Civic Academy "Making Europe work", Tirana, 12. - 14.07.2019

Civic Academy „Making Europe work“, Netzwerktreffen in Tirana, 12.07. - 14.07.2019

Vom 12.07. bis 14.07.2019 fand in Tirana ein Netzwerktreffen für zivilgesellschaftlich engagierte junge Menschen aus Deutschland, Frankreich und dem Westbalkan statt. Das Netzwerktreffen bildete den Abschluss des Projekts „Making Europe work“, das die Europäische Akademie Otzenhausen seit 2017 gemeinsam mit den Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland dank Förderung des Auswärtigen Amts durchführt.

Ziel des Projekts ist es, junge Engagierte aus den beschriebenen Ländern zu vernetzen und sie als Multiplikatoren zu schulen und zu stärken.

Über das gesamte Netzwerktreffen hinweg setzten sich die Teilnehmenden mit den Themen "politische Bildung" und "europäische Integration" auseinander. Bei einer politisch-historischen Stadtführung am Samstagmorgen erfuhren die Teilnehmenden mehr über die Geschichte und die aktuellen Probleme Albaniens. Anschließend diskutierten sie mit Gledis Gjipalis vom European Movement Albania den aktuellen Stand der EU-Integration Albaniens und die Hürden auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft.

Am Samstagnachmittag fand eine Netzwerkbörse mit lokalen NGOs statt. Die Einheit bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, gemeinsam über Chancen und Herausforderungen für ihre Organisationen und Länder zu sprechen und die erworbenen Erfahrungen zu politischer Bildung auszutauschen und zu reflektieren.

In der anschließenden Fishbowl-Diskussion diskutierten die Teilnehmenden mit Botschafterin Christina Vasak, Französische Botschaft Tirana, Enrico Günther, Deutsche Botschaft Tirana und Fatos Mustafa, Stellvertretender Generalsekretär des RYCO über die Erfahrungen der deutschen-französischen Versöhnung und Freundschaft und die übertragbaren Lehren auf den Westbalkan.

Zum Abschluss fand eine Street Action statt um die Bevölkerung Tiranas über das Projekt zu informieren und ihre Meinungen zu Europa und der europäischen Zukunft Albaniens zu erfahren. Hierzu wurde ein großes Plakat erstellt, auf einem Platz im Zentrum Tiranas wurden Passanten darauf angesprochen. Sie wurden gebeten, auf dem Plakat ihre Ideen und Wünsche an Europa aufzuschreiben. Währenddessen kamen die Teilnehmenden mit den Passanten ins Gespräch und informierten sie über das Projekt.

Während der drei Jahre leistete das Projekt einen großen Beitrag zur grenzüberschreitenden Kooperation zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren auf dem Westbalkan. Gleichzeitig entstand auf politischer Ebene das Westbalkan-Jugendwerk RYCO. Wir sind davon überzeugt, dass diese Kooperation auch zukünftig  erfolgreich weiterlaufen wird.

Deutsch-mexikanische European Spring Academy 2019, 04.-10.06.2019

Die Europäische Frühjahrsakademie ermöglichte es 20 deutschen Studierenden der htw Saar und 28 mexikanischen Studierenden des Tecnológico de Monterrey, sich gegenseitig und die anderen Kulturen besser kennenzulernen und gemeinsam über die Europäische Integration zu lernen. Zwei Seminare fanden hierzu vom 4.-10.06.2019 an der Europäischen Akademie Otzenhausen als Rückbegegnung eines Seminars in Mexiko im März 2019 statt.Aus Studiengängen wie Internationale Beziehungen, BWL, Wirtschaftsingenieurswesen, International Management usw. kommend, hatten die Studierenden die Chance, ihre gemeinsamen Disziplinen zusammenzubringen, um zusammenzuarbeiten, andere Perspektiven kennenzulernen und neue Fähigkeiten zu entwickeln.

