Jahrestagung RENN.West, 07.09.2017, Dortmund

Am 7. September 2017 diskutierten rund 170 Nachhaltigkeitsakteure aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland über konkrete Ideen für die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitspolitik. Sie folgten der Einladung zur ersten Jahrestagung des neuen zivilgesellschaftlichen Netzwerkes „Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien West“ (RENN.west). Im Vordergrund der Diskussion stand die Frage, wie die Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie als Gemeinschaftsaufgabe gelingen kann. Die Jahrestagung der RENN.west war gleichzeitig die Eröffnung der FAIR FRIENDS – Messe für nachhaltige Lebensstile, Fairen Handel und gesellschaftliche Verantwortung...

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European Summer Course 2017, 16.08.-27.08.2017

Seminarbericht zum European Summer Course 2017
Rebekka Weick, Saarbrücken

Mittwoch 16.08.2017
Nach der teilweise langen und anstrengenden Anreise kamen die Teilnehmer aus 21 Ländern in der Europäischen Akademie in Otzenhausen zusammen. Nach dem ersten Kennenlernen gab die teils künstlerisch wertvolle Arbeit in Kleingruppen Gelegenheit, mehr über sein Gegenüber herauszufinden und sich der Gruppe vorzustellen. Anschließend startete der inhaltliche Teil des Seminars mit dem Thema „Warum Europa?“ bzw. „Meilensteinen des europäischen Integrationsprozesses“. Die Gruppe konnte den Abend dann beim Grillen ausklingen lassen.

Donnerstag 17.08.2017
Was ist eigentlich die Europäische Union? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Gruppe im Laufe des Vormittags. Es rieselte Ideen und schnell zeigte sich, dass in der Gruppe genauso wenig Einigkeit darüber bestand wie in der einschlägigen Literatur. Ein Grund mehr also, sich mit der EU und ihren Institutionen zu befassen. Dazu war am Nachmittag Gelegenheit, als die Teilnehmer sich im Rahmen einer Simulation des Gesetzgebungsverfahrens im Rat der Europäischen Union und im Europäischen Parlament hitzige Debatten lieferten, um am Ende zu einem konstruktiven Kompromiss zu gelangen.

Freitag, 18.08.2017
Als erste Exkursion stand Straßburg auf dem Programm. Der frühen Abfahrt zu Trotz stellten die Teilnehmer den Referenten des Europarats spannende, teils kritische Fragen zu generellen sowie aktuellen Problemstellungen in Europa und darüber hinaus. Nach einer äußerst interessanten historisch-politischen Führung durch Straßburg mit seinem deutsch-französischen Hintergrund konnte die Gruppe den Nachmittag nutzen, um die Stadt in Eigeninitiative weiter zu erkunden.

Samstag, 19.08.2017
Menschenrechtsschutz ist für Europa ein besonders wichtiges Thema, was sich auch im Seminarprogramm widerspiegelte. Nach einem Vortrag über die verschiedenen Mechanismen und Ebenen, die dem Schutz der Menschenrechte in Europa dienen, konnten die Teilnehmer in einem „Moot Court“ verschiedene Fälle simulieren. In passionierten Plädoyers wurden starke Argumente von allen Seiten vorgetragen, was es den Richtern nicht leicht machte eine Entscheidung zu fällen und neuen Beratungsbedarf entfachte.

Sonntag, 20.08.2017
Die „Flüchtlingskrise“ ist noch immer in aller Munde. Doch wie wird ein Flüchtling eigentlich definiert, wie ein Asylsuchender und welchen Regeln unterliegen sie innerhalb Europas? Unter anderem mit diesen Themen befasste sich der theoretische Teil des Tages. In kleinen Arbeitsgruppen erarbeiteten die Teilnehmer dann, wie eine europäische Asylpolitik praktisch in der Zukunft aussehen könnte und was dies für die Mitgliedstaaten sowie Asylsuchende bedeuten würde. Dabei wurden neben einer Reform des Dublin-Systems eine Quotenlösung und die freie Wahl des Asyllandes durch die Flüchtlinge selbst unter die Lupe genommen.

Montag, 21.08.2017 und Dienstag 22.08.2017
Die Exkursion nach Brüssel war für viele Teilnehmer ein besonderes Highlight. In Brüssel angekommen, wurde die Gruppe im Europäischen Parlament empfangen. Nach einem sehr interessanten und humorvollen Vortrag des „letzten britischen Mitarbeiters“ war es Zeit, das schlagende Herz Europas auf eigene Faust zu erkunden. Am folgenden Tag besuchte die Gruppe die Europäische Kommission, wo Vorträge zu den Themen Klimawandel und Umweltschutz Gelegenheit boten, den Referenten spannende Fragen zu diesen Bereichen zu stellen.

Mittwoch, 23.08.2017
Ganz nach dem Motto „ein Kontinent in schweren Zeiten“ stand, zurück in der Europäischen Akademie Otzenhausen, der Brexit auf der Agenda. Am Morgen hörten die Teilnehmer einen Vortrag bezüglich der wichtigsten Fragen, die der Brexit aufwirft, sowie den Perspektiven für das Vereinigte Königreich und die Europäische Union. Am Nachmittag konnte dies im Rahmen einer Simulation der Brexit-Verhandlungen in die Praxis umgesetzt werden.

Donnerstag, 24.08.2017
Die EU ist im Laufe der Zeit gewachsen, doch in einer globalisierten Welt ist es wichtig, auch über die Grenzen der EU hinaus gute Kontakte zu seinen Nachbarn zu haben. So beschäftigte sich die Gruppe ausführlich mit der Frage, welche Erweiterungsperspektiven für die Nachbarländer der EU bestehen und welche Beziehungen die EU zu ihren Nachbarn in und um Europa pflegt.

Freitag, 25.08.2017
Die Gruppe wurde herzlich am Europa-Institut der Universität des Saarlandes empfangen. Mit Europa als Wirtschaftsmacht stand ein weiteres wichtiges Thema auf dem Programm. Insbesondere mit dem TTIP-Abkommen konnten sich die Teilnehmer in Kleingruppen auseinandersetzen, mit den Vorzügen des Freihandelsabkommens aber auch den Kritikpunkten.

Samstag, 26.08.2017
Die Präsidentschaft Emmanuel Macrons ist mit hohen Erwartungen gestartet, gerade hinsichtlich Frankreichs Europapolitik. Nach einem spannenden Vortrag, der einen guten Überblick über die Europa-strategie Macrons gab, führten die Teilnehmer eine angeregte Diskussion darüber, welche Chancen diese für Europa eröffnet und welche Hindernisse sich für das Fortschreiten der europäischen Integration stellen.
Zuvor ging es an diesem Tag um die nicht weniger aktuelle und wichtige, aber umso komplexere Materie der Wirtschafts- und Währungsunion. Wo liegen die wichtigste Herausforderungen für die Eurozone? Welche Reformen wurden bisher unternommen? Wo besteht noch Handlungsbedarf? Diese und weiteren Fragen beschäftigten die Gruppe in dieser Seminareinheit.

Sonntag, 27.08.2017
Zum Abschluss konnten die Teilnehmer in einer lebhaften Diskussion mit der früheren Europaabgeordneten Doris Pack die Fragestellungen, mit denen sie sich im Laufe der letzten elf Tage intensiv beschäftigt haben, einbringen und noch offene Themenfelder ansprechen.

