Die internationalen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Ostasien sahen schon mal entspannteren Zeiten entgegen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China, die Proteste in Hongkong, das wirtschaftliche und politische Aufstreben Chinas und Indiens oder die atomaren Bestrebungen Nord-Koreas lassen im besten Fall einen schalen Beigeschmack zurück. Aber es gibt auch Lichtblicke. So haben sich die EU und Japan auf ein Economic Partnership Agreement sowie ein Strategic Partnership Agreement geeinigt. Mit der Frage, wie genau die Zukunft von Global Governance und den internationalen Beziehungen zwischen der EU und Ostasien zu bewerten ist, haben sich 10 Tage lang Studierende der Universitäten Trier und Tokio beschäftigt. Zentrales Thema war die Zukunft der politischen und wirtschaftlicheren Beziehungen zwischen der EU, Japan, China und den USA vor dem Hintergrund des Zerfalls der internationalen politischen Ordnung.

Als eine der ältesten Partnerschaften fördert die Europäische Akademie Otzenhausen mit diesem Begegnungsseminar den Austausch von jungen Menschen aus Europa und Ostasien. Dabei stehen neben zahlreichen Vorlesungen, Vorträgen und Workshops auch gemeinsame Freizeitaktivitäten und Exkursionen auf dem Programm. Dadurch sollen in gleichem Maße kritische Themen analysiert und diskutiert, aber auch Vorurteile abgebaut, Vertrauen geschaffen und Gründe für Gemeinsamkeiten und Unterschiede ermittelt werden.

Auf dem Campus der Europäischen Akademie Otzenhausen haben sich die Teilnehmer dabei mit einer Reihe an Themen beschäftigt. Welche Herausforderungen stellt die Präsidentschaft Donald Trumps an die internationale Ordnung? Inwiefern erodiert unsere globale politische Ordnung? Welche Auswirkungen hat die sozialistische Marktwirtschaft Chinas auf seine wirtschaftlichen Außenbeziehungen? Mit welchen Problemen und Herausforderungen sieht sich die Welthandelsorganisation (WHO) in diesem Zusammenhang konfrontiert? Welche Rolle spielen bei all diesen Fragen die Europäische Union und Japan?

Ergänzt wurde dieses vielseitige inhaltliche Programm durch eine Reihe an Exkursionen, unter anderem zur EU-Kommission, der Japanischen Vertretung bei der EU-Kommission in Brüssel, dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und dem Haus der Deutschen Geschichte in Bonn sowie dem Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel. Die Europäische Akademie Otzenhausen bedankt sich bei allen Partnern, Förderern, Vortragenden und selbstverständlich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ein gelungenes Seminar.