Vorträge und Workshops gaben den Studenten die Möglichkeit, verschiedene Themen zu diskutieren, die derzeit die europäischen und europäisch-mexikanischen Beziehungen betreffen. So stießen Einheiten zur Aktuellen Situation der EU nach der Europawahl, ein Überblick über die Institutionen und ihre Zusammenarbeit, zu Herausforderungen und Chancen des Populismus für die Demokratie, zu den 4 Grundfreiheiten des Binnenmarkts oder die Außenbeziehungen der EU auf reges Interesse und große Diskussionsbereitschaft Bei einem Besuch im Europäischen Parlament und bei der Europäischen Investitionsbank konnten die Studenten beobachten, wie die Europäische Union intern funktioniert.

Außerdem lernten sie mit dem Europarat einen weiteren Akteur und ein zusätzliches Modell der europäischen Integration kennen. Die deutschen und mexikanischen Teilnehmer untersuchten Aspekte der europäischen Geschichte beim Wandern zum Keltischen Ringwall Otzenhausen und beim Besuch des Schengen-Zentrums, die den Studenten jeweils eine einzigartige Perspektive bieten. Die Teilnehmer verließen die Europäische Akademie mit einem aktuellen Überblick über die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Herausforderungen in Europa und Mexiko. Darüber hinaus nahmen sie aber insbesondere viele neue Eindrücke und Perspektiven, interkulturelle und sprachliche Kompetenzen, Selbsterfahrungen und vor allem Freundschaften mit nach Hause.

European-American Spring Academy 2019: „Discover the heart of Europe!“, 16. – 22. Mai 2019

Nur wenige Tage vor der Wahl zum Europäischen Parlament kamen 38 Student*innen aus den USA, Deutschland und Spanien an der Europäischen Akademie Otzenhausen zu einem gemeinsamen Seminar über aktuelle politische Herausforderungen für die EU zusammen.

 

Die Teilnehmenden studierten unterschiedliche Fächer (u.a. Soziologie, Sprachen, Internationale Beziehungen, Tourismus und Betriebswirtschaftslehre, Jura sowie Internationales Management) an der Kennseaw State University, dem Berg Institute/Universidad Alfonso x El Sabio Madrid, der HTW Saarbrücken und an der Universität Koblenz-Landau. Obwohl an den besagten Universitäten studierend, war die Herkunft der einzelnen Teilnehmer*innen sehr vielfältig: Brasilien, Malawi, Afghanistan, Botswana, Frankreich, USA, Deutschland und Spanien.

Diese Vielfalt der Perspektiven, Kulturen und Sprachen lag dem Seminar zugrunde und beeinflusste die Bearbeitung und Auseinandersetzung mit den gewählten Themen. Neben einem einführenden Vortrag, der die anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament vor dem Hintergrund der internationalen und innereuropäischen Herausforderungen und Veränderungen beleuchtete, befassten sich die Teilnehmer*innen in Vorträgen und Workshops u.a. mit dem Phänomen Populismus, der Funktion und Bedeutung der Medien in Demokratien, Informationen/Einschätzungen zum Brexit, Fragen und Konzepten zur Nachhaltigen Entwicklung, dem europäischen und US amerikanischen Umgang mit Migration, sowie Aspekten von Interkulturalität.

 

So konnten alle ihr Wissen über aktuelle Entwicklungen in der EU und die europäisch-amerikanischen Beziehungen vertiefen, erweitern und gemeinsame und unterschiedliche Fragen und Antworten auf globale Herausforderungen angeregt werden. 

 

Besuche beim Europäischen Parlament in Strasbourg und beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gaben Einblick in die Arbeit und Funktionen europäischer Institutionen.

Begegnungen auf internationaler Ebene fordern den/die Einzelne(n) heraus, durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen, Reflektion und kritischem Hinterfragen der eigenen Sichtweise, der Wahrnehmung persönlicher interkultureller Fähigkeiten und der Chance, ein besseres Verständnis für andere Länder und Kulturen zu entwickeln. Dies wurde neben den inhaltlichen Seminareinheiten ermöglicht durch ergänzende Angebote wie z.B. Städtebesuche (Trier, Straßburg, Luxemburg), Weinverkostung, Kegelturnier. Auf all das ließen sich alle mit Interesse, Motivation und auch Freude und Spaß am Miteinander ein und konnten so viele Erfahrungen und Eindrücke, Neues und Kontakte/Freundschaften mit nach Hause nehmen.


