European Winter Academy 2016: European Financial Institutions, 13.12. - 20.12.2016

„Russia meets the US“ – im Dezember fand zum ersten Mal ein russisch-amerikanisches Studienprogramm an der Europäischen Akademie Otzenhausen (EAO) statt. 10 MBA-Studierende der Kennesaw State University (KSU) aus den USA und 20 Studierende der Südlichen Föderalen Universität Rostow am Don aus Russland nahmen an dem 8-tägigen Programm teil, das Pilotcharakter für künftige gemeinsame Veranstaltungen der Europäischen Akademie mit den beiden Partnern hatte. Weitere Kooperationspartner waren die ASKO EUROPA-STIFTUNG und das Centre international de formation européenne (cife).

Der inhaltliche Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf finanzwissenschaftlichen Fragen der EU. Den Anfang machte dabei ein Seminartag zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sowie zur EU-Bankenunion. Ergänzt wurde dies durch eine Einheit zu den wichtigsten Finanzplätzen in Europa. Um den Teilnehmenden auch Einblicke in die finanzpolitische Praxis von Banken zu ermöglichen, wurde der Praxis der Kreditvergabe im Privatkundenbereich eine eigene Seminareinheit gewidmet. Daneben wurden auch wirtschaftliche Themen behandelt. Im Mittelpunkt stand dabei der EU-Binnenmarkt mit den vier Grundfreiheiten. Um aktuellen politischen Entwicklungen in den USA und Europa Rechnung zu tragen, fand ein öffentliches Kamingespräch statt. Professor Robin Dorff (KSU) und Sebastian Zeitzmann (Studienleiter an der EAO) diskutierten aktuelle Fragen zu den USA nach dem Wahlsieg Donald Trumps und zur britischen Brexit-Entscheidung. Dabei wurden auch die US-Russland-Beziehungen sowie die Zukunft der transatlantischen Beziehungen thematisiert.

Um den Studierenden den direkten Kontakt zu unterschiedlichen Institutionen und Einrichtungen zu ermöglichen, bot das Programm einen ausführlichen Exkursionsteil. Die Gruppe besuchte die Europäische Investitionsbank in Luxemburg, die MBA School des Europa-Instituts der Universität des Saarlandes sowie die Vertretung der Deutschen Bundesbank und die Deutsche Börse in Frankfurt. Abgerundet wurde das Programm durch den Besuch historisch-politisch bedeutender Städte in der Region: Luxemburg, Trier und Straßburg standen ebenso auf dem Programm wie der Besuch der Stadt Frankfurt. Die Teilnehmenden konnten die unterschiedlichen Städte in Eigenregie erkunden.

Aus Sicht der Teilnehmenden und Veranstalter war das Seminar ein voller Erfolg. Inhalte, ReferentInnen, Arbeitsatmosphäre und Seminarkonzeption wurden insgesamt sehr positiv bewertet. Die Teilnehmenden waren sehr interessiert an den einzelnen Seminarthemen und haben motiviert mitgearbeitet. Die Kombination „USA-Russland“ und die Möglichkeit, mit Studierenden aus dem jeweils anderen Land eng zusammenzuarbeiten, wurden als große Bereicherung und wichtige interkulturelle Erfahrung betrachtet. Der positive Gesamteindruck dieser Pilotveranstaltung hat die Veranstalter in ihrem Wunsch bestärkt, die Zusammenarbeit fortzuführen und auch 2017 ein gemeinsames Programm zu auf die Beine zu stellen.

Solidarität – nur ein Wort oder ein Wert? Perspektiven eines Europas mit Zukunft, 5.12. - 10.12.2016

Im Rahmen des Seminars „Solidarität – nur ein Wort oder ein Wert? Perspektiven eines Europas mit Zukunft“ beschäftigte sich die deutsch-französisch-italienische Gruppe mit der Frage der Solidarität in ihren Heimatländern und Europa. Nach einer thematischen Annäherung an die Thematik mittels Positionierung zu gesellschaftlichen Fragen rund um das Thema Solidarität mussten die Teilnehmenden in einer Simulation selbst zwischen Solidarität oder Eigennutz entscheiden. Ein Arbeitsgespräch zur Aufgabe der Tafel in Deutschland verdeutlichte einen Praxisaspekt des Themas. Die Exkursion führte die Gruppe nach Frankfurt, wo die Europäische Zentralbank als Akteur europäischer (fiskaler) Solidarität besucht wurde. Nach den Erfahrungen konnten die Schüler in Rollenspielen dann selbst testen, wann und wie Solidarität gezeigt werden kann und welche Auswirkungen das Zeigen bzw. Nichtzeigen von Solidarität im Alltag haben kann.

