Stahl, 200 x 200 cm
Sucellus fiai („Die Söhne des Sucellus“), Skulptur Nr. 4 auf dem Skulpturenweg Cerda & Celtoi, steht heute hinter Haus A im Park der Akademie. Die ursprünglich aus Eisen bestehende Skulptur wurde originalgetreu in Stahl nachgebildet, da der ursprüngliche Werkstoff sich als zu witterungsanfällig erwies. Márta Krámlis 200 x 200 cm großes Werk stellt drei Schiffchen auf Stängeln dar, die gleichzeitig Weinkelche symbolisieren. Die Schiffchen sind nach oben geöffnet und füllen sich mit Regenwasser, biegen und leeren sich schließlich von selbst, sobald sie voll sind. So entsteht eine langsam schwingende Bewegung, die die gesamte Skulptur in ständiger Ruhelosigkeit hält und sie verändert.

Sucellus, der „Gott der Wälder und Natur“, wurde hauptsächlich in Gallien und der heutigen Schweiz verehrt. Seine Zuordnung ist regional unterschiedlich. Interpretationen gehen dahin, dass er als Waldgott, aber auch als Gott der Fruchtbarkeit, des Überflusses und des Todes verehrt wurde. Obgleich die Kelten selbst keinen Wein anbauten, importierten sie ihn aus dem Mittelmeergebiet. Bei ihren Banketten demonstrierte die Oberschicht mit diesem Getränk ihren Reichtum (-> „Überfluss“), das so kostbar war, dass sein Gegenwert beispielsweise einen oder zwei Sklaven betrug.

Márta Krámli (*1973) nahm als jüngste Teilnehmerin und Vertreterin Ungarns 2006 am Symposium Cerda & Celtoi teil. Erst zwei Jahre später promovierte sie an der Universität Pécs, an der sie heute als Lehrbeauftragte tätig ist. Dort durchlief sie auch ihre künstlerische Ausbildung. Die Bildhauerin zeigt seit 1998 ihre Werke fast jährlich in Einzel- und Gruppenausstellungen in Ungarn und im Ausland. Sie ist Mitglied der ungarischen Künstlervereinigung.