Civic Academy "Making Europe work", Otzenhausen, 30.04. - 05.05.2019

Junge Multiplikatoren aus dem Westbalkan, Frankreich und Deutschland: „Making Europe work“, 30.04.-05.05.2019

Vom 30. April bis 5. Mai kamen 17 junge Erwachsene aus den Staaten des Westbalkans, Frankreich und Deutschland an der EAO zusammen um gemeinsam Europa zu erleben und sich kritisch-konstruktiv mit regionaler und europäischer Integration auseinanderzusetzen. Was diese jungen Menschen eint, ist, dass sie alle zivilgesellschaftlich engagiert sind und so als Multiplikatoren fungieren.

Das Seminar fand im Rahmen des Projekts „Making Europe work“ statt, das die Europäische Akademie Otzenhausen seit 2017 gemeinsam mit den Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland dank Förderung des Auswärtigen Amts durchführt. Ziel des Projekts ist es, junge Engagierte aus den beschriebenen Ländern zu vernetzen und sie als Multiplikatoren zu schulen und zu stärken.

Die Teilnehmenden tauschten sich intensiv zu Ansätzen, Methoden und Grenzen politischer Bildung aus. Hierzu erprobten sie unter der Anleitung von Christian Kiefer, EAO, vielfältige Methoden aus der außerschulischen politische Jugendbildung und diskutierten deren Einsatz in ihren eigenen Organisationen. Die Methoden beschäftigten sich u.a. mit den Themen Europa, Fake News, Gleichheit, Wertekonflikte und Interkulturelle Kommunikation.

Eine Exkursion führte die Teilnehmenden nach Verdun, wo sie im Memorial Verdun Ansätze historisch-politischer Bildung kennenlernten. Außerdem beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem Einsatz von Social Media für die Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit ihrer Organisationen. Hierzu erhielten sie ein training von Silvia Behrens, JEF Deutschland.

Mexican Spring Academy 2019, 10-22.03.2019

15 Studierende erlebten gemeinsam 2 Wochen Mexiko!
Das Tec de Monterrey in Santiago de Querétaro war das Ziel eines Begegnungsseminars mit einer Gruppe der htw Saar. Hochmotiviert begegneten die Teilnehmenden mexikanischen Studierenden, hatten gemeinsame Workshops und lernten in Vorträgen und anderen Veranstaltungen viel über die mexikanische Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft und insbesondere die aktuellen Herausforderungen wie die neue Präsidentschaft, Migration, wirtschaftliche Entwicklung, Drogenkriminalität oder Korruption. Außerdem entdeckten die Teilnehmenden das UNESCO-Weltkulturerbe der historischen Altstadt von Santiago de Querétaro sowie Cerro de las Campanas, als Ort der Ermordung Kaiser Maximilians einer der historisch bedeutsamsten Orten Mexikos. Außerdem besuchten sie eine lokale Universität, die indigenen Menschen eine weiterführende Bildung ermöglicht, um so die Entwicklung im ländlichen Raum zu stärken und sprachen mit indigenen Studierenden dieser Universität.

Ein weiterer Fokus des Programms lag im Entdecken und Erleben von Land und Leuten. Die Gruppe besuchte Teotihuacán, eine der bedeutendsten prähistorischen Ruinenstädte Amerikas mit der drittgrößten Pyramide der Welt. Außerdem erkundete sie Mexico City mit seiner historischen Altstadt, seinem herausragenden Anthropologischen Museum und seiner vielfältigen Kultur, wie zum Beispiel dem Frida-Kahlo-Museum. Weiterhin besuchte die Gruppe die Stadt Puebla, sowie die Stadt San Miguel de Allende, beide ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbestätten.

Dabei standen auch diverse Arbeitsgespräche auf dem Programm, um den Teilnehmenden einen Einblick in die deutsch-mexikanische Zusammenarbeit, sowohl im politischen wie auch wirtschaftlichen Sektor, zu ermöglichen. Die Gruppe traf sich mit einem Vertreter der Deutschen Botschaft in Mexico City. Darüber hinaus konnten sie sich während eines Besuchs bei zwei in Mexiko tätigen deutschen Unternehmen (Kaeser compresores de Mexico und Volkswagen Mexico) einen vertieften Einblick in die deutsch-mexikanischen Wirtschaftsbeziehungen machen.