Die abschließende Evaluation setze den Schlusspunkt unter eine rundum gelungene Veranstaltung, die auch im nächsten Jahr wieder stattfinden soll.

Auf zu neuen Ufern? – Deutschland und Europa im Richtungsjahr 2017, 21.07.-31.07.2017

Vom 21.07. – 31.07.2017 waren Studierende und Doktoranden aus Japan, China und Südkorea im Rahmen einer trinationalen Sommerschule zu Gast an der Europäischen Akademie Otzenhausen. Partner der Veranstaltung waren der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und dessen 3 Ostasienzentren: das Zentrum für Deutschland- und Europastudien (ZeDES) der Chung-Ang-Universität, Seoul (Südkorea), das Zentrum für Deutschlandstudien (ZDS) der Peking-Universität aus China und das Zentrum für Deutschland- und Europastudien (DESK), Universität Tokio (Japan). Nach 2 erfolgreichen chinesisch-koreanischen Sommerschulen 2015 und 2016 ist es den Veranstaltern in diesem Jahr zum ersten Mal gelungen, Studierende und Doktoranden aller 3 Ostasienzentren zu der einer Sommerschule in deutscher Sprache in Otzenhausen zu begrüßen.  Als weitere Kooperationspartner sind das Centre international de formation européenne (Cife) und die ASKO EUROPA-STIFTUNG zu nennen.

Unter dem Titel "Auf zu neuen Ufern? – Deutschland und Europa im Richtungsjahr 2017"
befassten sich die Teilnehmenden mit aktuellen Fragestellungen der deutschen und europäischen Politik:

•    Entwicklung der EU zwischen Erweiterung und Vertiefung und ihre Bedeutung für die ost- und südosteuropäischen Länder
•    Rechtspopulismus und die Krise der politischen Präsentation in Deutschland und Europa
•    Kann die EU Vorbildcharakter für regionale Integration in Ost- und Südostasien haben
•    Chancen und Herausforderungen für eine europäische Asylpolitik
•    Was bedeutet das britische Brexit-Votum für Großbritannien, Deutschland und die EU
•    Rolle und Bedeutung der deutschen Außenpolitik für die EU
•    Alle im selben Boot? Was bedeutet die amerikanische Außenpolitik unter Präsident Trump für Deutschland, Europa und Ostasien
•    Die Klimaschutzpolitik Deutschlands und der EU im internationalen Vergleich

Zu den einzelnen Seminareinheiten fanden Präsentationen ausgewiesener ExpertInnen statt, die die Teilnehmenden über wichtige Aspekte und Fragestellungen der Seminarthematik informiert und viel Raum für Diskussionen boten. Daran anschließend konnten sich die Studierenden in Gruppenarbeit in Vertiefungsworkshops mit ausgewählten Fragestellungen befassen und ihre Ergebnisse präsentierten. Darüber hinaus schlüpften sie in einer Simulation zu den BREXIT-Verhandlungen selbst in die Rolle der Akteure aus Großbritannien und der EU, um die Austrittsbedingungen und die künftigen Beziehungen Londons zur EU zu verhandeln.

Ein wichtiger Bestandteil der Sommerschule waren die themenbezogenen Exkursionen, die die Gruppe unter anderem zur Morbacher Energielandschaft geführt haben, wo sie das Thema erneuerbare Energien ganz praktisch vor Ort erleben konnte. Der Besuch des Europäischen Parlamentes in Straßburg hat den Teilnehmenden einen Einblick in Bedeutung und Arbeit dieser EU-Institution ermöglicht; gleiches gilt für den Besuch beim Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) in Luxemburg, bei dem sich die Gruppe über die aktuellen Entwicklungen in der Eurozone aus erster Hand informieren konnte. Ergänzt wurden die Exkursionen durch den Besuch der historischen Stadtzentren von Straßburg, Luxemburg und Trier. Ob Stadtführung oder in Eigenregie – die Teilnehmenden konnten die jeweiligen Städte kennen lernen und sich selbst ein Bild über das Leben in einer Grenzregion machen. Zum Abschluss dieses intensiven Programms fand eine geführte Wanderung zum Keltischen Ringwall und zum Keltendorf in Otzenhausen statt.

Die Veranstaltung war auch eine gute Gelegenheit für die Vernetzung der 3 Ostasienzentren. Neben der Begegnung auf Ebene der Studierenden/Doktoranden konnten sich auch die Vertreter der Zentren als Gruppenbegleiter bzw. als Gäste der Akademie ein Bild von der Veranstaltung machen und gemeinsame Projekte vor Ort besprechen.

Das Seminar war für die Veranstalter ein großer Erfolg. Die Studierenden haben motiviert gearbeitet und qualitativ anspruchsvolle Präsentationen in deutscher Sprache erstellt. Neben den Seminarinhalten war die Veranstaltung auch eine gute Gelegenheit zum Austausch und zur weiteren Vertiefung der guten bis sehr guten Deutschkenntnisse der Teilnehmenden.

Aufgrund der positiven Rückmeldungen von Teilnehmenden und Veranstaltern soll die Sommerschule in dieser Zusammensetzung auch in Zukunft durchgeführt werden. Die Europäische Akademie Otzenhausen freut sich schon auf die weitere Zusammenarbeit mit allen Partnern.

In Vielfalt geeint! Wunsch oder Wirklichkeit in Europa?, 25.06.2017 - 01.07.2017

„In Vielfalt geeint! Wunsch oder Wirklichkeit in Europa?“ Zu diesem Thema diskutierten junge Erwachsene aus Deutschland, Polen, Griechenland und Kroatien vom 25.06. -01.07.2017 an der Europäischen Akademie Otzenhausen.

Die Teilnehmenden befassten sich mit den Themen Kultur und Identität, Werte und Wertekonflikte. Während verschiedener Rollenspiele, Workshops und kreativer Einheiten erarbeitete sich die multinationale Gruppe einen tiefergehenden Einblick in diese Themen und diskutierte vor diesem Hintergrund, in wie weit es in Europa gemeinsame Werte und eine gemeinsame Identität gibt. Dabei durfte auch ein Einblick in die Praxis nicht fehlen: Daher besuchte die Gruppe Straßburg mit dem Europarat und Luxemburg mit dem Schengen Museum.

Das erlangte Wissen und die erarbeiteten Handlungsoptionen wurden von den Teilnehmenden schließlich kreativ in Bildern, einer Debatte und Videos verarbeitet.

Save our planet: Everybody can be a superhero

Civic Academy: "Making Europe Work", 11. - 18.06.2017

Das Seminar, das vom 11.-18.06.2017 stattfand, ist Teil des Projekts "Making Europe Work". Die Europäische Akademie organisierte diese Begegnung mit Hilfe der Jungen Europäischen Föderalisten für Multiplikatoren aus Deutschland, Frankreich und dem westlichen Balkan. Während des Seminars hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sowohl aktuelle politische und gesellschaftliche Themen zu diskutieren und ihre Fähigkeiten im interkulturellen Arbeits- und Projektmanagement auszubauen, als auch transnationale Projekte zu entwickeln. Daneben nahm die Gruppe Arbeitsgespräche mit Experten in Luxemburg, Trier und Saarbrücken wahr.

