Civic Academy, 11. - 16.09.2018

Junge Multiplikatoren aus dem Westbalkan, Frankreich und Deutschland: „Making Europe work“, 11.-16.09.2018

Vom 11.-16. September kamen 16 junge Erwachsene aus den Staaten des Westbalkans, Frankreich und Deutschland an der EAO zusammen, um gemeinsam Europa zu erleben und sich kritisch-konstruktiv mit regionaler und europäischer Integration auseinanderzusetzen. Was diese jungen Menschen eint, ist, dass sie alle zivilgesellschaftlich engagiert sind und so als Multiplikatoren fungieren. Das Seminar fand im Rahmen des Projekts „Making Europe work“ statt, das die Europäische Akademie Otzenhausen seit 2017 gemeinsam mit den Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland dank Förderung des Auswärtigen Amts durchführt. Ziel des Projekts ist es, junge Engagierte aus den beschriebenen Ländern zu vernetzen und sie als Multiplikatoren zu schulen und zu stärken.

Im Rahmen des Seminars beschäftigten sich die Teilnehmenden u.a. mit Methoden und didaktischen Ansätzen, Themen wie „Erinnerungskultur und Umgang mit Geschichte“ oder „Europäische Integration“. Prof. Sonja Kmec von der Universität Luxemburg referierte über verschiedene Geschichtsverständnisse auf Grundlage von Quellenwahl und diskutierte mit den Teilnehmenden Aussagen und unterlassene Aussagen von Denkmälern und Monumenten als Grundlage für historische Bildung. Sophia Rickert, EAO, brachte den Teilnehmenden verschiedenste Methoden zum Entdecken und Vermitteln von Aspekten der europäischen Integration näher. Das Ganze wurde umrahmt von Skillstrainings durch Nicola Speer, EAO, zum Thema Moderation auf Englisch und durch Christina Potocka, JEF, zum Thema Street Art und Street Action.

Die Teilnehmenden besuchten außerdem das Schengenmuseum und diskutierten über die Perspektiven regionaler und europäischer Integration. Zum Abschluss erstellten sie in Kleingruppen Methodensammlungen und Workshopkonzepte zur Auseinandersetzung mit historischen Themen, interkulturellen und gesellschaftspolitischen Themen sowie Zukunftsperspektiven und Utopien, die sie nun in ihren jeweiligen Organisationen einsetzen.

Das Projekt „Making Europe Work“ geht noch bis Ende 2019 weiter, bei Interesse melden Sie sich gerne bei Christian Kiefer, kiefer@eao-otzenhausen.de

European Summer Course 2018, 13.08. - 24.08.2018

European Summer Course 2018

Die Welt trifft sich in Otzenhausen – nach diesem Motto fand vom 13.08. bis 24.08.2018 der European Summer Course 2018 an der Europäischen Akademie Otzenhausen statt. 42 Teilnehmer aus über 20 Ländern hatten sich zu der Veranstaltung, die von der Europäischen Akademie und dem Europa-Institut der Universität des Saarlandes durchgeführt wurde, angemeldet.

Die Teilnehmenden erwartete ein spannendes und hochaktuelles Programm zu aktuellen Fragen der Europapolitik. Ob Menschenrechte, Populismus oder Brexit – diese und weitere Themen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Anspruchsvolle Fachvorträge ausgezeichneter Europa-ExpertInnen und speziell designte Vertiefungsworkshops boten den Teilnehmenden den optimalen Rahmen für eine intensive Auseinandersetzung mit der Seminarthematik.

Exkursionen nach Brüssel, Straßburg und Saarbrücken eröffneten der Seminargruppe den Zugang zu wichtigen europäischen Institutionen und luden die Teilnehmenden ein, auch Land und Leute näher kennen zu lernen. Darüber hinaus sorgte ein attraktives Rahmenprogramm mit dafür, dass auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kam.


Aus Sicht der Teilnehmenden und der Veranstalter war das Seminar ein voller Erfolg. Die Veranstaltung soll deshalb auch im nächsten Jahr durchgeführt werde. 

Seminarbericht unserer Gäste: University of South Australia

4. Saarbrücker Russland-Gespräche, 31.07.2018, Rathausfestsaal Saarbrücken

4. Saarbrücker Russland-Gespräche
Trump, Erdogan, Brexit und Putin – Deutschland, EU und Russland in Zeiten von Merkel 4.0 und Putin 4.0

Im März dieses Jahres wurde Wladimir Putin als russischer Präsident wie-dergewählt. Bereits in seinen vorherigen Amtszeiten hat sich das Verhält-nis zwischen der EU und Russland merklich verschlechtert. Auch weitere Länder wie die Vereinigten Staaten oder die Türkei entfernen sich unter ihren Präsidenten Trump und Erdogan immer mehr von den politischen Werten und Zielen der EU-Mitgliedsstaaten.
Dennoch sind diese Länder strategisch wichtige Partner für Europa. Die EU-Mitgliedsstaaten befassen sich jedoch zunehmend mit innereuropäi-schen Herausforderungen wie dem Brexit oder der Flüchtlingskrise. Dadurch wir es immer schwerer gegenüber Russland & Co. gemeinsame Positionen zu finden. Es stellt sich die Frage: Wie wird sich das Verhältnis zwischen der EU und Russland in den kommenden Jahren entwickeln?

Sebastian Zeitzmann, Studienleiter an der Europäischen Akademie Otzenhausen, leitete die Diskussion mit über 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines deutsch-russischen Seminars in der Akademie, und erklärt im SR 2-Interview, warum der Dialog mit Russland in der jetzigen Zeit besonders wichtig ist.

Auf dem Podium waren vertreten:

  • Prof. Dr. Hans-Henning Schröder, Herausgeber der Zeitschrift „Russland-Analysen“
  • Dr. Regina Heller, Institut für Forschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg
  • Elisaveta Belkina, Teilnehmerin einer studentischen Seminargruppe aus Deutschland und Russland
  • Marc Wießner, Teilnehmer einer studentischen Seminargruppe aus Deutschland und Russland

SR"-Interview: "Über Putin reden"

Die EU und Russland entfernen sich immer weiter voneinander. Darüber diskutierten Experten am 31. Juli bei den Saarbrücker Russland-Gesprächen unter dem Titel "Über Putin reden".