Die Teilnehmenden machten vielfältige Erfahrungen mit Menschen vor Ort, erlebten den Reichtum und die vielen Facetten der mexikanischen Kultur, sei es Tanz und Musik, das Essen, aztekische Traditionen oder das traditionelle Kunsthandwerk und erhielten tiefe und einzigartige Einblicke in die aktuelle Situation Mexikos sowie die deutsch-mexikanischen Beziehungen. Sehr positiv aus dieser Erfahrung hervorgehend, freuen sich alle Beteiligten auf die Rücktagung mit den mexikanischen Teilnehmenden im Juni an der Europäischen Akademie Otzenhausen.

Von grassroots, Selbstverpflichtung und Ökodiktatur, 23.02. - 02.03.2019

Von grassroots, Selbstverpflichtung und Ökodiktatur: Kann Demokratie nachhaltige Entwicklung?

Auch in diesem Jahr konnte die Europäische Akademie Otzenhausen wieder eine Gruppe von insgesamt 57 Schülerinnen und Schülern aus Italien, Finnland, Rumänien und Deutschland in ihrem Haus begrüßen. Im Rahmen des Projekts unter der Förderung von Erasmus+ setzten sich die jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 20 Jahren mit der Thematik der Nachhaltigkeit auseinander. Ziel war es, die Teilnehmenden Schritt für Schritt an die Relevanz nachhaltiger Entwicklung heranzuführen, wobei insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels und mögliche Handlungsoptionen intensiv diskutiert wurden.

Nach einer Anfangsphase, im Zuge derer sich die Schüler einander annäherten und die Wirkung interkultureller Kommunikation erprobten, folgte eine erste inhaltliche Einführung. Ein interaktiver Workshop zum Thema Nachhaltigkeit verdeutlichte dabei die Relevanz der interkulturellen Teamarbeit und regte die Teilnehmenden an, eine neue Perspektive einzunehmen, die über die nationalen Grenzen des eigenen Landes hinausreichten. Diese Kompetenz nahm auch im weiteren Verlauf des Seminars eine zentrale Rolle ein: Im Rahmen eines groß angelegten Planspiels hatten die Schüler die Möglichkeit, die UN-Klimaverhandlungen zu simulieren und in die Rolle der verschiedenen Akteure zu schlüpfen. Unter dem Titel „COP Otzenhausen“ wurde den Teilnehmenden dabei nicht nur die internationale Klimapolitik nähergebracht und verdeutlicht, welche Schwierigkeiten solche Verhandlungsprozesse bergen, sondern auch wichtige Strategien und Techniken an die Hand gegeben, anhand derer kommunikative und handlungsorientierte Kompetenzen gezielt gefördert wurden. Diese gesammelte Erfahrung erwies sich auch in der abschließenden Sitzung als entscheidend, im Zuge derer die Schüler die Herausforderungen des Klimawandels und der nachhaltigen Entwicklung offen diskutierten und konkrete Handlungsoptionen für den eigenen Alltag ermittelten.

Begleitet wurde diese inhaltliche Auseinandersetzung von zwei Exkursionen, die den Teilnehmenden die Chance boten, die Inhalte des Seminars in praktischer Umsetzung zu erleben. Zunächst stand dabei ein Besuch der Stadt Metz auf dem Programm, die aufgrund ihrer Priorisierung einer nachhaltigen Stadtplanung als ein Vorbild fungiert. Im Zuge eines Arbeitsgesprächs mit Vertretern der Abteilung für Stadtökologie und nachhaltige Entwicklung erfuhren die Teilnehmenden mehr über die Vorreiterrolle der Stadt selbst und die verschiedenen Facetten und Möglichkeiten der Nachhaltigkeit. Am Donnerstag darauf folgte die zweite Exkursion, welche die Teilnehmenden nach Bonn führte, den ehemaligen Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland.