The EU in Brexit Times – and what this means for East Asia, 03.12. - 09.12.2016

Das Jahr 2016 stand an der Europäischen Akademie (EAO) u.a. ganz im Zeichen Koreas. Nicht weniger als fünf Gruppen von der koreanischen Halbinsel, alle aus dem Süden, konnten wir zwischen Februar und Dezember in Otzenhausen begrüßen. Ganz unterschiedliche Themen waren dabei abgedeckt worden, welche das Arbeitsgebiet der Europäischen Akademie recht gut widerspiegeln. Neben Aspekten der Nachhaltigkeit, denen im Winter ein vollständiges Seminar gewidmet wurde, stand die Europäische Integration mit ihren zahlreichen Facetten im Fokus der anderen Seminare. Aktuelle Entwicklungen, die 2016 viel stärker als in früheren Jahren die Arbeit an der EAO beeinflussten, stießen auf großes Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Übersee und prägten somit auch unsere Seminare.
So stand das fünfte Seminar mit Koreanern, welches vom 3. bis 9.12. an der Europäischen Akademie stattfand, im Zeichen des Brexit-Referendums im Vereinigten Königreich vom Juni. Aufgrund der großen Heterogenität der Gruppe wurden aber auch ganz andere Thematiken angeschnitten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren über Hae-Soon Kim und das Korean National Strategy Institute KNSI in Seoul auf das Seminar aufmerksam gemacht worden. Sie waren zwischen 17 und 69 Jahren alt, unter ihnen befanden sich Studentinnen und Studenten, Wissenschaftler, Praktiker und Multiplikatoren. Aufgrund eines Einführungsprogrammes in Korea hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits einen gewissen Überblick über die Europäische Union und die Europäische Integration.
So konnte die Gruppe die Entwicklung der Europäischen Union am ersten vollen Programmtag direkt mit Fokus auf der Union als Wertegemeinschaft betrachten. Wie diese Union mit ihren zahlreichen Organen und Einrichtungen funktioniert und wie die Organe interagieren war ebenso Bestandteil des Seminarprogramms wie ein Blick auf die EU als wirtschaftsintegratives Modell. Zudem wurde die soziale Komponente der Europäischen Union betrachtet, indem ein Blick auf die bisherige Politik und Tätigkeit der Union im Hinblick auf die Gleichstellung von Frauen geworfen wurde. Dass die Union in dem Bereich wenig Handlungsbefugnisse hat und zudem von konservativ orientierten, v.a. osteuropäischen Staaten ausgebremst wird, wurde seitens der Teilnehmer und Teilnehmerinnen überrascht aufgenommen und kritisiert.

Auf Basis der allgemeinen Betrachtungen wurde intensiv über aktuelle Entwicklungen, hier vor allem über das Brexit-Referendum sowie die grassierende Welle des antieuropäischen Populismus in der EU (aber auch des pro-Trump-Populismus in den USA) und ihre Ursachen, gesprochen. Dabei wurden auch die Auswirkungen eines möglichen Brexit auf andere Weltregionen, vor allem auf die Herkunftsgegend der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Ostasien, diskutiert.

Zudem wurden, über die Europäische Union hinausgehend, die NATO und ihr System der Raketenabwehr in Europa thematisiert. Für die Gruppe, deren Heimatland einer stetigen nuklearen Bedrohung durch Nordkorea ausgesetzt ist, handelt es sich dabei um eine überaus relevante Materie, weshalb sie erstmals im Rahmen eines der Internationalen Studienprogramme thematisiert wurde.
Neben den Vorträgen in Otzenhausen fanden, wie in jedem Programm, Exkursionen in die europäischen „Hauptstädte“ statt. Mit den Koreanern und Koreanerinnen besuchten wir dieses Mal Strasbourg, Luxembourg und Schengen. In Strasbourg stand ein Besuch des Europäischen Parlaments auf der Agenda, und danach verblieb viel Zeit für unsere Gäste, die vorweihnachtliche Stadt mit ihren weithin berühmten Weihnachtsmärkten selbst zu entdecken. Ein traditionelles Flammkuchenessen rundete den Besuch in Frankreich ab.