European Summer Academy 2018, 23.07. - 02.08.2018

„Mit Russland reden, reden, reden!“
Deutsch-russisches Informationsseminar endet in Otzenhausen

23.07. - 02.08.2018

Hat Russland mitten im Vereinigten Königreich mit einem Kampfmittel einen früheren Spion umbringen wollen? Plant das Land militärische Aktionen gegen EU- und NATO-Mitglieder in seiner Nachbarschaft? Trinken eigentlich alle Russen die ganze Zeit Wodka?

Die Nachrichten sind voll mit schlechten Nachrichten über unseren großen Nachbarn im Osten und unsere Beziehungen zu ihm. Unsere Kenntnisse über Russland reduzieren sich häufig auf Stereotype. Dabei hat die Russische Föderation viel mehr zu bieten. Gute Gründe für gute Nachrichten und eine positive Einstellung zu dem riesigen Staat gibt es viele.

Aber wie vermittelt man dies? Die Europäische Akademie Otzenhausen versucht es seit nunmehr fast zehn Jahren mit einem Informations- und Begegnungsseminar junger Deutscher und gleichaltriger Russen. Erstmals waren dieses Jahr auch Teilnehmer aus Belgien Teil der etwa 40köpfigen Gruppe. In Otzenhausen leben und arbeiten sie fast zwei Wochen zusammen, teilen sich Zimmer, tauschen sich über ihre Traditionen aus und lernen von- und miteinander.

Im Rahmen gemeinsamer Informationsvorträge und Workshops lernen sie ihre Länder und die EU sowie die Beziehungen zueinander besser kennen. Sie diskutieren aktuelle Probleme und Herausforderungen. Wenn wie in diesem Jahr auch eine gebürtige Ukrainern mit dabei ist, kann dies schnell hitzig werden - und doch bleiben die jungen Menschen sachlich und offen für die Positionen der anderen. Auch bei umstrittenen Positionen, zum Beispiel der Verteidigung der Sanktionen gegen Russland durch Deutschland wegen der Annektion der Krim und des Krieges im Osten der Ukraine. Gemeinsam besuchen die jungen Teilnehmer die Gedenkstätte KZ Hinzert, das Schengen-Museum an der deutsch-luxemburgisch-französischen Grenze oder den Europarat in Straßburg. Und gemeinsam lassen sie es abends krachen, hören Musik aus ihren Heimatländern, spielen Tischtennis und feiern, sofern es nicht auch außerhalb des Seminarraums Redebedarf gibt.

Den gab es auch am 31. Juli, als im Rahmen des Seminars die 4. Russland-Gespräche im Rathaus St. Johann durchgeführt wurden. Zwei Teilnehmer aus Russland und Deutschland sowie zwei deutsche Wissenschaftler wagten einen Rückblick auf das vergangene Jahr in den gemeinsamen Beziehungen und Prognosen für die kommenden 12 Monate. Positiv sind leider die wenigsten, auch nicht die Wortmeldungen aus dem Publikum. Ein großer Wunsch scheint aber alle zu einigen: Dass zwischen Russland, Deutschland, EU und NATO Dialog geführt wird. Gespräche auf oberster Ebene bis hinunter zur Zivilgesellschaft, so wie wir es nun in Otzenhausen erfolgreich gemacht haben. Das deckt sich auch mit der offiziellen Position des Auswärtigen Amtes in Berlin: Mit Russland müsse man „reden, reden, reden“.

Die Teilnehmer werden den Dialog weiterführen: Die Deutschen und Belgier fliegen Ende Februar 2019 für eine Woche nach St. Petersburg. Dort werden sie ihre neuen russischen Freunde wiedersehen, Vertreter der Zivilgesellschaft treffen und eine wundervolle Stadt kennenlernen, die sich bereits diesen Sommer im Rahmen der sonnigen Fußball-WM vielen ausländischen Fans präsentiert hat. Eine WM, bei der Russland ein guter und offener Gastgeber war und damit seine wahre Seite gezeigt hat. Und so wird hoffentlich der Trip im kalten Winter weitere Stereotype entkräften, Vorurteile abbauen und die Freundschaft vertiefen.

Apropos Stereotype: Wussten Sie eigentlich, dass Russen viel mehr Bier und Wein trinken als Wodka?

Denk mal - worauf baut Europa?, 09. - 14.07.2018

Denk mal - worauf baut Europa?
Auf Spurensuche in den europäischen Kulturen

22 Jugendliche aus Deutschland, Kroatien, der Tschechischen Republik, Polen und Frankreich verbrachten vom 09.07. bis 14.07.2018 eine intensive Woche in der Europäischen Akademie Otzenhausen.

Gemeinsam beschäftigten sie sich mit dem europäischen Kulturerbe. Neben vielen Kreativworkshops mit beeindruckenden Ergebnissen, blieb jede Menge Zeit für einen intensiven Austausch zwischen den jungen Menschen. Highlight war die Exkursion nach Strasbourg mit Besuch im Europarat.

Stimmen der Demokratie, 26.06.2018

"Stimmen der Demokratie": Abschlussveranstaltung der Deutschlandreise des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, Schloss Bellevue

Am 26.06.2018 nahm Stéphanie Bruel, Mitglied der Akademieleitung, zusammen mit Timo Stockhorst, Vorsitzender der JEF Saarland an der Abschlussveranstaltung der Deutschlandreise des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier "Stimmen der Demokratie" im Schloss Bellevue teil.

Bei der Podiumsdiskussion mit dem Bundespräsidenten und Frau Büdenbender vertrat sie das Saarland und sprach über Wege und Möglichkeiten, junge Menschen für europäische Fragestellungen zu interessieren und ihre Demokratiekompetenzen zu fördern.