Auch hier stand zunächst ein Arbeitsgespräch auf dem Programm. Michael Seckler aus dem Sekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) legte dabei dar, welch verheerende Auswirkungen mit dem Klimawandel einhergehen und erläuterte neben den getroffenen Maßnahmen auch die Probleme, die mit einer transnationalen Entscheidungsfindung einhergehen. Dabei wurde den Schülern auch die Möglichkeit eingeräumt, Fragen zu stellen, welche sie rege zu nutzen wussten. Im Anschluss folgte ein Vortrag der Vertretung der Europäischen Kommission, die ihre Arbeit in Bonn kurz darstellte. Nach einer Freizeit, in denen die Teilnehmenden auf eigene Faust die Stadt erkunden und dabei den deutschen Brauch des Karnevals hautnah erleben konnten, wurde die Exkursion abgerundet durch einen Rundgang durch das ehemalige Regierungsviertel und das Parlament.

Neben diesen wichtigen inhaltlichen Aspekten spielte jedoch auch die Begegnung der jungen Erwachsenen eine zentrale Rolle. Die Teilnehmenden hatten zahlreiche Möglichkeiten, die Kulturen der anderen Gruppen kennenzulernen und sich einander anzunähern. So gehörte ein europäischer Abend, in dessen Rahmen jede Gruppe ihr Land anhand einer interaktiven Präsentation vorstellen konnte, ebenso zum Programm wie ein gemeinsamer Kegelabend, zahlreiche Gruppenspiele und ein von den Teilnehmenden eigens organisierter Abschiedsabend, der verdeutlichte, wie schnell Vorurteile abgebaut und Freundschaften entstehen können.

Selbstwirksam werden: Deine Europa-Deine Zukunft, 21.02.2019

Am 21.02.2019 fand in der Europäischen Akademie Otzenhausen die Veranstaltung „Selbstwirksam werden – Dein Europa, deine Zukunft!“ statt.

Akteure der politischen Bildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung haben sich dabei im Vorfeld der Europawahl zusammengefunden, um die beiden wichtigen Themen Europa und Nachhaltigkeit zusammenzubringen und Möglichkeiten der Partizipation zu diskutieren.

Diese interessante Mischung von saarländischen Akteuren wurde auf der Tagung noch ergänzt durch zahlreiche weitere Engagierte, die sich und ihr Anliegen in kurzen Präsentationen und Workshops sowie bei einem Markt der Möglichkeiten vorstellten. Ziel der Veranstaltung war neben grundlegenden Informationen zu Europa, Europäischer Union und Nachhaltiger Entwicklung (durch einen Vortrag von Timo Stockhorst, Junge Europäische Föderalisten) insbesondere das Diskutieren von Möglichkeiten selbstwirksam zu werden und die eigene Zukunft mitzugestalten. In zielgruppenspezifischen Workshops bekamen Erstwählerinnen und Erstwähler Impulse für eigenes Handeln. Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren konnten sich über Methoden, Wettbewerbe und allgemeine Überlegungen zur Vermittlung der wichtigen Thematik informieren, Ideen sammeln und austauschen.

Eine Fishbowl-Abschlussdiskussion brachte die Eindrücke des Tages zusammen und ermöglichte auch den Perspektivwechsel zwischen den verschiedenen Generationen. Als Impuls für die Abschlussdiskussion diente eine Kurzpräsentation einer während der Tagung durch Umweltpsychologen des IZES durchgeführten Befragung.

Hauptveranstalter war die Europäische Akademie Otzenhausen in Kooperation mit den Jungen Europäischen Föderalisten Saarland, der Landeszentrale für politische Bildung Saarland, Europe Direct Saarbrücken, dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland, dem Zentrum Bildung für Nachhaltige Entwicklung Saarland sowie dem Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES). Finanzielle Förderung erhielt die Veranstaltung von der Landeszentrale für politische Bildung im Saarland, dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien sowie der Stiftung Forum für Verantwortung.

Wir gemeinsam in Europa: Gleich und doch nicht gleich?, 11. - 17.02.2019

"Wir gemeinsam in Europa: Gleich und doch nicht gleich?"
11.02. - 17.02.2019


Nach zwei Jahren konnte die Europäische Akademie Otzenhausen wieder Jugendliche aus Polen, Deutschland und der Ukraine zu einer spannenden Begegnung in ihrem Hause begrüßen. Im Rahmen eines von Erasmus+ geförderten Projekts beschäftigten sich die insgesamt 48 Teilnehmenden intensiv mit dem Thema Gleichheit und Ungleichheit in Europa.