In Luxemburg besichtigte die Gruppe den Gerichtshof der Europäischen Union und hatte im Rahmen der Mittagspause Gelegenheit, die Stadt ein wenig zu erkunden. Im Anschluss fuhren wir nach Schengen, wo von einem Mitarbeiter des Europäischen Museums die besondere Geschichte hinter der Ortschaft und ihrer Bedeutung für Europa erklärt wurde. Für Koreaner, deren einzige Landgrenze von unüberwindbarer Natur ist, ist das Schengen-System natürlich sehr faszinierend. Die Exkursion endete mit einer typischen Weinprobe in Longuich an der Mosel.

Das Seminar wurde unterstützt von der ASKO Europa-Stiftung und dem Centre international de formation européene CIFE. Für das Jahr 2017 sind zwei weitere Seminare mit dem KNSI in Otzenhausen vorgesehen.

Zivilcourage hat viele Gesichter – Was bewegt UNS?!, 28.11. – 03.12.2016

Vom 28.11. - 03.12.2016 diskutierten junge Erwachsene aus Deutschland, Frankreich und Russland über das Thema Zivilcourage.
Die Teilnehmenden starteten mit einem Workshop zur interkulturellen Kommunikation in die Woche. Anhand verschiedener interaktiver Methoden setzten sich die Teilnehmenden mit Stereotypen und Vorurteilen auseinander. Daran anknüpfend diskutierten sie über das Thema Ausgrenzung und Diskriminierung. Doch was dagegen tun?

In den folgenden Einheiten beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem Thema Zivilcourage. Was ist Zivilcourage überhaupt? Welche Beispiele gibt es für Zivilcourage und welche Risiken sind mit couragiertem Handeln verbunden? Diese Fragen konnten durch die trinationale Zusammensetzung der Gruppe aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden.

Die Woche bot aber auch Raum, um Zivilcourage auszuprobieren und verschiedene Handlungsstrategien zu entwickeln. Mit Hilfe des Theaters der Unterdrückten spielten die Teilnehmenden Situationen zum Thema Mobbing in der Schule und Alltagsrassismus nach. Die Methode „Theaters der Unterdrückten“ nach A. Boal kombiniert Kunst und Selbsterfahrung mit politischem Probehandeln. Durch das spielerische und theatrale Zusammentreffen von Menschen können soziale und kommunikative Ressourcen freigelegt werden, die im Alltag meist nicht genutzt werden (können). Dabei soll der passive Zuschauer zur aktiven Handlung aktiviert werden.
Abschließend verarbeiteten die Teilnehmenden das Erlernte kreativ u.a. in einem Film.

Aufbruch in die Fremde – Flucht und Migration in Europa, 21.11. - 26.11.2016

Das Seminar „Aufbruch in die Fremde – Flucht und Migration in Europa“ bestand aus einer deutsch-französisch-italienischen Gruppe. Diese beschäftigte sich intensiv mit dem Thema Flucht und Migration in Europa. Zu Beginn wurde dabei Wert gelegt auf eine Vermittlung von Fakten und eine persönliche Annäherung an die Thematik. So konnten die Teilnehmenden im Rollenspiel „Quota“ die Rolle von Entscheidern im Asylverfahren einnehmen und selbst die Entscheidung über eine Bleibeperspektive (fiktiver) Migranten treffen. In einem Positionierungsspiel hatten sie darüber hinaus die Chance, ihr Vorwissen einzubringen und Zahlen und Fakten rund um das Thema kennenzulernen.