Encounter the EU and Germany, 25.06. - 01.07.2018

Encounter the EU and Germany
Politics - Economy - Society - Religion

Impressions of the seminar (Lizz Drumm)

From 25.06 - 01.07, 23 participants from South Korea came to take part in lectures and experiences going over the reunification of Germany and the unity of the EU. The seminar was a common project of Europäische Akademie Otzenhausen, ASKO EUROPA-STIFTUNG, Centre international de formation européenne (cife), Korean National Strategy Institute and Incorporated Association New Korea. The majority of the participants work in organizations focused on reunifying North and South Korea.

The participants engaged in the lectures about the role of the protestant church during Germany´s reunification, the relations between EU and both Koreas, the integration of the East German army into the West German army after reunification, and the role of civil society for the European integration process.

The participants related the information to the situation and issues of North and South Korea. They had the opportunity to ask questions to get a better understanding of Germany’s position, financial and structural, as well as how the EU functions and its impact on Europe. Discussions took place between participants as they noted the differences and similarities, and how they could implement the policies Germany used for its reunification.

With excursions to the EU Parliament in Strasbourg and the European Museum in Schengen, the participants were able to experience and understand how the EU unified Europe. At the EU Parliament, they were given a tour of the Parliament and shown how the institution works. In Schengen, a guided tour provided background information to the signing of the agreement and the importance of the open borders policy in the Schengen Area.

The historical tours in Trier, Saarbrücken, Spichern and Otzenhausen gave the participants the perspective of how Germany and the area were founded and formed. The region was founded by the Celts and the Romans. It has been owned by many hands after the end of the Roman Empire. Wars and battles determined a city’s or area’s ownership, and many border areas were passed between the countries.

The participants gained insights on a country and continent that have unified despite the many obstacles and differences. These insights may help them form new strategies and policies that may lead to the reunification of North and South Korea.

20. Deutsch-Französischer Dialog, 6.-8.6.2018

Bürgerbeteiligung in der EU: "Of the people, by the people, for the people" (Abraham Lincoln)

Vom 6. - 8. Juni 2018 fand der 20. Deutsch-Französische Dialog in der Europäischen Akademie Otzenhausen statt. Das neue Format "Fishbowl Talk" für den öffentlichen Teil am 8. Juni erlangte großen Zuspruch. Rege Beiträge - sowohl Anregungen, als auch Fragen zum Thema - wurden in der Fishbowl-Runde eingebracht.

 

Statements von Teilnehmern und Teilnehmerinnen:

"Herzlichen Dank dafür, dass ich daran teilhaben durfte. Ihr habt es geschafft, tolle Teilnehmer zusammenzubringen, die durch ihre unterschiedlichen Ansätze, eine tolle und sehr fruchtbare Diskussion ins Leben gerufen haben. Ihr habt ein richtiges Geschick, die Leute zusammenzubringen und eine entspannte Atmosphäre für die Teilnehmer zu kreieren, sodass alle sich perfekt austauschen können und zu fruchtbaren Ergebnissen kommen können. BRAVO!
Ich habe mich sehr sehr wohl gefüllt, mache sehr bereichert und voller Energie weiter. Merci dafür."

Claire Staudenmayer

"Ich fand das Thema dieses Jahr besonders spannend, Sie hatten viele interessante Teilnehmer zusammen und ins Gespräch miteinander gebracht; gut fand ich auch den Einstieg in das Thema über die Theorie und dann hin zur Praxis. Ich habe viele interessante Aspekte und Anregungen zur Überlegung mitgenommen.
Auch das etwas andere Format der Abschlussveranstaltung hat mir sehr gut gefallen."

Margarete Mehdorn

Europäische Frühjahrsakademie, 05. - 11.06.2018

Mexikanische und deutsche Studierende erkunden Europa
Vom 05.-11.06.2018 tagte eine deutsch-mexikanische Studierendengruppe an der Europäischen Akademie Otzenhausen. Die mexikanischen Studierenden des Tecnológico de Monterrey Querétaro befanden sich auf einer insgesamt dreiwöchigen Europareise, die sie auch nach Den Haag, Brüssel und Genf führte. Die deutschen Studierenden der htw saar waren bereits im März diesen Jahres im Rahmen eines Studienprogramms der EAO für zwei Wochen in Mexiko und freuten sich, die Gastfreundschaft der Mexikaner in Deutschland erwidern zu können.

Die insgesamt 36 Studierenden beschäftigten sich an 6 Tagen mit vielfältige Themen der europäischen Integration, der deutsch-mexikanischen und europäisch-mexikanischen Beziehungen sowie gemeinsamen Herausforderungen und Chancen. In diesem Rahmen beschäftigten sie sich u.a. mit dem Status quo der EU ein Jahr vor den Wahlen zum Europäischen Parlament, den Transatlantischen Beziehungen und den Herausforderungen durch Donald Trump, dem System der WTO und den Gefahren durch Protektionismus, Populismus, den Grundfreiheiten der EU, sowie Nachhaltiger Entwicklung. Exkursionen führten die Gruppe nach Luxemburg zum Europäischen Gerichtshof, nach Trier und nach Straßburg (Europarat und Europäisches Parlament).

Dieses Seminar war Teil der Pilotphase eines neuen Kooperationsprojekts zwischen der EAO, dem Tec de Monterrey und der htw saar, die jährlich aus einer Tagung in Mexiko sowie einer Tagung an der EAO besteht. Auf Grund der sehr positiven Erfahrungen auf allen Seiten wird dieses Projekt auch 2019 weitergeführt.

Europaklassen im Landtag, 4.5.2018, Landtag des Saarlandes

Europa live erleben - Europaklassen im Landtag

Knapp 80 Schülerinnen und Schüler von vier saarländischen Schulen (Gymnasium am Steinwald Neunkirchen, Gymnasium am Rothenbühl Saarbrücken, Albert-Schweitzer-Gymnasium Dillingen, Gemeinschaftsschule Bruchwiese Saarbrücken) haben sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema Europa beschäftigt und ihre Visionen einer zukunftsgerichteten europäischen Integration erarbeitet.