Nach der ersten Kennenlernphase und einem Workshop zum Thema Interkulturelle Kommunikation, ging es schon an die inhaltliche Diskussion. Zunächst reflektierten die Teilnehmenden im Rahmen eines World Cafés ihr individuelles Verständnis von Gleichheit und Gerechtigkeit und identifizierten Anknüpfungspunkte an ihren Alltag. So stellten sie fest, dass jeder schon mindestens einmal eine Ungleichheitserfahrung gemacht hat.

Im Anschluss folgte eine Phase der Wissensaneignung und Problemidentifizierung. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit dem Thema Gleichheit auf unterschiedlichen Ebenen: global (Weltverteilungs-spiel), europäisch (Impulsvortrag + Kleingruppenarbeit) und persönliche Erfahrung (Rollenspiel "Ein Schritt vor" und Austausch über Methode Placemat). Eine Vertiefung der Ergebnisse fand durch die Erarbeitung unterschiedlicher Aspekte von Gleichheit (Bildungsgerechtigkeit, Minderheitenrechte, Diskriminierung, Geschlechtergerechtigkeit) in internationalen Workshops statt.

Einen Blick auf die politische Ebene ermöglichte dann der erste Exkursionstag mit dem Besuch des Europarats in Straßburg. Hier erfuhren die Jugendlichen, wie sich die Staaten des Europarats für Soziale Gerechtigkeit einsetzten. Im Anschluss blieb genügend Zeit, um die europäische Metropole auf eigene Faust zu entdecken.

Der zweite Teil der Begegnung fokussierte auf das Erarbeiten von konkreten Handlungsoptionen. Was kann denn jeder von uns tun, um gegen Ungleichheit vorzugehen? In einem Theater-Workshop, angelehnt ans Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal, entwickelten die Jugendlichen Möglichkeiten, wie sie selbst in Situationen erlebter Ungerechtigkeit reagieren können.

Im Anschluss überlegten sie dann, wie man mit diesem Thema an die Öffentlichkeit gehen kann und auf Ungleichheiten aufmerksam machen kann. Sie einigten sich darauf, auf die Ungleichheitsbehandlung von Homosexuellen aufmerksam zu machen. Dazu entwickelten sie gemeinsam eine Street Action, mit unterschiedlichen Elementen, die aufeinander abgestimmt wurden. Die Koordination der Aktion wurde von den Teilnehmenden selbst übernommen und am zweiten Exkursionstag in Luxemburg durchgeführt. In Form einer, in der Gruppe über die Seminarwoche immer wieder getanzten, Polonaise zogen sie die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Eigenständig erstellte Plakate mit der Forderung zur Toleranz und Gleichbehandlung von Homosexuellen wurden während des Tanzes von einer weiteren Gruppe hochgehalten. Während des Tanzes versuchten die Teilnehmenden aktiv Passanten mit einzubinden, indem sie sie zum Tanzen herausforderten. Ein gesondertes Plakat forderte die Passanten zudem auf sich an der Aktion zu beteiligen. Im Anschluss wurden selbst erstellte Flyer an die Passanten verteilt und über die Hintergründe der Aktion informiert. Die Aktion zog viel Aufmerksamkeit auf sich und wurde von allen als Erfolg gewertet.

Nach einer Woche aktiver Zusammenarbeit konnten alle mit vielen neuen Ideen und Erfahrungen im Gepäck nach Hause fahren.