Das Langzeitprojekt "Making Europe Work" bringt junge motivierte Europäer aus dem Balkan, Frankreich und Deutschland zusammen und fokussiert darauf, die Zivilgesellschaft zu stärken. Mit welchen Herausforderungen sehen sich Politik und Gesellschaft momentan konfrontiert? Was sind die Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen für EU-Mitglieder und Staaten, die nicht in der EU sind? Was ist die Rolle junger Generationen und welche Möglichkeiten gibt es für sie, sich zu engagieren? Der deutsch-französische Motor und der westliche Balkan, eine europäische Region mit Krisen aber auch mit vielen Möglichkeiten, sind in diesem Kontext von zentraler Rolle.

19. Deutsch-Französischer Dialog, 07. - 09.06.2017

„Die europäische Zivilgesellschaft lebt – deutsch-französische Beziehungen tief verwurzelt“

Im Auftrag der ASKO EUROPA Stiftung hat das Deutsch-Französische Institut eine empirische Untersuchung der gelebten Realität deutsch-französischer Beziehungen an der gesellschaftlichen Basis durchgeführt. Die Ergebnisse wurden auf dem Deutsch-Französischen Dialog (7.-9. Juni 2017, Europäische Akademie Otzenhausen) vorgestellt und mit Politikern sowie Vertretern der Zivilgesellschaft diskutiert. Gegenstand der Untersuchung sind die deutsch-französischen Gesellschaften in ganz Deutschland und deren französische Partner, die Associations franco-allemandes.

Der Deutsch-Französische Dialog war, wie auch in den vergangenen Jahren, in zwei Sequenzen unterteilt. Zunächst trafen sich 30 aktive Teilnehmer zu gemeinsamer Gruppenarbeit, um die Erkenntnisse der Studie zu diskutieren, mit ihren eigenen Erfahrungen zu vergleichen und durch qualitative Überlegungen zur Basisarbeit im Geiste einer europäischen Zivilgesellschaft zu ergänzen. Im zweiten öffentlichen Teil wurden dann am Freitag, 9. Juni, die Ergebnisse der Arbeitsgruppen präsentiert und in der Podiumsdiskussion in einen größeren Zusammenhang gestellt. 

Die wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung:

  • Die zivilgesellschaftlichen Strukturen sind stabil und werden von einer großen Mehrheit als lebendig empfunden.
  • Die DFGs und AFAs erreichen mit ihren Angeboten ein breit gestreutes Publikum.
  • Die größten Herausforderungen:
  • Der Generationswechsel ist schwierig, weil die jungen Generationen sich selten dauerhaft in Vereinsstrukturen binden wollen, sondern sich eher in einer „Projektlogik“ engagieren.

Die Empfehlungen:

  • Die deutschen DFGs sollten sich nach Möglichkeit eng mit den Städtepartnerschaften ihrer jeweiligen Gemeinde koordinieren, denn hier liegt ein beachtliches Synergiepotential.
  • Die Politik muss noch stärker eine Kultur der Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements entwickeln.
  • Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit würde erleichtert, wenn in den Grenzgebieten eine Experimentierklausel bestünde, die z.B. die Gründung von gemeinsamen Vereinen gestatten würde.

Unter dem Titel „Europa der Bürger – Realität oder Illusion?“ fand die Podiumsdiskussion am 9. Juni statt. Es diskutierten: Frédéric Pfliegersdoerffer (Région Grand Est), Günter Gloser (Staatsminister für Europa a.D.), Carole Ulmer (Confrontations Europe) und Lisa Möller (Deutsch-Französischer Jugendausschuss), es moderierte Frank Baasner (dfi). Es bestand grundsätzlich Einigkeit darüber, dass der Dialog zwischen den Mandatsträgern auf nationaler wie europäischer Ebene und den Vertretern der Gesellschaft (genauer: der organisierten Zivilgesellschaft) verbessert werden muss, und zwar in beide Richtungen. Gegenseitige Schuldzuweisungen sind wenig sinnvoll. Auch die Institutionen der Europäischen Union müssen weiter an ihrer Kommunikation arbeiten, wenn sie die Potentiale der Bürger in Europa wirklich heben wollen – die Förderangebote sind oft zu wenig bekannt, wirken abschreckend und gerade für die weniger gebildeten Schichten prohibitiv. Ein weiteres Problem, das sowohl die Mandatsträger als auch die Vertreter der Gesellschaft sehen, ist die Fixierung der medialen Öffentlichkeit auf negative Schlagzeilen. Wenn es gelingen würde, die Errungenschaften der europäischen Zusammenarbeit ins Bewusstsein der Bürger zu bringen, wäre es wesentlich leichter, für Europa zu werben.

Tag der offenen Tür in der EAO, 05.06.2017

Europäisch-amerikanische Frühjahrsakademie 2017 / Teil II: Begegnungsseminar, 17.05.2017 - 25.05.2017

Am 17.05. startete am Nachmittag das europäische-amerikanische Begegnungsseminar. Die Teilnehmergruppe setzte sich aus jungen Leuten aus den USA, Deutschland und Spanien zusammen.
Um die Gruppen miteinander in Kontakt zu bringen und Berührungsängste zu überwinden, standen zum Auftakt Kennenlernspiele und einer Einführung in die interkulturelle Kommunikation im Fokus.

Am 18.05.2017 fand die erste Exkursion mit dem Ziel Straßburg statt. Die Seminarteilnehmer besuchten das  Europäische Parlament, wo sie mehr über die Arbeit der Institution erfuhren und ihnen der Europaabgeordnete Jo Leinen für Fragen zur Verfügung stand. Am nächsten Tag folgten Exkursionen in gleich zwei Städte: in Luxemburg besuchte die Gruppe den Europäischen Gerichtshof, wo sie zunächst eine Einführung in dessen Aufgaben und weiteres bekam und danach durch dessen Räumlichkeiten geführt wurde. Anschliessend fuhr unsere Gruppe nach Trier – die älteste Stadt Deutschlands.

Am Vormittag des 20.05.2017 stand das Thema Brexit auf dem Programm. Zunächst gab Sebastian Zeitzmann den Teilnehmern eine ausführliche Einführung in das Thema; anschließend mussten die Teilnehmer in gemischten Gruppen gehen und jeweils einen Verhandlungsthema zum Brexit behandeln.
Nachmittags folgte ein Vortrag zum Thema Populismus. Prof. Siegmar Schmidt und Julia Renner von der Universität Landau gaben eine Einführung ins Thema, wobei beispielsweise der Unterschied zwischen Nationalismus und Populismus, die Gründe für Populismus und aktuelle Tendenzen angesprochen worden.
Am 21.05.2017 war Tilmann Lahann ganztägig als Referent zum Thema Asylpolitik und Migration in der Akademie zu Gast. Mithilfe seiner Mischung aus  theoretischer, aber zugleich interaktiver Einführung und Workshop wurden viele wichtige Punkte zu diesem Thema behandelt.
Abends begaben sich die Teilnehmer auf eine Nachtwanderung zum keltischen Ringwall und somit auf eine Reise in die Zeit von vor über 2000 Jahren. Während der Führung versorgte Kerstin Adam die Gruppe mit vielen Informationen zu den Kelten, unter anderem zu ihrer Geschichte und ihren Traditionen.