Im Rahmen von Arbeitsgesprächen in Trier hatte die Gruppe die Chance, die Erstaufnahmestelle Trier sowie die Europäische Sportakademie Trier als Akteure in der Flüchtlingsarbeit kennenzulernen. Bei einer Exkursion nach Straßburg besuchte die Gruppe u.a. das Europäische Parlament und tauschte sich mit dem Abgeordneten Jo Leinen aus. Darüber hinaus hatte die Gruppe die Chance, in einem Skypegespräch mit einer Expertin zu sprechen, die bereits in vielen Krisenregionen der Welt in der Flüchtlingsarbeit tätig war und mit ihr über eine vergleichende Perspektive sprechen.

Rechtsextremismus - Randerscheinung oder mitten unter uns?, 14.11. – 19.11.2016

Teilnehmende aus Deutschland, Frankreich und Polen haben vom 14.11. – 19.11.2016 das Thema Rechtsextremismus diskutiert. Die Teilnehmenden konnten während zwei Drama Games über die eigenen Stereotype reflektieren sowie gruppendynamische Prozesse miterleben.

Drama Games geben einen Handlungsrahmen, Regeln und verschiedene Aufgaben oder Handlungsanreize vor. Die Teilnehmenden nehmen, ähnlich wie im Improvisationstheater, eine Rolle ein. Innerhalb bestimmter Vorgaben können die Teilnehmenden frei Entscheidungen treffen und den Verlauf des Drama Games bestimmen. Gesellschaftliche und politische Themen wie beispielsweise Rechtsextremismus werden emotional erfassbar und damit persönlich.

Daran anknüpfend diskutierten die Teilnehmenden die Situation in ihren eigenen Ländern. Zusätzlich hatten sie die Möglichkeit mit Referenten aus der Praxis zu sprechen. Um besser auf rechte Parolen reagieren zu können, erarbeiteten die Teilnehmenden verschiedene Handlungsmöglichkeiten und verbale Strategien.
Die gewonnen Erkenntnisse verarbeiteten sie schließlich u.a.in Zeichnungen und Theaterstücken.

Afrika-Forum 2016, 16.11.2016

Afrika-Forum 2016: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: Afrikanische und europäische Perspektiven – gemeinsam entwickeln, 16. November 2016

Perspektiven einer nachhaltigen Entwicklung: Ist Europa erneuerbar?, 7.11. - 12.11.2016

Im Seminar „Perspektiven einer nachhaltigen Entwicklung: Ist Europa erneuerbar?“ beschäftigten sich die deutsch-französische Gruppe mit dem Thema Nachhaltige Entwicklung in Europa. In verschiedenen Workshops hatten sie die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu erweitern und ihre Meinungen mit anderen auszutauschen. So beschäftigten sie sich unter anderem mit verschiedenen Feldern der EU Politik und deren Auswirkungen auf nachhaltige Entwicklung. Auf großes Interesse stieß ein Vortrag von der Meeresbiologin Dr. Frauke Bagusche, die den Teilnehmenden Einblick in die Verschmutzung der Ozeane sowie die Bedeutung unseres persönlichen Konsums auf die Umwelt gewährte.

Die konkrete Alltagsrelevanz der Thematik wurde durch die Exkursionen nach Metz und Kleinblittersdorf vertieft. In Metz lernten die Teilnehmenden die „Agenda 21“ kennen, mit der die Französische Regierung für eine nachhaltigere Welt eintreten möchte, sowie deren praktische Umsetzung in der Stadt. Im Wintringer Hof befassten sie sich explizit mit Aspekten von Nachhaltigkeit im Tourismus. Neben ökologischen und ökonomischen Aspekten spielt im Wintringer Hof auch vor allem die soziale Dimension eine wichtige Rolle, denn es werden Menschen mit Behinderung am Hof beschäftigt.

Zum Abschluss sollten die Teilnehmenden gemeinsame Zukunftsperspektiven entwickeln. Dies taten sie, indem sie ein eigenes Konzept für ein nachhaltiges Hotel entwarfen. Die Ergebnisse wurden im Anschluss einem Investor und einer Vertreterin der grünen Bewegung vorgestellt, die das überzeugendste Konzept subventionieren würden.

