Termin: 11.06. – 18.06.2017

Making Europe work

Civic Academy for young disseminators from France, Germany and the Western Balkans

Ansprechpartner/in: Antje Brandt

Veranstaltungsort: Europäische Akademie Otzenhausen

Zielgruppe: Junge Multiplikatoren aus zivilgesellschaftlichen Organisationen Deutschlands, Frankreichs sowie Staaten des westlichen Balkans

Konzept:
Die derzeitigen Problemstellungen in Europa sind vielschichtig und komplex. Europa-Skeptiker und national-populistische Strömungen sind länderübergreifend auf dem Vormarsch und zentrale Errungenschaften des europäischen Einigungsprozesses werden zunehmend in Frage gestellt. Gerade der drohende Zusammenbruch des Schengen-Gebietes und der fehlende Wille zu einer gemeinsamen Asyl- und Migrationspolitik stehen sinnbildlich für den europaweiten Aufbau neuer Grenzen - sowohl physischer, als auch mentaler Natur. Die politischen Ereignisse der letzten zwölf Monate – angefangen bei der Migrationskrise und dem Brexit bis zur Debatte um TTIP und CETA – zeigen, dass sich angesichts der Europamüdigkeit und einer immer komplexer werdenden Welt große Teile der Bevölkerung nach einem Rettungsanker sehnen und diesen vermeintlich bei europaskeptischen Populisten finden. Während in Frankreich und Deutschland der Aufstieg des Front National bzw. der Alternative für Deutschland und Pegida oftmals vor allem mit dem temporären Anstieg von Geflüchteten und einer Angst vor Überfremdung erklärt wurden, zeigen sich in den Ländern des westlichen Balkans noch drastischere strukturelle Probleme: Nicht zuletzt die Wahlen im Kosovo, in Serbien und Montenegro und die Volksabstimmung in der bosnischen Republika Srpska stehen sinnbildlich dafür, dass trotz der Friedensbemühungen des letzten Jahrzehntes Nationalismus, Diskriminierung und Gewalt jederzeit hochkochen können und massive Rechtsverstöße an der Tagesordnung sind. Bei einem Blick in die sozialen Medien zeigt sich zudem, dass selbst bei jungen Menschen, denen die Europäische Union beziehungsweise Länder wie Deutschland und Frankreich lange Zeit als Vorbild galten, demokratische Werte keine tiefen Wurzeln geschlagen haben und oftmals noch ein einseitiges Geschichtsbild vorherrscht. Angesichts einer anhaltenden Konfliktlatenz und mangels einer breit aufgestellten und überregional vernetzten Zivilgesellschaft, können jedoch interethnische gesellschaftliche Spannungen auch langfristig nicht überwunden werden und keine ausreichende Kontrollfunktion der oft korrupten und in kriminelle Machenschaften involvierten Eliten ausgeübt werden.
Nur eine starke Zivilgesellschaft, die auch in der lokalen Bevölkerung eine gute Reputation genießt, kann ein pluralistisches, demokratisches und europäisches Wertebewusstsein fördern und so den oben genannten Problemstellungen entgegentreten. Bürgerschaftliches Engagement und politische Teilhabe sind die Säulen für das Funktionieren einer Demokratie. Dies gilt umso mehr in einem Europa, in dem angesichts der kontinuierlichen und stetig wachsenden Herausforderungen die grundlegenden Werte und Ideen ins Abseits zu geraten scheinen. Dabei kommt jungen Menschen als Trägern progressiver Ideen eine Schlüsselrolle zu. Durch länderübergreifendes zivilgesellschaftliches Engagement können sie den europäischen Gedanken über die Grenzen der derzeitigen Europäischen Union hinaus stärken und weitertragen.
Der Deutsch-Französische Motor und der westliche Balkan als europäischer Krisen- und Chancen-Region sind in dieser Hinsicht von zentraler Bedeutung. Daher zielt das  Projekt der EAO in Zusammenarbeit mit der JEF Deutschland darauf ab, zivilgesellschaftlich engagierte junge Erwachsene aus diesen Ländern zusammenzubringen, sie in ihren Kompetenzen zu stärken, die Koordinierung und Entwicklung bestehender Initiativen zu fördern und gemeinsame transnationale Projekte zu initiieren. Damit wird eine generelle Stärkung der Zivilgesellschaft und gesteigertes demokratisches Wertebewusstsein über nationalstaatliche und ethnische Grenzen hinweg angestrebt. Schließlich kommt der Europäisierung bei der Entwicklung eines europäischen Bürgerbewusstseins eine entscheidende Rolle zu.

Tagungsgebühr:  
100 €* für die deutschen und französischen Teilnehmenden (Eine teilweise Rückerstattung der Fahrtkosten ist möglich.)
Aufsplittung: 2/3 werden als projektbezogener Teilnahmebeitrag (70 € inkl. der anteiligen MwSt. von 7 %) und 1/3 als institutioneller Deckungsbeitrag (30 €) vereinnahmt.

85 €* für die Teilnehmenden aus den Ländern des westlichen Balkans
Aufsplittung: 2/3 werden als projektbezogener Teilnahmebeitrag (60€ inkl. der anteiligen MwSt. von 7 %) und 1/3 als institutioneller Deckungsbeitrag (25 €) vereinnahmt

Programm

Thema: Europäische Werte und gemeinsame Identität, Grundfragen der Europäischen Integration und Europäische Politik

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