Am letzten Seminartag in Otzenhausen standen gleich mehrere Vorträge auf dem Programm. Am Vormittag befasste sich Gordon Friedrichs von der Universität Heidelberg in seinem Vortrag mit den innenpolitischen Entwicklungen in den USA und Europa und deren Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen. Am Nachmittag fand der zweite Teil der Simulation zum Brexit-Votum statt. Zum Abschluss fand  eine Diskussion mit der ehemaligen Europaabgeordneten Doris Pack statt, wobei die Teilnehmer nach einer kurzen Einführung seitens der Referentin ausgiebig Fragen stellen konnten.

Am Dienstag kamen die Teilnehmer nach einer fast fünfstündigen Busfahrt in Brüssel an. Der erste Programmpunkt dieser zweitägigen Exkursion führte die Teilnehmer in den Rat der Europäischen Union, wo sie zunächst eine kleine Einführung in die wichtigsten europäischen Institutionen und deren Zuständigkeiten bekamen.
Am letzten Seminartag besuchte die Gruppe zunächst die Europäische Kommission. Zu Mittag aßen die Teilnehmer in der Kantine der Europäischen Kommission und liefen danach zum Ausschuss der Regionen, wo der letzte Programmpunkt des Seminars stattfand. Anschließend hatten die Teilnehmer wieder Freizeit und nutzten diese beispielsweise für einen Besuch des Atomiums. Den letzten Abend ließen die meisten Teilnehmer gemeinsam ausklingen, bevor sich die Gruppe der Kennesaw State University morgens um 3:45 Uhr des 25.05.2017 auf den Weg zum Düsseldorfer Flughafen machte und mit Zwischenstopp in Paris nach Atlanta zurückflog. Die Mehrzahl der übrigen Teilnehmer fuhr mit dem Bus nach Otzenhausen zurück, von wo aus die letzten Teilnehmer um 13 Uhr abreisten.

Europäisch-amerikanische Frühjahrsakademie 2017 / Teil 1: Community Engagement, 15.05.2017 - 17.05.2017

Am 15.05.2017 kamen die 16 amerikanischen Studenten mit ihren beiden Betreuern nach einem 9-stündigen Flug morgens um 8:50 Uhr in Frankfurt am Main Flughafen an. Nach einer weiteren zweistündigen Fahrt zur Europäischen Akademie Otzenhausen, dem Mittagessen und einer kurzen Verschnaufpause fanden sich alle mit dem Team der EAO im Seminarraum „Forum“ ein, wo die Teilnehmer eine Einführung ins Programm und genauer in die „Service learning“-Projekte der beiden folgenden Tage bekamen. Anschließend wurde die Gruppe durch die Räumlichkeiten der Akademie geführt und ihr dabei deren Geschichte nähergebracht. Am Abend fand ein gemeinsames Grillen mit der ebenfalls in der Akademie untergebrachten Gruppe von Professoren der Kennesaw State University statt.

Am ersten Projekttag fanden zwei Projekte statt, weshalb die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Die erste Gruppe blieb in Otzenhausen und nahm von 09:00 bis 16:00 Uhr Verschönerungsmaßnahmen im nahegelegenen Keltendorf vor. Dabei handelte es sich um handwerkliche Arbeit und es wurden vor allem Steine an den aufgebauten Kelten-Hütten versetzt. Anhand eines Spieles, durchgeführt durch den Waldpädagogen Robin Ramminger, wurde der Gruppe auch klar gemacht, wie schwierig es aufgrund von Tarnfarben für Vögel ist, ihr Futter in der Natur zu finden. Abschließend fand ein Barbecue statt, das auf traditionelle keltische Art und Weise gekocht wurde.

Die zweite Gruppe fuhr morgens mit dem Zug nach Neunkirchen und traf sich am evangelischen Gemeindezentrum mit den  Verantwortlichen der Caritas. Daraufhin teilte sich die Gruppe auf, wobei ein Teil Vertretern des Gemeindezentrums dabei half, gute Lebensmittel, die aber trotzdem nicht mehr von der Tafel an Bedürftige verteilt werden dürfen, auszusortieren. Der andere Teil baute bereits ihren Stand in der Fußgängerzone auf. Mit den guten Lebensmitteln kochten die Teilnehmer im evangelischen Gemeindezentrum eine Gemüsebolognese, die sie daraufhin in der Fußgängerzone verteilten. Unter dem Motto „Jeder gibt, was er kann“ hatte jedermann die Möglichkeit, die Bolognese zu probieren.

Am 17.5. war das Café Miteinander in St. Wendel Ort einer besonderen Begegnung. Die US-Gruppe traf sich dort zu einem gemeinsamen Frühstück mit Flüchtlingen und Bürgern aus St. Wendel. Organisiert wurde das Projekt vom Caritas Verband Schaumberg-Blies, dem Dekanat St. Wendel und der Europäischen Akademie Otzenhausen.

Nicht nur bei den Teilnehmern sondern auch bei den Speisen war das Frühstück sehr international: Die Syrer bereiteten in der Küche des Cafés Spezialitäten aus ihrem Land zu, darunter Falafel, Hummus und Fate. Die Amerikaner hatten Typisches aus Amerika, wie zum Beispiel Kelloggs und Käse-Cracker mitgebracht, und bereiteten zudem vor Ort unter anderem Muffins sowie Pancakes zu. Der typisch deutsche Teil des Frühstücks bestand aus Brötchen, Kuchen, Käse, Marmelade und Wurst.

Während des gemeinsamen Frühstücks hatten die Studierenden und Flüchtlinge die Gelegenheit, sich über unterschiedlichste Themen zu unterhalten und mehr über die verschiedenen Kulturen und die Geschichten der einzelnen Leute zu erfahren. Um der jeweilig anderen Gruppe ihre Heimat vorzustellen, zeigten die Geflüchteten anschließend Videos über Städte in Syrien und die Amerikaner machten kurze Präsentationen über ihren Heimatstaat Georgia. Auch stellten Ghedem Tesfaghergish vom Café Miteinander und Arnold Orth vom Dekanat St. Wendel die Arbeit des Begegnungscafés vor. Dabei spielten Sprachbarrieren keine Rolle: Die Vorträge wurden von Teilnehmern und Veranstaltern  ins Deutsche, Englische und Arabische übersetzt.

Für alle Beteiligten war das gemeinsame Frühstück ein voller Erfolg und eine besonderes Erlebnis. Für viele Amerikaner war es das erste Mal war, dass sie mit Flüchtlingen in Kontakt kamen und sich zudem noch mit diesen austauschen konnten. Auch die Geflüchteten waren zuvor größtenteils noch nicht mit Amerikanern in Berührung gekommen. Damit konnte das Café Miteinander seiner Rolle als Treffpunkt für Menschen aus unterschiedlichen Kulturen voll gerecht werden.

Rhetorik-Workshop "No Limits! Flucht und ihre Ursachen und Folgen", 26. - 28.04.2017

Erfolgreich nahmen Schüler der elften Klasse der Fachoberschule Konz an einem Rhetorik-Workshop zum Thema „No Limits! Flucht und ihre Ursachen und Folgen“ teil.

Pressemitteilung "Rhetorik-Workshop für Fachoberschüler aus Konz"

Feier "Das neue Gesicht der Akademie", 28.04.2017

Am 28. April 2017 feierte die Europäische Akademie Otzenhausen mit über 130 Gästen und Partnern "ihr neues Gesicht" - den erfolgreichen Abschluss der drei Jahre andauernden Baumaßnahmen.