Ihre Ergebnisse präsentierten sie am 4. Mai im Landtag des Saarlandes, unter den Augen von Landtagsabgeordneten aller Fraktionen. Dabei bewiesen sie eine große Auffassungsgabe und stellten zahlreiche Probleme der europäischen Integration dar. Gleichzeitig nutzten die SchülerInnen jedoch auch die Chance, die Ihnen wichtigen Werte und Errungenschaften hervorzuheben, z.B. die Freizügigkeit, das demokratische Miteinander oder Toleranz gegenüber anderen. Begeisternd berichteten sie von eigenen Erfahrungen oder fragten umgekehrt, wie es uns ohne die EU gehen würde.

Anschließend konnten die SchülerInnen in kleinen Gruppen mit den einzelnen Abgeordneten ins Gespräch kommen. Diese zeigten sich begeistert vom Engagement der jungen Erwachsenen, von ihren Ideen, aber auch von ihrem politischen Interesse im allgemeinen. Die SchülerInnen nutzten die Chance, nicht nur über die europäische Integration zu fragen, sondern auch Themen anzusprechen, die ihnen nahe liegen, wie z.B. G8/G9, Umweltschutz oder Migration.

Landtagspräsident Toscani sprach in seinem Grußwort davon, dass es angesichts der Probleme in anderen Ländern und Regionen insbesondere an den jungen Menschen liegt, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen und die europäische Integration nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen. Dies habe zu Lethargie und Entscheidungen wie dem Brexit-Referendum geführt.
Die Europaklassen im Landtag werden jedes Jahr in der Europawoche gemeinsam vom Saarländischen Landtag, dem Ministerium für Finanzen und Europa, der Europa-Union Saar, der JEF Saar, Europe direct Saarbrücken und der Europäischen Akademie Otzenhausen durchgeführt.

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt! – Welche Rolle spielt Wahrheit in der postfaktischen Gesellschaft (Teil III), 19.03. – 24.03.2018

Vom 19. bis 24. März 2018 fand in der Europäischen Akademie Otzenhausen ein Seminar aus der Seminarreihe „Wahrheit und Fake News“ mit dem Titel „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt! – Welche Rolle spielt Wahrheit in der postfaktischen Gesellschaft“ statt. Ziel des Seminars, an dem junge Menschen aus Deutschland, Frankreich und Italien teilnahmen, war es, den Wahrheitsanspruch von Nachrichten aus Politik und Gesellschaft selbst aktiv zu hinterfragen, um Fake News erkennen zu können und so der Verrohung der gesellschaftlichen Debatte, insbesondere in den sozialen Medien, entgegenzuwirken.

Zu Beginn des Seminars wurden die TeilnehmerInnen mit Schlagzeilen und Bildern konfrontiert, anhand derer sie selbst entscheiden sollten, ob diese wahr oder falsch sind. Lebhafte Diskussionen innerhalb der multinationalen Kleingruppen zeigten bereits, dass die Reaktionen auf bestimmte Arten von Medien oft sehr unterschiedlich ausfallen. Auch Kommunikation im Allgemeinen ist ein vielfältiges Phänomen, wie die jungen Leute anhand verschiedener praktischer Übungen selbst ausprobieren konnten. Dabei wurde deutlich, dass eine Nachricht oft nicht in der gleichen Weise empfangen wird, wie sie zuvor ausgesendet worden war. Kommunikation ist also kein Selbstläufer!

Anschließend hatten die Teilnehmerenden die Gelegenheit, sich aktiv mit dem Thema Fake News zu beschäftigen und konnten über das Online-Simulationsspiel „Fake it to make it“ in Kleingruppen selbst die Rolle von Fake-News-Produzenten übernehmen. Hierbei wurde schnell erkannt, dass die wichtigste Ursache, Fake News zu verbreiten, darin besteht, möglichst viele Likes zu bekommen, um mit den betreffenden Artikeln Geld zu verdienen. Nach einer weiteren inhaltlichen Einführung zum Thema entwickelten die Teilnehmenden in Kleingruppen einen Faktenchecker für den Umgang mit Fake News.

Um mehr über den Umgang mit Fake News in der journalistischen Praxis zu erfahren, konnten sich die Teilnehmenden in einem Arbeitsgespräch mit der Journalistin Julia Indenbaum vom Saarbrücker Wochenmagazin Forum aus erster Hand informieren und ihre Fragen diskutieren.
Die Exkursion nach Trier wurden genutzt, um in Kleingruppen Interviews mit Passanten zum Thema Fake News zu führen. Den Abschluss des Exkursionstages bildete eine Führung durch das Centre Européen in Schengen.

Unter dem Motto „Nein zu Fake, ja zu Fakten! Junge Europäer antworten“ galt es am letzten Seminartag auf Basis des zuvor erarbeiteten Faktencheckers in Kleingruppen einen Artikel auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen und damit Fake News zu dekonstruieren. Der Faktenchecker bildete dabei einen selbst entworfenen Leitfaden, bei dem Kategorien und deren Überprüfungsmöglichkeiten, wie bspw. die Seriosität der Quelle des Artikels untersucht wurden.

Schließlich entwickelten die jungen Leute mithilfe einer Simple Show selbst kreative Lösungsansätze, um das neu erworbene Wissen über Fake News an Freunde und Gleichaltrige weitergeben zu können. Dabei zeigte sich, dass die TeilnehmerInnen nun in der Lage waren, das Thema Fake News selbst reflektiert zu erläutern und ihre Kenntnisse anschaulich aufzubereiten.

Während des Seminars herrschte eine gute Arbeitsatmosphäre und Gruppendynamik, die das Arbeiten in trinationalen Kleingruppen erleichterte. So konnten neue Freundschaften geschlossen werden und der Abschied viel allen sichtlich schwer.

