstperiode wird von jungen oder jung denkenden Menschen eingeläutet, die neue und „andere“ Werke entwickeln als die etablierten Künstler und gerade deshalb die ausgetretenen Pfade verlassen. Besucher finden in der Akademie hierfür zahlreiche Beispiele, die neue Denkanstöße geben. Ein prominentes Beispiel, dem eine eigene Rubrik gewidmet ist, sind die Neuen Wilden, d.h. die deutschen Neoexpressionisten. Sie teilen mit der Akademie die Werte Offenheit, Suche nach Neuem und auch Toleranz. Dies gilt nicht nur für die Kunstwerke selbst, sondern auch für die Künstler. Gerade die Neuen Wilden forderten das Publikum zu ihrer Zeit nicht nur künstlerisch heraus: Manche von ihnen sind homosexuell und leben dies – auch in ihrer Kunst – offen aus.

Die „Jungen Wilden“, wie sie auch genannt werden, gründeten 1977 die Galerie am Moritzplatz in Berlin. Neben Malerei, Zeichnung und Objektkunst zeigten sie auch Filme, Fotos und Performances. Daher der Name „Moritzboys“, unter dem neben Rainer Fetting ebenfalls Helmut Middendorf, Salomé und Bernd Zimmer berühmt wurden. Von ihnen werden jeweils eines oder mehrere Werke in der Akademie gezeigt. Die Kunst der Neuen Wilden nahm in den frühen 1980er Jahren ihren Anfang. Die Hinwendung zur Gegenständlichkeit, leuchtende Farben auf großformatiger Leinwand, Malerei mit heftiger Pinselführung und wie im Farbenrausch sind ihr Markenzeichen. Obgleich sich die auch kommerziell erfolgreiche Gruppe rasch wieder auflöste, kann jeder ihrer Protagonisten auf eine beeindruckende Karriere zurückschauen.