Als Festredner waren die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, der Europabgeordnete Jo Leinen sowie der luxemburgische Ehrenstaatsminister Jaques Santer eingeladen.

Die Europäische Akademie Otzenhausen hat sich in den letzten 10 Jahren zu einer internationalen Begegnungsstätte entwickelt und mit hohen eigenen Investitionen sehr gute Voraussetzungen geschaffen, um die Anforderungen der nächsten Jahrzehnte zu erfüllen. Sie ist zu einer „Saarländischen Botschaft“ für Gäste aus aller Welt geworden, die zunehmend Interesse an Europa haben.

Diesem Anspruch wird die Akademie auch durch ihre in den letzten 3 Jahren vollzogenen Baumaßnahmen gerecht. Neben der Umgestaltung von bestehenden Häusern wurden auch zwei komplett neue Gebäudekomplexe errichtet. Das im Jahr 1954 eröffnete erste Haus wurde umfangreich saniert und genügt nun auch zeitgemäßen energetischen Ansprüchen. Seminar- und Büroräume stehen dort zur Verfügung. Die ehemalige Rezeption im Europaeum wurde zum Tagungsbüro und ist an zentraler Stelle durch größere und moderne Empfangsräume neu errichtet worden. Ein neues, energieeffizientes Haus mit Wärmedämmung, LED-Beleuchtung, Wärmepumpe und Solarenergie wurde gebaut und mit neuem Freizeitbereich und Fitnessraum ausgestattet. Schließlich wurde noch ein weiterer, repräsentativer Gebäudekomplex ergänzt, der das neue Gesicht der Akademie wesentlich prägt. Die Geschichte der Europäischen Akademie wird darin auf anschauliche Weise dargestellt und gibt Zeugnis über Jahrzehnte erfolgreicher Bildungsarbeit. Im Untergeschoss steht ein weiterer sehr hell und offen gestalteter Seminarraum für unsere Gäste zur Verfügung. Die Außenanlagen wurden, bedingt durch die Baumaßnahmen, großflächig neu- und umgestaltet.

Die Europäische Akademie Otzenhausen wird auch weiterhin ihre Philosophie „Europa entsteht durch Begegnung“ leben und sich als internationale Tagungsstätte und Bildungsinstitution stets am Puls der Zeit bewegen und weiterentwickeln.

Europe at the Crossroads: The EU in the Decisive Year 2017, 02.4. – 08.4.2017

Zwischen dem 2. und 8. April 2017 war das Korean National Strategy Institute (KNSI) aus Südkorea im Rahmen des Seminars „Europe at the Crossroads: The EU in the Decisive Year 2017“ zu Gast in Otzenhausen. Es war die zweite gemeinsame Veranstaltung der Akademie mit dem KNSI. Weiterer Partner des Seminars war das Centre international de formation européenne (cife).

Die Teilnehmergruppe war sehr heterogen zusammengesetzt (unter anderem Studierende, Professoren, ein Journalist). Was sie einte, war das Interesse an Europa und seiner Integrationserfahrung – auch im Vergleich mit der Situation in Ostasien.

Die Themen des Seminares deckten ein breites Spektrum aktueller Fragen ab: Sie reichten vom europäischen Integrationsprozess allgemein und den EU-Institutionen, über Binnenmarkt und europäische Asylpolitik bis hin zu Euroskeptizismus und der Rolle der Zivilgesellschaft für den Integrationsprozess.

Während der Exkursionen zum Europaparlament nach Straßburg und dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg gewannen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen fundierten Einblick in die Arbeitsweise dieser EU-Institutionen. Dabei konnte die Gruppe im Europäischen Parlament die Antrittsrede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hören. In Schengen auf der Moselbrücke erfuhr die Gruppe anschaulich, was Europa ohne Grenzen heißt. Neben den themenbezogenen Exkursionen erkundeten die Gäste aus Korea auch die direkte Umgebung der EAO, beispielsweise im Rahmen einer geführten Wanderung zum keltischen Ringwall oder beim Besuch der historischen Altstadt von Trier.

Sowohl bei den Vorträgen an der Akademie als auch während der Exkursionen hatten unsere Gäste Gelegenheit mit zahlreichen ReferentInnen mit unterschiedlichem Hintergrund ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren – eine Möglichkeit, von der sie angeregt Gebrauch gemacht haben. Motivation und Interesse der Teilnehmenden mit ihrem externen Blick auf Europa sorgten mit dafür, dass ein reger Austausch unterschiedlicher Perspektiven stattfand. Gerne würden die Veranstalter die Zusammenarbeit mit dem Partner aus Korea auch in Zukunft fortsetzen.

Deutsch-russisches Begegnungsseminar, St. Petersburg, 21.03. - 28.03.2017

Bereits im fünften Jahr führten wir im März 2017 das jährlich stattfindende Begegnungsseminar in St. Petersburg statt. Dieses stellt das Rückseminar zum in Juli 2016 in Otzenhausen stattgefundenen Seminar dar. Die meisten TeilnehmerInnen des Juli-Seminares aus den Universitäten Bielefeld, Landau und Würzburg waren auch im März wieder dabei. Von den Deutschen mussten aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen leider einige absagen, für sie wurden zwei TeilnehmerInnen aus Landau nachnominiert. Auch von den Petersburger StudentInnen waren die meisten wieder beim Seminar dabei - wegen der parallel stattfindenden Vorlesungen in Petersburg allerdings nicht in jedem Fall durchgängig. Zudem fanden sich auch einige neue Gesichter aus dem Kreis der russischen StudentInnen im Seminar ein.

Das Seminar in Russland unterscheidet sich erheblich von demjenigen in Otzenhausen. Beim letzteren sind alle TeilnehmerInnen fern von zuhaus und rund um die Uhr im Seminar mit den anderen TeilnehmerInnen befasst: So arbeiten sie gemeinsam im Seminar, verbringen die Freizeit zusammen und teilen sich auch in deutsch-russischer Konstellation ein Zimmer. In Petersburg besuchen wir jedoch die (in einigen Fällen temporäre) Heimatstadt der jungen RussInnen. Somit sind nur die deutschen TeilnehmerInnen im Hotel untergebracht, und nicht alle Mahlzeiten werden zusammen eingenommen. Aus diesen Gründen wird umso mehr Wert darauf gelegt, dass die deutschen TeilnehmerInnen vor allem in der Freizeit - und somit auch außerhalb der russischen Vorlesungszeiten - viel Zeit und Gelegenheit haben, mit ihren russischen GastgeberInnen St. Petersburg und somit Russland „live“ erleben und kennenlernen zu können.

Um dieses Kennenlernen und Erleben in Bahnen des Lernens zu lenken, wurde das Seminar von einem übergeordneten Workshopelement bestimmt: Das gesamte Seminar hindurch sollten die deutschen TeilnehmerInnen gemeinsam mit den PetersburgerInnen die Stadt unter bestimmten Gesichtspunkten entdecken und erleben, um am letzten Seminartag ihre Erfahrungen und Erkenntnisse im Rahmen einer Präsentation vorzustellen. Somit erfolgte am ersten vollen Seminartag eine Einteilung der Gruppen und Zuteilung der Themen: Sowjetnostalgie - Erscheinungsformen, Besonderheiten, Erklärungen; Migration nach St. Petersburg - woher und aus welchen Gründen?; Dunkle Seiten der Geschichte - wie geht Russland mit seiner Vergangenheit um?; Musik in Russland - was ist populär und wieso?; Typisch russisch - was bedeutet das eigentlich? sowie Russische Lebensmittel - was gibt es, und was sind die Besonderheiten?