Podiumsdiskussion "Die EU und Großbritannien - Wie geht’s weiter nach dem BREXIT-Votum?", 31.10.2016, IHK Saarland

„Die EU und Großbritannien - Wie geht’s weiter nach dem BREXIT-Votum?“ – unter diesem Titel fand am 31. Oktober 2016 unter der Moderation von Lothar Warscheid (Saarbrücker Zeitung) im mit über 160 Teilnehmern voll besetzten Sitzungssaal der Industrie- und Handelskammer in Saarbrücken eine Podiumsdiskussion statt.

Die Kooperationspartner Europa-Institut der Universität des Saarlandes, IHK Saarland,  Enterprise Europe Network (EEN), Europe Direct Saarbrücken, ASKO EUROPA-STIFTUNG, Europäische Akademie Otzenhausen und Europa-Union Saar hatten für die Debatte über Konsequenzen des britischen Referendums vom 23. Juni 2016 hochkarätige Experten gewinnen können.

Prof. Dr. Thomas Giegerich, Direktor des Europa-Instituts an der Universität des Saarlandes, beleuchtete die juristischen Rahmenbedingungen einen EU-Austritts Großbritanniens. Erst mit einer offiziellen Mitteilung des Austrittswunsches durch Großbritannien an den Europäischen Rat werde der Austrittsprozess gestartet. Dieser münde entweder in einen Austrittsvertrag zwischen Großbritannien und der Rest-EU oder führe zu einem automatischen Ausscheiden Großbritanniens zwei Jahre nach der Mitteilung, sofern diese Frist nicht einvernehmlich verlängert werde. Giegerich bedauerte, dass die EU nun erhebliche Energien in die anstehenden Verhandlungen lenken müsse, die für die Bewältigung der aktuellen Krisen dann nicht zur Verfügung stünden. Es liege im allseitigen Interesse, den durch den Brexit verursachten Schaden möglichst gering zu halten.

Prof. Nigel Foster vom Robert Kennedy College, Zürich, erläuterte verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen des Ausscheidens in Großbritannien. Die Bedeutung dieses Prozesses spreche dafür, dass die britische Regierung weder ohne parlamentarische Befassung über das Austrittsschreiben befinden dürfe noch einen Austrittsvertrag ohne parlamentarische Befassung in Kraft setzen dürfe.
Nick Leake von der Britischen Botschaft in Berlin, plädierte bei den anstehenden Austrittsverhandlungen für wechselseitigen Pragmatismus. Es gehe nicht um das „Ob“ des künftigen wechselseitigen Marktzutritts Großbritanniens und der EU, sondern um die Ausgestaltung dieses Zugangs.

Dr. Sigrid Fretlöh von Team Europe aus Bonn äußerte sich sehr enttäuscht über das britische Votum, konstatierte aber gleichzeitig, dass nun ein sachlicher Umgang mit der Entscheidung der Briten notwendig sei. Sie merkte auch an, dass die Austritts-Kampagne teilweise „vergiftet“ gewesen sei und es den proeuropäischen Kräften nicht gelungen ist, den Menschen die Vorteile der EU darzulegen.
Der Wiener Rechtsanwalt Prof. Dr. Stefan Weber informierte über die Verhandlungsarena, mögliche Verhandlungsziele Großbritanniens und die Verhandlungslage. Der Umgang mit den Themen Arbeitnehmerfreizügigkeit und Migration dürfte das Verhandlungsthema mit dem größten Streitpotential bilden.

In der Debatte wurde betont, dass Großbritannien auch nach einem Ausscheiden aus der EU Teil Europas bleibe. Es gelte nun, populistischen EU-Gegnern in anderen Mitgliedstaaten erfolgreicher als bislang entgegenzutreten.

Einig waren sich aber alle Podiumsteilnehmer in der Frage der Auswirkung des Austritts für beide Seiten: Es wird nach langwierigen und zähen Verhandlungen zwischen Großbritannien und den übrigen 27 Mitgliedstaaten sicher keine Win-Win-Situation geben.

Die Veranstalter bleiben an dem Thema dran und werden auch in 2017 den Prozess aktiv mit einem entsprechenden Veranstaltungsangebot begleiten.