Mexican Spring Academy, 11.-23.03.2018

18 Studierende erlebten gemeinsam 2 Wochen Mexiko!
Das Tec de Monterrey in Santiago de Querétaro war das Ziel einer Veranstaltung einer Gruppe der htw Saar. Hochmotiviert begegneten die Teilnehmenden mexikanischen Studierenden, hatten gemeinsame Workshops und lernten in Vorträgen und anderen Veranstaltungen viel über die mexikanische Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft und insbesondere die aktuellen Herausforderungen wie die Beziehungen zu den USA unter Trump, Migration, wirtschaftliche Entwicklung, Drogenkriminalität oder Korruption, insbesondere im Hinblick auf die Wahlen in Mexiko im Juli 2018. Außerdem entdeckten die Teilnehmenden das UNESCO-Weltkulturerbe der historischen Altstadt von Santiago de Querétaro und erklommen den Pena de Bernal, einen der größten Monolithen weltweit.

Ein weiterer Fokus des Programms lag im Entdecken und Erleben von Land und Leuten. Die Gruppe besuchte Teotihuacán, eine der bedeutendsten prähistorischen Ruinenstädte Amerikas mit der drittgrößten Pyramide der Welt. Außerdem erkundete sie Mexico City mit seiner historischen Altstadt, seinem herausragenden Anthropologischen Museum und seiner vielfältigen Kultur, wie zum Beispiel dem Frida-Kahlo-Museum. Weiterhin besuchte die Gruppe die Stadt Puebla, ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe und die historische Ausgrabungsstätte Cholula.

Dabei standen auch diverse Arbeitsgespräche auf dem Programm, um den Teilnehmenden einen Einblick in die deutsch-mexikanische Zusammenarbeit, sowohl im politischen wie auch wirtschaftlichen Sektor, zu ermöglichen. Die Gruppe traf sich mit Vertretern der Deutschen Botschaft in Mexico City und der Deutsch-Mexikanischen Außenhandelskammer. Darüber hinaus konnten sie sich während eines Besuchs bei zwei in Mexiko tätigen deutschen Unternehmen (Kaeser compresores de Mexico und Volkswagen Mexico) einen vertieften Einblick in die deutsch-mexikanischen Wirtschaftsbeziehungen machen.

Die Teilnehmenden machten vielfältige Erfahrungen mit Menschen vor Ort, erlebten den Reichtum und die vielen Facetten der mexikanischen Kultur, sei es Tanz und Musik, das Essen, aztekische Traditionen oder das traditionelle Kunsthandwerk und erhielten tiefe und einzigartige Einblicke in die aktuelle Situation Mexikos sowie die deutsch-mexikanischen Beziehungen. Sehr positiv aus dieser Erfahrung hervorgehend, freuen sich alle Beteiligten auf die Rücktagung mit den mexikanischen Teilnehmenden im Juni an der Europäischen Akademie Otzenhausen.

European Spring Academy 2018, 09. - 20.03.2018

Die Europäische Akademie (EAO) begrüßte im März 2018 etwa 20 Studentinnen und Studenten zweier US-amerikanischer Universitäten, welche sich 11 Tage lang vor Ort in Europa und den früheren Schlachtfeldern einen Eindruck vom Krieg, vor allem dem 1. und 2. Weltkrieg, seinen Ursachen und seinen Folgen machen wollten. Für beide Universitäten, die East Stroudsburg University sowie die West Chester University, beide aus Pennsylvania, war es bereits das zweite gemeinsame Seminar in Otzenhausen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren überwiegend junge Studentinnen und Studenten aus verschiedenen Fachbereichen, häufig jedoch mit einem Schwerpunkt auf Geschichte. Eine der Teilnehmerinnen war bereits älter und ehemalige Soldatin der US-Streitkräfte. Ihre immer wieder im Seminar geteilten eigenen aktuellen Kriegserfahrungen stellten einen packenden und eindringlichen Kontrapunkt zu den historischen Inhalten des Seminars dar.

Aufgrund des 100-Jahr-Jubiläums stand der Erste Weltkrieg im Fokus dieses Seminars. Aber auch die Staatswerdung Deutschlands, die industrielle Revolution und der historische Weg in den sowie der Ablauf des ersten der beiden Weltkriege spielten eine zentrale Rolle. Angeschnitten wurden auch der deutsch-französische Krieg von 1870/71, der zweite Weltkrieg, aber auch der in nicht wenigen Punkten durchaus vergleichbare Vietnam-Krieg. Und um die Tage in Otzenhausen versöhnlich ausklingen zu lassen, schlossen wir die Tage dort mit einem Überblick über die Erfolgsgeschichte der europäischen Integration ab - etwas, was erst durch die furchtbaren Erfahrungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts möglich geworden war.

Selbstverständlich gab es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Rahmenprogramm, mit welchem sie Abwechslung zu den bedrückenden Themen der Vorträge und Workshops hatten: So ging es unter anderem auf eine historische Wanderung zum Keltischen Ringwall von Otzenhausen. Auch wurde eine Weinprobe in Longuich an der Mosel durchgeführt. Weiterhin gab es ein gemeinsames Kebab-Abendessen im Otzenhausener Dorfkern, ein Kegelturnier und viele gemeinsame Abende im Partyraum der Akademie, bei denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besser kennenlernen konnten.

Abgerundet wurde das Programm durch zwei Exkursionen, von denen es sich bei der zweiten um eine mehrtägige Schlachtfeldtour durch mehrere Länder handelte. Im Rahmen der ersten Exkursion besuchten die jungen Amerikanerinnen und Amerikaner das nahgelegene deutsch-französische Schlachtfeld von 1870/71 Spicherer Höhen (bei Saarbrücken) sowie Speyer und das Hambacher Schloss. Im Rahmen der zweiten Exkursion reisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich durch vier EU-Staaten und kreuz und quer durch die jüngere Geschichte: So ging es zunächst nach Landau und von dort weiter nach Frankreich zum Fort Schoenenbourg, der größten Verteidigungsanlage der Maginot-Linie. Nach einer Nacht in Strasbourg besuchten die Amerikanerinnen und Amerikaner den amerikanischen Soldatenfriedhof von St. Mihiel in Frankreich und das nahe Verdun gelegene Fort Vaux, bevor sie sich in Verdun bei Regen und Kälte und somit passendem Wetter den größten Schrecken des Ersten Weltkrieges zuwandten. Nach einer Nacht in Esch in Süd-Luxemburg besichtigte die Gruppe die Bock-Kasematten in Luxemburg Stadt. Im Anschluss ging es nach Bastogne im Süden Belgiens, wo das Kriegsmuseum besucht wurde. Die letzten beiden Nächte verbrachte die Gruppe in Mainz. Der letzte Programmtag führte sie nach Frankfurt, wo ein Besuch der Europäischen Zentralbank sowie eine historische Stadtführung auf dem Programm standen. Mit vielen Eindrücken und Erfahrungen und nach weit über tausend Kilometern auf der Straße flogen die Studentinnen und Studenten zurück nach Pennsylvania.

