Kreide, 78 x 67 cm
Im Landkreis Neunkirchen (Saarland) gab es zwei Marcel-Bertrand-Schächte, die auch „Schiffweilerschacht“, jeweils I und II, genannt wurden. Schacht I war knapp 600 Meter tief und ab 1925 in Betrieb, Schacht II war rund 350 Meter tief und wurde ab 1943 betrieben. Im Jahr 1980 kam für beide das Aus.
Walter Bernstein (*1901 in Neunkirchen, †1981 ebenda, beides Deutschland) ist in vielen saarländischen Kirchen und Schulen allgegenwärtig: Er erhielt ab 1962 zahlreiche Aufträge für Kunst im öffentlichen Raum im gesamten Saarland und bildete das Leben der so genannten einfachen Menschen ab. Sie konnten sich mit seinen Werken identifizieren: die Arbeitswelt des Bergmanns, die von Bergbau und Industrie geprägt war. Bernstein, Gründungsmitglied der Saarländischen Sezession und Mitglied des Neunkircher Künstlerkreises, wird als „‘der‘ Meister des Industriebilds“ und „besessener Maler“ bezeichnet, der „alles bemalte, was er in die Hände bekam“. Weitere Themenschwerpunkte des gläubigen Künstlers waren religiöse Motive und Darstellungen des menschlichen Leidens. Bereits 1963 zeigte Walter Bernstein als vierter Künstler überhaupt seine Werke in der Akademie. Diese organisierte 2017 gemeinsam mit der Stiftung europäische Kultur und Bildung und der Förderstiftung Walter Bernstein posthum eine weitere Bernstein-Ausstellung unter dem Titel „Der Industriemaler – Sein Blick auf Industrie und Mensch“.