European Winter School 2019: It’s more than just economy: The role of human rights, mass media and mobility for today’s EU, 02.02.-06.02.2019


Im Rahmen der European Winter School 2019 kamen 27 junge Erwachsene aus Russland, Belgien und Deutschland zusammen, um sich mit aktuellen Herausforderungen der EU auseinander zu setzen. Die Teilnehmer (Studierende der Universitäten Bielefeld, Gent und St. Petersburg) konnten sich länderübergreifend austauschen und im Rahmen von Workshops und Gruppendiskussionen aktiv Lösungsvorschläge erarbeiten.
Den Auftakt machte Professor Dr. Thomas Giegerich vom Europa-Institut der Universität des Saarlandes. Sein Beitrag befasste sich mit dem Schutz der Menschenrechte in Europa, wobei das Thema Antidiskriminierung im Mittelpunkt stand.  Dr. Verena Molitor vom Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Bielefeld | St. Petersburg beschäftigte sich mit der Rolle und dem Einfluss der Medien in Deutschland, Russland und anderen europäischen Ländern. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Migration in Europa. Dabei diskutierten die Teilnehmer mit dem Referenten Tilman Lahann insbesondere über Arbeitsmigration; darüber hinaus wurden aber auch Fragen zu Asylpolitik angesprochen. Ein wichtiger Programmpunkt bildete die Seminareinheit zum Brexit, die von Sebastian Zeitzmann, Studienleiter an der Europäischen Akademie, geleitet wurde. Die Teilnehmer befassten sich mit Ursachen der Brexit-Entscheidung und diskutierten mögliche Folgen und Auswirkungen des Brexits für die EU und Großbritannien.

Abgerundet wurde das Programm durch zwei Exkursionen. Eine führte die Gruppe nach Straßburg zum Europarat. Ziel der zweiten Exkursion war das Café Miteinander in Sankt Wendel, ein Treffpunkt für Flüchtlinge und St. Wendeler Bürger. Ghedem Tesfaghergish, die Leiterin des Cafés, brachte den Teilnehmern ihre Arbeit nahe und erläuterte die Situation von Flüchtlingen in Deutschland. Die Teilnehmer konnten bei dem Besuch ihre Fragen mit Flüchtlingen diskutieren und mehr über deren Situation erfahren.

Europa, meine Zukunft?, 27.01. - 01.02.2019

Junge Europäer auf dem Weg zur Europawahl 2019.

In zwei parallel stattfindenden Jugendbegegnung kamen junge Erwachsene aus Deutschland (Berlin und Solingen) und Frankreich (Lyon) zusammen, um über das andere Land zu lernen und gemeinsam über Europa zu diskutieren. Die Teilnehmenden erlebten, dass Europa sie in vielen Alltagsdingen berührt, sei es beim Einkaufen (Lebensmittelkennzeichnung, Energieverbrauchskennzeichnung), beim Reisen (offene Grenzen, Interrailticket, Erstattung bei Flug- oder Bahnverspätung, Abschaffung der Roaminggebühren) oder in Schule, Universität oder Ausbildung (ERASMUS+ Programme).

Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden über aktuelle Probleme und Herausforderungen der Europäischen Integration, wie z.B. Migration, Brexit, Nachhaltige Entwicklung oder Populismus. Anlässlich der anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 lernten die Teilnehmenden die Arbeit des Europäischen Parlaments näher kennen und besuchten dieses zu einem Arbeitsgespräch.

Um ihre Erfahrungen und Erkenntnisse weiterzugeben, entwickelten die Teilnehmenden zum Abschluss des Seminars Kampagnen, um andere Menschen von einer Teilnahme an der Europawahl zu überzeugen und das Interesse für Europa und die Möglichkeiten zur Partizipation zu steigern.

Europa-Podium "Bürger/Parteien/Parlament – Eine kritische Vorausschau auf die Europawahlen im Mai 2019, 24.01.2019

Zwei Tage vor dem Europa-Podium im Saarbrücker Rathaus am 24. Januar wurde von Angela Merkel und Emmanuel Macron der Aachener Vertrag unterzeichnet, der mehr als 50 Jahre nach dem Elysée-Vertrag (1963) die deutsch-französische Freundschaft nicht nur symbolisch bekräftigt, sondern auch inhaltlich fortschreiben soll. Dieser neue Freundschaftsvertrag bot einen passenden Anlass um im Rahmen der deutsch-französischen Woche zu diskutieren, wie diese Vision der Partnerländer Deutschland und Frankreich für eine gemeinsame europäische Zukunft konkret mit Leben gefüllt werden kann.