Europa-Camp 2016: Räume entdecken - Grenzen überwinden, 07.10 - 09.10.2016

Your planet. You plan it. - Europäisches Umweltcamp, 30.09. - 06.10.2016

„Your planet. You plan it.“ – Ein Projekt zur Sensibilisierung junger Europäerinnen und Europäer für nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutz 

Unter der Schirmherrschaft der Bundesumweltministerin führten das Goethe-Institut Paris und die Europäische Akademie Otzenhausen ein Umweltcamp im Saarland (in der Europäischen Akademie Otzenhausen) durch, an dem rund 50 Jugendliche aus Belgien, Frankreich, Portugal, Spanien, Italien und Deutschland beteiligt waren.

Eine Woche lang tauschten sich junge Europäerinnen und Europäer zu Fragen rund um den Umwelt-und Klimaschutz sowie Formen alternativer Energiegewinnung aus. Ziel war es, eigene kreative Ideen für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln.

Die Welt verändert sich? Nö, ich verändere die Welt!

Unter diesem Motto stand ein Transformationsworkshop zu Beginn des Umweltcamps, der die Jugendlichen für die aktuellen Problemstellungen der Welt sensibilisierte. Die Schülerinnen und Schüler wurden auf kreative Weise ermutigt, selbst aktiv zu werden, um die eigene Zukunft umweltfreundlich zu gestalten.
Anschließend verteilten sich die 12-bis 18-Jährigen auf sechs Gruppen zu den Themen „Wasser, Windkraft, Solarenergie, Recycling, Ökotourismus“ und „Wald“. In Expertenvorträgen und Workshops, durch Ausflüge und eigene Recherchen wurden die Jugendlichen zu echten Profis auf ihrem jeweiligen Gebiet!

Ein Highlight war sicherlich der Besuch eines „Zero Emission-Campus“ sowie der Energiepark Morbach, in dem Solaranlagen, Windräder und eine Biogasanlage besichtigt werden konnten. Großes Interesse bestand auch an einem Waldspaziergang durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald, der von einem Förster angeleitet wurde.

10 Minuten, um die Expertenjury zu überzeugen!

Am Ende der Woche präsentierten alle sechs Arbeitsgruppen ihre Projekte im Rahmen eines öffentlichen Ideenwettbewerbes. Der Staatssekretär für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes hielt ein Grußwort und dann verschlug es der Jury und dem Publikum für knappe zwei Stunden lang den Atem:
Wie richtige Projektmanagerinnen und Manager präsentierten die PASCH-Schülerinnen und Schüler ihre innovativ-kreativen Konzepte und Ideen für eine nachhaltigere Zukunft. Eine Kleidertauschbörse, ein Solartisch für den Unterricht, ein Filterfisch gegen den Plastikmüll im Meer oder die Kreation eines Ökolabels: Nicht nur inhaltlich hatte die Jury eine schwierige Entscheidung zu treffen, denn die Jugendlichen begeisterten die Zuhörer auch durch ihre mediale Versiertheit: beinahe alle Gruppen hatten Passanten interviewt und Videos gedreht, eine Facebook-Gruppe oder einen Hashtag gegründet, eine eigene Webseite und ein Logo erstellt bzw. bereits über 80 Euro an Spenden für ihre Baumpflanz-Idee gesammelt.

Wer wissen möchte, welche Gruppe gewonnen hat, findet die Antwort, viele Fotos & Videos und vieles mehr unter: http://blog.pasch-net.de/jugendcamps/yourplanet.html

Presseartikel Forum Magazin, 11.11.2016

European and International Economic Law, 18.08. - 29.08.2016

Bereits zum vierten Mal konnte die Europäische Akademie Otzenhausen im August 2016 eine Gruppe aus Israel in ihren Räumlichkeiten begrüßen. Nach insgesamt drei Seminaren in den Jahren 2014 und 2015 verbrachten dieses Jahr 24 Studenten (zur Vereinfachung wird stets die männliche Form verwendet) des COLMAN College of Management aus Rishon LeZion unter Leitung von Prof. Iris Canor knapp zwei Wochen im Nordsaarland.