Das Seminarteam möchte sich herzlich beim Centre international de formation européenne für dessen Unterstützung bei der Durchführung dieses Seminars bedanken. Ein Dank geht auch an Bob Kodosky und Chris Brooks, die beiden begleitenden Professoren der Partner-Universitäten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Besuch in der EAO, 07.03.2018

 

Zum Abschluss ihres 2-tägigen Antrittsbesuchs im Saarland waren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender zu Gast in der Europäischen Akademie Otzenhausen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion tauschten sich die beiden mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie mit über 100 geladenen Gästen zum Thema "Demokratie gestalten im Zeitalter der Europäisierung und Globalisierung" aus.

Frank-Walter Steinmeier verabschiedete sich mit den Worten: "Schön, dass es eine solche Einrichtung gibt".

European Winter School 2018, 27. - 31.02.2018

European Winter School 2018
Auch in diesem Jahr konnte die Europäische Akademie Otzenhausen wieder eine Studierendengruppe des Zentrums für Deutschland- und Europastudien der Universität Bielefeld | Staatliche Universität St. Petersburg begrüßen. Der Aufenthalt an der Akademie war Abschluss einer 3-wöchigen Winterschule in Bielefeld. Als weitere Teilnehmer konnte eine Gruppe belgischer Studierender von der Universität Gent gewonnen werden. Damit ist es der Akademie gelungen, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Universität Gent weiter auszubauen und zu vertiefen. Den Studierenden bot sich ein abwechslungsreiches und intensives Programm, in dessen Mittelpunkt aktuelle Herausforderungen für die europäische Integration standen.

Am Anfang der Veranstaltung stand eine Kennenlernphase. Danach erfolgte der inhaltliche Einstieg über eine allgemeine Einführung zur Entwicklung der EU und der Diskussion aktueller Herausforderungen. Ein Fokus lag auf „Regionalismus und Separatismus“ in Europa. Dabei beschäftigten sich die Teilnehmenden in Gruppenarbeit mit unterschiedlichen historischen und aktuellen Fallbeispielen, die sie präsentiert und kritisch diskutiert haben. Als weiteres Thema stand der Schengenraum als eine der großen Errungenschaften des europäischen Integrationsprozesses auf dem Programm. Die Teilnehmenden diskutierten über die Bedeutung von Grenzen im Allgemeinen und setzten sich mit Erfolgen und Herausforderungen des Schengenraumes kritisch auseinander. Dabei wurde auch der Spagat zwischen Freiheit und Sicherheit thematisiert.

Eine Exkursion führte die Gruppe nach Luxemburg zum Europäischen Gerichtshof und zum Europäischen Museum Schengen. Da die belgische Gruppe nicht am gesamten Programm teilnehmen konnte, besuchten nur die Studierenden aus St. Petersburg und Bielefeld zum Abschluss der Veranstaltung Saarbrücken. Im Landtag des Saarlandes konnten sie unter anderem mit Abgeordneten unterschiedlicher Fraktionen diskutieren – eine Möglichkeit, von der die Teilnehmer regen Gebrauch gemacht haben. Danach nutzten sie die verbleibende Zeit, um die Stadt auf eigene Faust zu entdecken, bevor es wieder zurück nach Otzenhausen ging.

Für Teilnehmer und Veranstalter war das Seminar ein voller Erfolg. Insbesondere der Begegnungsaspekt war eine große Bereicherung. Die Zusammenarbeit zwischen den Partnern soll daher auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

Wer sind wir und wenn ja, wo wollen wir hin? 24.02. - 03.03.2018

Vom 24.02. bis 03.03.3018 machten sich insgesamt 57 Teilnehmende aus vier verschiedenen Ländern (Deutschland, Italien, Finnland und Rumänien) auf die Suche nach einer europäischen Identität um zunächst im interkulturellen Austausch miteinander auch die eigene Identität besser zu erforschen.

Die Annäherung an die Thematik des Seminars erfolgte zunächst über ein World Café, bei dem in multinationalen Kleingruppen verschiedene Fragen zunächst zur eigenen und schließlich auch zur nationalen und europäischen Identität beantwortet werden sollten. Mittels verschiedener spielerischer Methoden wurde anschließend insbesondere das Kooperations- aber auch Konfliktverhalten mit den Teilnehmenden reflektiert. Hierbei blieb den Teilnehmenden insbesondere im Gedächtnis, wie Stereotypen oder Vorurteile über den anderen entstehen, die zu Diskriminierung und Ausgrenzung führen können.

Zwei Tage waren Exkursionen gewidmet, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Inhalte des Seminars in praktischer Umsetzung erleben konnten. Zunächst konnte das erworbene Wissen bei einem Vortrag von Dr. Moritz Liebe an der Universität in Trier noch einmal verfestigt werden. Beim Unternehmen PricewaterhouseCoopers in Luxemburg konnte das Thema Diversität aus wirtschaftlicher Perspektive beleuchtet werden. Die politische Perspektive wiederum konnte im Europäischen Parlament und dem Europarat in Straßburg eingenommen werden, wo Europa auf politischer Ebene den Teilnehmenden vor Augen geführt wurde.

Gegen Ende der Woche entwickelten die Teilnehmenden Zukunftsperspektiven zu den behandelten Themen und setzen diese in kreativen Arbeiten um. 