Im Rahmen des Seminars standen zahlreiche Vorträge russischer, ukrainischer und deutscher Wissenschaftler und Praktiker auf dem Programm, welche unter anderem aktuelle Entwicklungen der russischen Innen- und Außenpolitik, auch gegenüber Deutschland und der EU, die russische Wirtschaft und entsprechende internationale Integrationsbestrebungen in der Eurasischen Union, die Entwicklung der russischen sozialen Struktur und gegenwärtige soziale Probleme in Russland, aber auch die Rolle von NGOs und zivilgesellschaftlicher Initiativen im heutigen Russland beleuchteten.

Wenn die Teilnehmer im Rahmen der Auswertung das Seminar mit Aussagen wie „Bisher wusste ich von Russland. Durch dieses Seminar lerne und beginne ich, es kennenzulernen und es zu verstehen.“ kommentieren, zeigt dies die Relevanz derartiger Seminare. Wir werden im Rahmen unserer Arbeit an der Europäischen Akademie weiterhin intensiv daran arbeiten, ein gegenseitiges Kennenlernen, Verstehen und Vertrauen von unten nach oben aktiv zu fördern und zu unterstützen. Das nächste deutsch-russische Begegnungsseminar wird im Juli 2017 in Otzenhausen stattfinden!

European Spring Academy 2017: The EU and its Relations to the US, 10.03. - 20.03.2017

Seit mehreren Jahren liegt einer der geografischen Tätigkeitsschwerpunkte der Internationalen Studienprogramme an der Europäischen Akademie Otzenhausen in Nordamerika. Vor allem, aber nicht erst seit dem Jahr 2015 sind regelmäßig US-amerikanische Studentinnen und Studenten verschiedenen Universitäten aus mehreren Bundesstaaten in Otzenhausen zu Gast.

Im März 2017 konnten nun erstmals die Universitäten aus East Stroudsburg und West Chester, beide aus Pennsylvania, im Nordsaarland begrüßt werden. Der Kontakt, vor allem zu East Stroudsburg, bestand jedoch bereits länger: Leif Johan Eliasson, der betreuende Professor dieser Universität, war Anfang 2008 bereits anlässlich von EuroSim sowie 2016 für einen Vortrag im Rahmen eines Internationalen Studienprogrammes an der Akademie. Nun kehrte er, gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Loedel aus West Chester und insgesamt 21 Studentinnen und Studenten, zurück. Thema des Seminars war die Europäische Union und ihre Beziehungen zu den USA. Die meisten der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, überwiegend unter 25 Jahre alt, befanden sich zum ersten Mal in Europa, um diesen Kontinent kennenzulernen, für einige war es gar der erste Aufenthalt außerhalb der USA.

Die durch Workshops abgerundeten Vorträge in Otzenhausen behandelten die Geschichte und Motive der Europäischen Integration, die Wirtschaftsintegration in der EU bis hin zur Währungsunion und der noch immer nicht ausgestandenen Wirtschafts- und Finanzkrise, Aufbau, Institutionen und Funktionsweisen der EU, gegenwärtige Herausforderungen vor dem Hintergrund der Polykrise, zunehmenden Populismus in zahlreichen EU-Staaten und dem drohenden Brexit, die EU-Außenpolitik und Probleme im Hinblick auf ihre Verwirklichung, die aktuellen EU-US-Beziehungen inklusive der nunmehr, eventuell auch nur vorübergehend, eingestellten TTIP-Verhandlungen, die Sicherheitspolitik der Union sowie die EU-Klimapolitik im Rahmen einer übergeordneten globalen Klimapolitik. In einer Simulation konnten die Amerikanerinnen und Amerikaner selbst in die Rolle zweier der wichtigsten EU-Institutionen, Ministerrat und Parlament, schlüpfen, um das Gesetzgebungsverfahren in der Europäischen Union zu simulieren und den komplizierten Prozess mit seinen besonderen Mehrheiten vor allem im Rat anhand eigener Erfahrungen tatsächlich nachvollziehen zu können.

Im Rahmen mehrerer Exkursionen hatten die Studentinnen und Studenten darüber hinaus die Gelegenheit, die genannten EU-Organe sowie weitere EU- und internationale Institutionen zu besuchen. In Brüssel besuchte die Gruppe den Ministerrat sowie die Europäische Kommission, in Strasbourg das Europaparlament. Zudem standen mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus in Luxemburg sowie der NATO in Mons zwei weitere internationale Organisationen und mit der Bundesbank in Saarbrücken eine eng an die Europäische Union angebundene Institution der Bundesrepublik auf der Agenda.
Auch durch die Exkursionen konnten unsere Gäste mit zahlreichen ganz verschiedenen Dozentinnen und Dozenten mit sehr unterschiedlichen Hintergründen in Kontakt kommen: So sprachen zu ihnen sowohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch Praktikerinnen und Praktiker, ein gegenwärtiger Abgeordneter sowie eine frühere langjährige Abgeordnete aus dem Europäischen Parlament, Deutsche, Briten, Griechen, Kroaten, Polen, Franzosen, Spanier, Slowaken, Tschechen, Niederländer und Amerikaner selbst.

Zudem bekamen die jungen Amerikanerinnen und Amerikaner Gelegenheit, im Rahmen einer Stadtführung in Strasbourg, der Nachtwanderung zum keltischen Ringwall Otzenhausen, eines Kegelabends an der Akademie, eines traditionellen Flammkuchen-Abendessens in Strasbourg und einer Weinprobe mit Vortrag über die Geschichte der Region und des Weinbaus an der Mosel Gelegenheit, ihre Besuchsorte und deren Charakteristika besser kennenzulernen. Auch wurden v.a. in Strasbourg, Brüssel und Luxembourg ausreichend Freizeit gewährt, um die Exkursionsziele selbst erkunden zu können.
Durch den gleichzeitigen Aufenthalt anderer Jugendgruppen an der Akademie hatten die amerikanischen Gäste zudem Gelegenheit, andere junge Leute v.a. aus Deutschland, Italien und Frankreich kennenlernen zu können. Gerade in Zeiten zunehmenden Populismus und drohender Entfremdung, die in den USA einen Präsidenten Trump und im Vereinigten Königreich einen Austrittsprozess aus der EU ermöglicht haben, ist solch ein Austausch von überragender Relevanz, wie auch derartige Seminare als solche.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von ihrem Aufenthalt sehr begeistert. Das überzeugendste und schönste Feedback gab ein Amerikaner, als er sagte „I was very Eurosceptic before coming to Otzenhausen and doubted the necessity of a thing such as the EU. Now that I am returning, I can wholeheartedly say that I understand why the EU exists and is so important and have become a totally pro-European”. In diesem Sinne freuen sich EAO und die beteiligten Universitäten auf eine Wiederholung des Seminars im Frühjahr 2018.