Wie bereits in den Vorjahren stand auch dieses Jahr das Thema Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht im Fokus des englischsprachigen Sommerkurses. Die Studenten aus dem zweiten und dritten Studienjahr (Abschluss: Bachelor) mit Fokus Rechtswissenschaft hatten im Rahmen des Kurses Gelegenheit, über das reine israelische (Wirtschafts-)Recht, aber auch das allgemeine Europa- und Völkerrecht hinausgehend, sich mit der breitgefächerten Materie des grenzüberschreitenden Wirtschaftsrechts zu befassen. Neben den wichtigsten globalen Aspekten wurde dabei insbesondere der Fokus auf die Wirtschaftsverfassung in der Europäischen Union als weltweit relevantestem Modell regionaler Wirtschaftsintegration gelegt.

Bereits am ersten Tag lernten die Teilnehmer, wie umfassend die Wirtschaftsintegration der Europäischen Union und mit ihr das EU-Wirtschaftsrecht ist: So fallen einerseits klassische Integrationsformen wie die vier Grundfreiheiten des Binnenmarktes darunter, aber auch Fragen des Wettbewerbs- oder Außenhandelsrechts. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Finanzkrise ist zudem die Währungsunion von höchster Relevanz, welche in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Instrumente zur Krisenbekämpfung ergänzt, aber damit auch erheblich komplizierter ausgestaltet wurde. Viele der Materien aus dem Einführungsvortrag begegneten den Teilnehmern im Laufe des Seminars vertieft wieder.

Vor allem mit den Grundfreiheiten (mit Exkursen zum Wettbewerbsrecht) konnten sich die Studenten intensiv befassen: neben einer Ganztagssession hatten sie in einem darauf folgenden halbtägigen Workshop Gelegenheit, sich selbst in die Rolle von Richtern des Gerichtshofes der Europäischen Union zu versetzen und als solche Grundlagenfälle selbst zu lösen. Aber auch die Währungsunion in ihren zahlreichen Facetten, wie der neu geschaffenen Bankenunion, wurde in Otzenhausen intensiv vorgestellt und diskutiert: einen ganzen Tag lang befassten sich die Teilnehmer mit dieser höchst aktuellen Materie - die derzeit so sehr in Bewegung und Änderungen und Ergänzungen unterworfen sei wie kein anderer Bereich des Rechts der Europäischen Union.

Neben diesen reinen EU-Materien wurden an der EAO jedoch auch Inhalte besprochen, die zwar die EU berühren, aber doch weit über diese hinausreichen. Zu nennen sind hierbei das Internationale Privatrecht, welches auch im Recht der Europäischen Union spezifische Ausgestaltung findet, sowie das Internationale Investitionsrecht mit seinen Streitschlichtungsmechanismen, welches an den Beispielen TTIP bzw. CETA - zwei Außenhandelsabkommen, welche die EU mit Kanada und den USA abgeschlossen hat bzw. verhandelt - dargestellt wurde. Diese Materie leitete zudem über zu einem weltweit relevanten System der wirtschaftlichen Kooperation: der Zusammenarbeit in der Welthandelsorganisation WTO. Diesem Thema waren in diesem Jahr gleich vier über drei Tage verteilte Einheiten gewidmet. So konnte anhand vieler praktischer Beispiele eine vertiefte Einführung in das Welthandelsrecht und das spezifische System der WTO und ihrer Streitschlichtungsmechanismen gegeben werden. Wiederholt hatten die Studenten im Rahmen von Fallstudien Gelegenheit, Streitfälle selbst zu besprechen: Dabei standen sich jeweils zwei Gruppen von Studenten gegenüber, die vor einem Streitschlichtungspanel ihre Argumente vortrugen. Das Panel, ebenfalls aus Teilnehmern besetzt, entschied schließlich auf Basis des WTO-Rechts über die Streitigkeiten. Wie bereits im Rahmen des Workshops zu den Grundfreiheiten zeigte sich, dass sich auch sonst zurückhaltendere Studenten im Rahmen dieser Simulationen einbrachten und mitdiskutierten.

Eine im Vergleich zu den vergangenen Jahren wertvolle Neuerung waren tägliche Debriefing-Sessions mit Iris Canor nach den eigentlichen Vortragseinheiten. Hier hatten die Teilnehmer mit etwas Abstand Gelegenheit, noch offene Fragen zu stellen und für sie relevante Punkte erneut oder vertieft zu besprechen. Auch konnten Fragen zur für die meisten Studenten neuen Terminologie im Rahmen dieser Sessions beantwortet werden.