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt! Welche Rolle spielt Wahrheit in der postfaktischen Gesellschaft? (Teil II), 19.-24.02.2018

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt! Welche Rolle spielt Wahrheit in der postfaktischen Gesellschaft? (Teil II)
In der Woche vom 19.-24.02.2018 kamen junge Erwachsene aus Frankreich (Rennes) und Deutschland (Alsfeld) an der Europäischen Akademie Otzenhausen zusammen, um die andere Kultur zu entdecken und gemeinsam das brandaktuelle Thema Fake News zu diskutieren. Wie sich schnell herausstellte, ist dieses Thema in beiden Ländern brisant, wird aber in der öffentlichen Wahrnehmung sehr unterschiedliche behandelt.
Die Teilnehmenden verbrachten das Seminar damit, gemeinsam zuerst Meldungen in wahr oder falsch einzuordnen und anschließend ihre Entscheidungsprozesse zu hinterfragen. Sie beschäftigten sich mit Kommunikationstheorie und Fake News als einem Beispiel von gezielter Desinformation, analysierten Motive für die Erstellung und Verbreitung von Fake News, die Akteure und Kanäle und spielten u.a. das Online-Simulationsspiel „Fake it to make it“, um einen Perspektivenwechsle auf die Seite der Erzeuger und Verbreiter von Fake News zu schlagen, denn hier mussten sie selbst die Seite wechseln und Fake News kreieren und verbreiten. Mit diesem Hintergrundwissen ausgestattet, analysierten sie politische und gesellschaftliche Auswirkungen von Fake News, wie der Beeinflussung von Entscheidungsprozesses oder dem Untergraben von Vertrauen in politisches System und Akteure.

In einem nächsten Schritt erstellten die Teilnehmenden einen eigenen Faktenchecker, indem sie häufig gefälschte Elemente einer Meldung identifizierten, analysierten und Vorschläge machten, wie sich diese Elemente auf ihre Authentizität überprüfen ließen.
Am Exkursionstag traf sich die Gruppe mit Dr. Claude Gengler, Direktor der luxemburgischen Tageszeitung „Le Quotidien“ und diskutierte mit ihm die aktuellen Entwicklungen in der Presselandschaft, insbesondere der Printpresse, sowie die Auswirkungen von Fake News Debatten und generellen Vertrauensverlusten in die Medien. Außerdem befragten die Teilnehmenden in Luxemburg Passanten zur Thematik und besuchten das Europa-Museum in Schengen.

Der Faktenchecker wurde dann am letzten Tag angewendet, denn die Teilnehmenden dekonstruierten verschiedene Fake News aus dem Internet (Nachrichtenmeldungen, Blogbeiträge, Facebookseiten) und erklärten in simpleshows anderen jungen Menschen, was Fake News sind und wie man diese entziffern kann.

#allesdigital, alles vernetzt, 12. -17.02.2018

Vom 12. - 17.02.2018 fand an der Europäischen Akademie Otzenhausen das Seminar „#allesdigital, alles vernetzt: Grenzenlose Möglichkeiten oder grenzenloser Missbrauch? Welche digitale Zukunft wollen wir?“ mit deutschen und estnischen Teilnehmenden statt. 

Die jungen Erwachsenen beschäftigten sich während der Woche mit Chancen und Risiken der Digitalisierung. Die Teilnehmenden reflektierten ihren eigenen Umgang mit digitalen Medien und diskutierten welche Werte ihnen in Bezug auf Digitalisierung wichtig sind. Anschließend nahmen sie einige Bereiche der Digitalisierung wie beispielsweise Mobilität genauer unter die Lupe und beleuchteten anhand dieser die Chancen und Risiken von Digitalisierung.

Durch Arbeitsgespräche beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken und beim Unabhängigen Datenschutzzentrum Saarland erhielten die Teilnehmenden zudem einen Einblick in die Praxis.

Am letzten Tag entwickelten die Teilnehmenden Zukunftsvisionen und verarbeiteten diese kreativ.

Von Bösewichten und Superhelden: Die Zukunft der EU, 28.01.-02.02.2018

Vom 28.01.-02.02. trafen sich 33 junge Erwachsene aus Deutschland und Frankreich zu einer Jugendbegegnung zum Thema der europäischen Integration. Die Teilnehmenden aus Lyon und Solingen erlebten in einem Live-Action-Role-Play die Ausgangslage nach Ende des Zweiten Weltkriegs, die zum Entstehen des europäischen Einigungsprozesses geführt hat und mussten selbst als Gruppierungen mit unterschiedlichen Interessen Barrieren überwinden und kooperieren.

Dabei zeigten sie einen großen Willen, auch über das Erreichte der EU hinauszugehen und politische Zusammenschlüsse anzustreben. Nach diesem Einstieg beschäftigten die Teilnehmenden sich mit historischen Meilensteinen der Entwicklung der europäischen Integration, diskutierten intensiv aktuelle Herausforderungen und Probleme, so z.B. die Migrationspolitik, Brexit, Populismus und Nationalismus, Europaskepsis sowie andere Themen. Dabei zeigten sie ein sehr großes Interesse an, aber auch Verständnis von komplexen Zusammenhängen und Lösungsansätzen.

Ein Highlight der Woche war die Exkursion, die die Gruppe zum Europarat nach Straßburg führte. Dort erlebten sie neben der Europäischen Union einen weiteren Ansatz europäischer Integration. Während einer Stadtralley durch Straßburg kamen sie außerdem mit Passanten ins Gespräch und befragten diese zu Einstellungen und Problemen der EU.


Zum Abschluss diskutierten die Teilnehmenden ihre persönlichen Wünsche und Vorstellungen einer gemeinsamen europäischen Zukunft und verarbeiteten ihre Ideen kreativ in Videos, Musik und Fotocollagen.
Die Teilnehmenden zeigten sich von der Zusammenarbeit mit den jungen Erwachsenen aus der anderen Kultur, aber auch der interkulturellen und offenen Atmosphäre sehr begeistert und kooperierten über das gesamte Seminar hervorragend miteinander.