Nachhaltigkeit: Wie wollen wir leben?, 25.02. - 04.03.2017

Vom 25. Februar bis zum 04. März 2017 haben knapp 60 junge Erwachsene aus Deutschland, Finnland, Italien und Rumänien zum Thema nachhaltiger Konsum gearbeitet, Informationen gesammelt und Lösungswege diskutiert.

Die Teilnehmenden haben u.a. ihren eigenen Konsum kritisch reflektiert und Informationen zu den Produktionsbedingungen und -stationen verschiedener Produkte wie Kakao, T-Shirts und Handys recherchiert. Während eines Workshops mit Jean-Philippe Baum vom Netzwerk Entwicklungspolitik Saarland e.V. (NES) erarbeiteten die Teilnehmenden beispielsweise Akteure, die Einfluss auf den Produktionsprozess nehmen können. Auf Grundlage dieses angeeigneten Wissens diskutierte die Teilnehmenden in Straßburg mit Vertretern des Europäischen Parlaments und des Europarats das Thema Nachhaltigkeit.

Die Gruppe wurde zudem praktisch tätig. Während eines Upcylcling-Worshkops bedruckten die Teilnehmenden Jutebeutel mit Motiven aus alten Plastiktaschen.

Deutsch-Kanadische Winterakademie in Montréal, 21.02. - 01.03.2017

Vom 21.02.2017 bis 01.03.2017 reisten 17 deutsche Jungerwachsene im Rahmen der „Deutsch-Kanadischen Winterakademie“, die von der Europäischen Akademie Otzenhausen veranstaltet wurde, nach Montréal. Hierbei handelte es sich um die dritte Winterakademie dieser Art, die seit 2015 durchgeführt wird. Auch in diesem Jahr war das „Centre canadien d‘études allemandes et européennes“ Partner der Veranstaltung.
Während des Aufenthalts konnten die Teilnehmenden durch interessante Vorträge und Gespräche mit Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und (Sprach-)Politik einen Einblick in das Land Kanada und die frankophone Provinz Québec gewinnen, was heutzutage aufgrund der starken kanadisch-europäischen Beziehungen von hoher Bedeutung ist und zu einem besseren gegenseitigen Verstehen beiträgt.

So besuchten die Teilnehmenden mehrere Institutionen und Einrichtungen wie das Goethe-Institut und das Generalkonsulat, wo beispielsweise ausgiebig über das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA diskutiert wurde. Die Bedeutung der französischen Sprache in Québec – auch für die Identität der dort lebenden Menschen – wurde den Teilnehmenden bei einem Besuch des Office québécois de la langue française vermittelt. Im Fokus der Winterakademie standen zudem die Geschichte Kanadas, Einwanderung und Multikulturalität sowie der Umgang mit Minderheiten. Neben bereichernden Vorträgen über die Ureinwohner Kanadas, deren Geschichte, Kulturen und Probleme, besuchten die Jungerwachsenen ein Obdachlosenzentrum, das ausschließlich von Ureinwohnern aufgesucht werden kann, und hatten dort die Möglichkeit, mit einem Betroffenen zu sprechen.

Auf mehreren geführten Spaziergängen – ob bei Tag oder Nacht – durch die multikulturelle Millionenstadt Montréal bekamen die Teilnehmenden zudem einen Einblick in das Leben und die Kultur der Nordamerikaner.
Ein weiterer wichtiger und beliebter Bestandteil der Winterakademie waren die Exkursionen in die Städte Québec und Ottawa. Während diesen konnte die Gruppe unter anderem das Parlament und das „Musée des beaux-arts du Canada“ in Ottawa besuchen, in Québec wiederum an der Universität Laval an einem Vortrag über den kanadischen Föderalismus teilnehmen und das „Alte Québec“ sowie für die Geschichte Kanadas wichtige Orte, wie zum Beispiel das „Champs de bataille des Plaines d’Abraham“, erkunden.

Auch der interkulturelle Austausch zwischen deutschen und kanadischen jungen Erwachsenen spielte während des Aufenthalts eine wichtige Rolle. So hatten die Teilnehmenden im Rahmen mehrerer Begegnungen die Chance, ausgiebig über die jeweiligen Kulturen, aktuelle Themen wie politische Entwicklungen und wirtschaftliche Herausforderungen und vieles mehr zu diskutieren. Auf diese Art und Weise konnten gegenseitige Vorurteile abgebaut und interkulturelle Kompetenzen gestärkt werden. Dieses Kennenlernen war auch insofern von großer Bedeutung, als dass eine Gruppe Kanadier im Mai dieses Jahres den Gegenbesuch antreten wird.

Vom 05.05.2017 bis 11.05.2017 wird der zweite Teil der deutsch-kanadischen Begegnungsreihe – die „Deutsch-Kanadische Frühlingsakademie“ – mit überwiegend den gleichen Teilnehmenden in Otzenhausen stattfinden.

Deutsch-Polnisch-Ukrainische Jugendbegegnung, 10. - 18.02.2017

Insgesamt 52 junge Erwachsene kamen vom 10.-18. Februar 2017 in der Europäischen Akademie Otzenhausen zusammen, um über die Themen Flucht und Migration zu diskutieren. Der Fokus lag allerdings nicht darin über Geflüchtete und Migranten zu reden, sondern mit ihnen und sich somit eine eigene Meinung zur Thematik zu binden.

Mit der Durchführung des Mini-LARPs „Glück in Lampedusa“ wurde den TN ein spielerischer und emotionaler Einstieg in das Thema Flucht ermöglicht. Daran schloss eine Phase der Wissensaneignung und Problemidentifikation an. Die Teilnehmenden informierten sich gegenseitig über die Situation in ihren Heimatländern und reflektierten in diesem Zusammenhang die Berichterstattung in den jeweiligen Ländern zu diesem Thema. Ziel war es, sich über Erfahrungen auszutauschen (Peer-Learning) und so weg von einer nationalen hin zu einer europäische Sichtweise gelangen. Neben den eigenen Recherchen diskutierten die Teilnehmenden auch mit Direktbetroffenen (Migranten und Geflüchtete sowie Mitarbeitern in der Flüchtlingshilfe) und erhielten somit die Chance, sich eine direkte eigene Meinung zu bilden.

Darauf aufbauend entwickelten die Jugendlichen ihre eigenen Perspektiven und Handlungsempfehlungen im Hinblick auf den Umgang mit und die Integration von Geflüchteten und Migranten. Sie stellten die entwickelten Handlungsoptionen mittels Videos dar.

Insgesamt produzierten sie fünf Filme mit folgenden Schwerpunkten:

  1. Die Relevanz von Jugendbegegnungen für ein gemeinsames Europa
  2. Integration in der Schule
  3. Integration im Beruf
  4. Vorurteile gegenüber Geflüchteten
  5. Migration und Flucht in der Ukraine

Die Ergebnisse präsentierten die jungen Erwachsenen Abgeordneten des Saarländischen Landtages und diskutierten mit ihnen über die Zukunft von Integration und einer gemeinsamen europäischen Migrationspolitik.