In Vorausschau auf die im Mai 2019 stattfindenden Europawahlen diskutierten im Saarbrücker Rathausfestsaal die Politikwissenschaftler Dieter Bingen (Deutsches Polen-Institut, Darmstadt), Nicolas Hubé (Université Paris I Panthéon Sorbonne) und Uwe Jun (Universität Trier) aus den Perspektiven Deutschlands, Frankreichs und Polens die aktuelle politische Lage der europäischen Mitgliedstaaten. Dabei diente eine ausführliche Darlegung der innenpolitischen Herausforderungen in den einzelnen Ländern als Ausgangspunkt einer Diskussion über die anstehenden Wahlen des europäischen Parlaments: Dabei informierten die Experten auf dem Podium zunächst in jeweils nationaler Perspektive über die politische Polarisierung Polens durch die nationalkonservative und europaskeptische PiS-Partei, die aktuelle Protestbewegung in Frankreich sowie die Profilschwäche der deutschen Parteienlandschaft.

Im Vordergrund der Debatte unter der Moderation von Dietmar Hüser, Professor für europäische Zeitgeschichte und Leiter des Frankreichzentrums an der Universität des Saarlandes, stand dabei vor allem die Unstimmigkeit zwischen dem Ideal der europäischen Gemeinschaft und der davon abweichenden Realität in Form nationaler Wahlkampagnen und einem insgesamt geringen Wahlinteresse.

Im Dialog mit dem Publikum wurde anschließend vor allem die formale Gestaltung der Europawahlen intensiv debattiert, d.h. die Frage, in welchem Maßen den europäischen Regionen als subnationalen Gebietskörperschaften, die national und international an Bedeutung gewinnen, im Rahmen eines ‘Europas der Nationen’ eine stärkere politische Rolle zukommen kann und sollte.

Bericht: Vera Neusius, Frankreichzentrum

 

Version française

Deux jours avant la tenue de l’Europa-Podium à l’Hôtel de ville de Sarrebruck le 24 janvier, Angela Merkel et Emmanuel Macron ont signé le Traité d'Aix-la-Chapelle qui, plus de 50 ans après le traité de l'Elysée (1963), non seulement affirme symboliquement l'amitié franco-allemande, mais entend la prolonger. Ce nouveau traité de l’amitié a offert une occasion propice de discuter dans le cadre de la semaine franco-allemande de la manière dont peut être concrétisée cette vision de l’Allemagne et de la France, pays partenaires, pour un avenir européen commun.
En prévision des élections européennes qui auront lieu en mai 2019, les politologues, Dieter Bingen (Deutsches Polen-Institut, Darmstadt), Nicolas Hubé (Université Paris I Panthéon Sorbonne) et Uwe Jun (Université Trèves) ont discuté à l’hôtel de ville de Sarrebruck de la situation politique actuelle des Etats membres de l’Union européenne du point de vue de l’Allemagne, de la France et de la Pologne.  
Une description détaillée des défis de la politique intérieure des différents pays a servi comme point de départ d’une discussion sur les prochaines élections au Parlement européen : Dans cette optique, les experts ont tout d’abord informé du point de vue national respectif sur la polarisation politique de la Pologne par le parti national conservateur et eurosceptique PiS, sur le mouvement de protestation actuel en France ainsi que sur la faiblesse du profil du paysage politique allemand.
Le débat, animé par Dietmar Hüser, Professeur d'histoire contemporaine européenne et directeur du Frankreichzentrum à l’Université de la Sarre, a principalement porté sur l’écart existant entre l’idéal de la communauté européenne et la réalité divergente se manifestant sous forme de campagnes électorales nationales et un intérêt généralement faible pour les élections.
La discussion finale avec le public a porté essentiellement sur l’organisation formelle des élections européennes. Le débat intense a traité de la question de savoir dans quelle mesure les régions européennes, en tant que collectivités territoriales infranationales qui gagnent en importance au niveau national et international, peuvent et doivent se voir attribuer un rôle politique plus important dans le cadre d'une ‘Europe des nations’ ?
Compte-rendu: Vera Neusius, Frankreichzentrum

Kontakt:
Europäische Akademie Otzenhausen gGmbH
Europahausstraße 35
66620 Nonnweiler
Tel.: 0049 6873 662-0
Fax: 0049 6873 662-150
eMail: info(at)eao-otzenhausen.de