Vorbei und vergessen? 28.01. - 02.02.2018

Vom 28.01. – 02.02.2018 fand an der Europäischen Akademie Otzenhausen ein deutsch-französisches Seminar mit dem Titel „Vorbei und vergessen? Mapping Memories: Auf Spurensuche in der deutsch-französischen Geschichte“ statt. Die Teilnehmenden beschäftigten sich während der Woche mit der deutsch-französischen und europäischen Geschichte sowie mit dem Thema Frieden.

Zu Beginn des Seminars gestaltete sich die Kommunikation zwischen den Teilnehmenden aufgrund der Sprachbarriere etwas stockend. Die Gruppe war allerdings sehr offen. Die Teilnehmenden gingen trotz Sprachschwierigkeiten schnell aufeinander zu. Mit Unterstützung des Teams gelang es daher schnell, diese Sprachbarriere zu überwinden.

Besonders beeindruckt waren die Teilnehmenden zudem vom Besuch des Mémorial de Verdun. Schon die An- und Abfahrt entlang der Granatlöcher und Gräber war für die Teilnehmenden sehr eindringlich. Im Mémorial selbst waren die Teilnehmenden vor allem von den Tagebucheinträgen und Briefen der Soldaten beeindruckt sowie von den Ausmaßen der Zerstörung und der Verwundungen. Neben der Schlacht um Verdun sprachen die Teilnehmenden auch das Thema Stereotype / Vorurteile immer wieder an. Dabei wurde ersichtlich, dass zu Beginn des Seminars die deutschen und die französischen Teilnehmenden einige Vorbehalte gegenüber den Teilnehmenden der jeweils anderen Nation hatten. Diese wurden im Laufe der Woche allerdings ausgeräumt wie unter anderem das unten verlinkte Video zeigt.

EU-Kolloquium 2018, 25.01.2018

Anlässlich des europäischen Kulturerbejahres fand in der deutsch-französischen Woche am 25. Januar 2018 ein Europa-Podium zum Thema „Was ist und was kann kulturelles Erbe?“ statt.

Organisiert vom Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes, der Europäischen Akademie Otzenhausen, der ASKO EUROPA-STIFTUNG und dem Europe direct-Informationszentrum der Landeshauptstadt Saarbrücken befasste sich die diesjährige Diskussionsrunde unter der Moderation von Professorin Mechthild Gilzmer, Romanistin an der Universität des Saarlandes, mit den folgenden Fragen: Welche Ziele und Initiativen stehen hinter dem Projekt des europäischen Kulturerbejahres? Wie wird europäisches Kulturerbe in historischer Perspektive und unter aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen gelebt und konstruiert? Wie kann Kulturerbe auf grenzüberschreitender europäischer Ebene vermittelt werden?

Diese Aspekte und insbesondere die Herausforderung, wie ein nationenübergreifendes Erbe im Sinne einer gemeinsamen kulturellen Identität vor dem Hintergrund europäischer Diversität und Integration gestaltet werden kann, beleuchteten die aus verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten stammenden Referenten, Dr. Marjorie Berthomier (Stellv. Generalsekretärin der Deutsch-Französischen Hochschule in Saarbrücken), Dr. Pit Péporte (Historiker an der Universität Luxemburg) und Prof. Dr. Gernot Wolfram (Publizist und Fachreferent für Interkulturelle Kommunikation und Europäische Kulturarbeit bei der Europäischen Kommission in Berlin) in einer aufgeschlossenen und facettenreichen Diskussion auf dem Podium, die in einen angeregten Austausch mit dem Publikum im Rathausfestsaal überging.

Ein klarer Konsens des Podiums und des Publikums bestand dabei in der Notwendigkeit der Schaffung eines allen Bürgern offen stehenden Zugangs zu kulturellem Erbe im Sinne einer historischen Erinnerungskultur, aber auch und vor allen in Form eines aktuellen, von den Menschen selbst erzählten kulturellen Erbes, das durch den Transfer zwischen emotionaler Erfahrung und wissenschaftlicher Aufarbeitung erlebbar gemacht werden soll.

Version française

Le 25 janvier 2018, dans le cadre de la semaine franco-allemande et à l’occasion de l’Année européenne du patrimoine culturel, a eu lieu un débat européen autour de la question : « Qu’est-ce que le patrimoine culturel européen et quelle est son influence ?» Organisée par le Pôle France de l’Université de la Sarre, l’Europäische Akademie Otzenhausen, la Fondation ASKO Europa et le Centre d’information Europe direct de la ville de Sarrebruck, la discussion animée par Mechthild Gilzmer, professeure en études romanes à l’Université de la Sarre, traitait des questions suivantes : quels sont les objectifs et les initiatives à l’origine du projet de l’Année européenne du patrimoine ? Comment le patrimoine culturel européen est-il vécu et construit dans une perspective historique, mais aussi sous les conditions sociétales actuelles ? Comment le patrimoine culturel peut-il se transmettre à un niveau européen et transfrontalier ? Ces aspects, et en particulier le défi de la construction d'un patrimoine transnational dans le sens d'une identité culturelle commune prenant en compte la diversité et l'intégration européenne, ont été mis en lumière par des intervenants issus de domaines scientifiques différents : Marjorie Berthomier (Secrétaire générale adjointe de l’Université franco-allemande à Sarrebruck), Pit Péporte (Historien à l’Université du Luxembourg) et Gernot Wolfram (journaliste, auteure et spécialiste de la communication interculturelle et du travail culturel européen auprès de la Commission européenne, Berlin). Les thèmes abordés ont donné lieu à une discussion ouverte et diverse sur le podium, qui a suscité un échange animé avec l'assistance. Un consensus clair des intervenants et du public résidait dans la nécessité de créer une approche citoyenne au patrimoine culturel.  La culture de la mémoir sous ses aspects historiques et actuels devient vivante lorsqu'elle repose sur des expériences et des témoignages individuels. Il est important de créer un lien entre l'expérience émotionelle et le travail de recherche.

Kontakt:
Europäische Akademie Otzenhausen gGmbH
Anja Lück
Europahausstraße 35
66620 Nonnweiler
Tel.: 0049 6873 662-444
Fax: 0049 6873 662-350
eMail: lueck(at)eao-otzenhausen.de