Fotodokumentation

Dieses Seminar wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung von:

  • Erasmus+
  • Deutsch-Polnisches Jugendwerk
  • Bundeszentrale für politische Bildung
  • Auswärtiges Amt
  • Stiftung Europäische Kultur und Bildung

European Winter School 2017: Europe at the crossroads, 28.01. - 01.02.2017

Zum zweiten Mal war die Europäische Akademie Otzenhausen Partner der 3-wöchigen Winterschule des DAAD-Zentrums für Deutschland und Europastudien Bielefeld | St. Petersburg (ZDES). Im Rahmen ihres Deutschlandaufenthaltes machte die Studierendengruppe der Staatlichen Universität St. Petersburg vom 28.0.-01.02.2017 Station in Otzenhausen.

Die Veranstaltung war Teil der engen Zusammenarbeit der Akademie mit dem ZDES, die seit mehreren Jahren deutsche und russische Studierende nach Otzenhausen sowie deutsche Studierende nach St. Petersburg führt.

„Europe at the crossroads“ – unter diesem Titel bot sich den Teilnehmenden ein inhaltlich und methodisch abwechslungsreiches Programm. Ein Themenschwerpunkt war Erinnerungskultur in Deutschland und Russland. Dieser Programmpunkt bestand aus einer Einführung mit Workshop und einer Exkursion zum ehemaligen SS-Sonderlager Hinzert.

Darüber hinaus standen aktuelle europapolitische Fragen im Fokus der Veranstaltung. So befassten sich die Teilnehmenden mit den Folgen des britischen Brexit-Votums und schlüpften in einer Simulation der Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU in die Rollen der unterschiedlichen Akteure. Dadurch bekamen sie einen intensiven Einblick und ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Positionen und Optionen in diesem Prozess. Ein weiteres wichtiges Thema bildete die Flüchtlingspolitik der EU. Dabei konnten die Teilnehmenden unter anderem im Rahmen eines Worldcafés ihre Ideen und Überlegungen dazu einbringen und diskutieren.

Ein weiteres wichtiger Bestandteil des Aufenthalts waren die Exkursionen. Neben dem Besuch der Gedenkstätte in Hinzert führten diese die Studierenden nach Luxemburg zum Europäischen Gerichtshof, wo sie im Rahmen des Besuchsprogramms in den Genuss einer sehr interessanten Führung kamen und mit 2 Richterinnen aus Lettland diskutieren konnten. Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Saarländischen Landtages in Saarbrücken, wo den Teilnehmenden Abgeordnete unterschiedlicher Fraktionen Rede und Antwort zu ihrer Arbeit und aktuellen politischen Entwicklungen standen. Daneben konnten die Studierenden in ihrer Freizeit die Städte Luxemburg und Saarbrücken auf eigene Faust erkunden.

Für Veranstalter und Teilnehmende war das Programm in Otzenhausen ein schöner Erfolg. Wir freuen uns schon darauf, die Zusammenarbeit auch im nächsten Jahr fortzusetzen.

EU-Kolloquium, 27.01.2017, Rathaus Saarbrücken

>> Presseartikel, Forum Magazin 03.02.2017, Armin Neidhardt


Im Rahmen der deutsch-französischen Woche diskutierten am 26. Januar 2017 im Saarbrücker Rathausfestsaal drei Wissenschaftler unter der Moderation von Prof. Henri Vogt (University of Turku) aktuelle europapolitische Entwicklungen und Herausforderungen. Im Zentrum des Austauschs zwischen der Politikwissenschaftlerin Julie Hamann, dem Wirtschaftswissenschaftler Pawe? Tokarski und dem Juristen Sebastian Zeitzmann stand die Reflexion und kritische Analyse des Europakonzeptes à la carte, demzufolge das Paradigma einer differenzierten und flexiblen Integration der Mitgliedstaaten auf geo-graphischer, politischer und wirtschaftlicher Ebene die Lösung für die europäische Krise sein könnte. Entgegen dieser Vision sprachen sich die drei Experten geschlossen für ein offenes, aber geeintes und einheitliches Europa auf der Grundlage gemeinsamer Werte aus, dessen Kernelemente – Frieden und Demokratie – als grundlegende Bestandteile der europapolitischen Erfolgsgeschichte gepflegt und gegen nationalstaatliches und rückwärtsgewandtes Denken zu verteidigen seien. Neben zahlreichen weiteren zur Sprache gebrachten Faktoren müsse hierzu vor allem der deutsch-französische Motor als Zentrum der Integration und der zwischenstaatlichen Verständigung einen neuen Antrieb erhalten. Nur auf der Grundlage gemeinsamer Entscheidungen und viel persönlichem, zivilgesellschaftlichen Engagement könne ein Weg aus der Krise gefunden werden.

Version française

Dans le cadre de la semaine franco-allemande, une discussion sur les développements et défis de la politique européenne actuelle a eu lieu entre trois experts le 26 janvier 2017 à la Rathausfestsaal de la Mairie de Saarbrücken. Le débat était animé par le Prof. Henri Vogt de l’University of Turku.
La réflexion et l’analyse critique du concept d’une Europe à la carte, par conséquent du paradigme d’une intégration différenciée et flexible des Etats membres au niveau géographique, politique et économique comme solution possible à la crise européenne étaient au cœur des discussions entre la politologue Julie Hamann, l’économiste Pawel Tokarski et le juriste Sebastian Zeitzmann.
Les trois experts ont rejeté à l’unanimité cette vision et se sont prononcés pour une Europe ouverte, mais unie et unifiée sur la base de valeurs communes dont les éléments centraux – la paix et la démocratie – devraient être cultivés en tant qu’éléments fondamentaux de la réussite de la politique européenne. Il faut également les défendre contre les modes de pensée nationaliste et passéiste. 
Outre les nombreux autres facteurs dont il a été question, il faudrait ici avant tout donner une impulsion nouvelle au moteur franco-allemand comme centre de l’intégration et de l’entente entre les peuples. Une voie conduisant hors de la crise ne pourra être trouvée que sur la base de décisions communes et d’un fort engagement personnel de la société civile. 

 

 

Teil haben, Teil sein: Wir gestalten Europas Zukunft, 22.01. – 27.01.2017

Während des Seminars „Teil haben, Teil sein: Wir gestalten Europas Zukunft“ beschäftigte sich die deutsch-französische Gruppe mit dem Thema Integration. Durch die verschiedenen Workshops hatten sie die Möglichkeit, ihre Meinung mit den anderen Teilnehmenden auszutauschen.

Sie besprachen, was der Begriff „Integration“ für jeden bedeutet. Die Themen Integration sowie politische und gesellschaftliche Partizipation mit dem Fokus auf den Bereich Migration wurden erörtern. Eine verstärkte Sensibilisierung für die besonderen Bedingungen von MigrantInnen wurde gefördert. Es ging vor allem um die Frage, wie die Integration von Menschen aus anderen Kulturen in Europa verbessert werden kann. Die Teilnehmenden diskutierten verschiedene Vorschläge, wie im Alltag der Integrationsprozess verbessern werden kann.

Durch eine Exkursion nach Trier und dem dortigen Gespräch mit einem Akteur der Flüchtlingshilfe konnten die Teilnehmenden einen Eindruck über konkrete Aktionen bekommen.

Kontakt:
Europäische Akademie Otzenhausen gGmbH
Anja Lück
Europahausstraße 35
66620 Nonnweiler
Tel.: 0049 6873 662-444
Fax: 0049 6873 662-350
eMail: lueck(at)eao-otzenhausen.de