Abgerundet wurden die Vorträge in Otzenhausen durch zahlreiche Präsentationen im Rahmen der Exkursionen, welche die Gruppe in diesem Jahr nach Luxemburg, Brüssel und Frankfurt führten.

European Summer Course 2016, 16.08. - 27.08.2016

„Die Welt trifft sich in Otzenhausen“ – Diesen Wunsch konnte sich die Europäische Akademie zusammen mit dem Europa-Institut der Universität des Saarlandes in diesem Jahr mit dem European Summer Course 2016 erfüllen: Teilnehmer aus 16 Ländern von fast allen Kontinenten erlebten 12 spannende und intensive Seminartage an der Akademie.

What’s up, Europe? Wie der Seminartitel vermuten lässt, lag der thematische Schwerpunkt der Veranstaltung auf den aktuellen Herausforderungen für die Europäische Union. Dabei wurde natürlich auch über Errungenschaften und bestehende Strukturen diskutiert.

Die Teilnehmer konnten sich in Fachvorträgen ausgewiesener EuropaexpertInnen aus Deutschland, Israel, Frankreich, Griechenland und der Schweiz intensiv mit den einzelnen Seminarthemen auseinandersetzen. Dabei entwickelten sich hochspannende und anspruchsvolle Diskussionen und Beiträge.

Einen besonderen Mehrwert boten die Vertiefungsworkshops. Ob als Simulation zum Gesetzgebungsprozess in der EU, Kleingruppenarbeiten zur Nachbarschaftspolitik der EU oder Fallanalysen zur EU-Flüchtlingspolitik – das gemeinsame Arbeiten und die methodisch unterschiedlich gestalteten Präsentationen der Ergebnisse ließen den Teilnehmern viel Raum für Austausch und Diskussion.

Ein wichtiges Erlebnis bildeten auch die Exkursionen nach Straßburg, Brüssel und Saarbrücken. In Straßburg besuchte die Gruppe den Europarat. Nach einer hochinteressanten Führung zur Geschichte und Rolle Straßburgs als Symbol der europäischen Integration nach 1945 konnten die Teilnehmer die Stadt in Eigenregie erkunden. Die Exkursion nach Brüssel führte die Gruppe zur Europäischen Kommission und zum Europäischen Parlament. Ein Empfang bei der EU-Vertretung des Saarlandes rundete den Besuch ab. In Saarbrücken besuchte die Gruppe das Europa-Institut an der Universität des Saarlandes. Wie bei den anderen Exkursionen hatten die Teilnehmer auch hier im Anschluss an die Programmpunkte die Möglichkeit, in ihrer Freizeit das Stadtzentrum mit seinen Sehenswürdigkeiten für sich zu entdecken.

Die hohe Motivation und Offenheit der Teilnehmer zusammen mit der Internationalität der Gruppe haben mit dazu beigetragen, dass das Seminar für Teilnehmer und Veranstalter ein voller Erfolg war.

Dabei sorgten die Teilnehmer nicht nur während der Arbeitseinheiten, sondern auch bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten dafür, dass eine sehr gute und produktive Arbeitsatmosphäre entstehen konnte, in der auch der Spaßfaktor nicht zu kurz gekommen ist.

Wir freuen uns schon darauf, auch im nächsten Jahr wieder einen European Summer Course anzubieten.

Regional Integration and Cooperation – The EU and East Asia in 2016, 02.08. - 12.08.2016

Zum zehnten Mal wurde in 2016 ein Seminar gemeinsam mit dem Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Tokio unter Leitung von Prof. Yuichi Morii durchgeführt. Zum dritten Mal war die EWHA Frauen-Universität mit ihrem Graduierten-Kolleg für Internationale Studien unter Leitung von Prof. Thomas Kalinowski in Otzenhausen. Das zweite Jahr in Folge wurde das Seminar für beide Gruppen gemeinsam durchgeführt, wobei allerdings die Studenten aus Japan einen Tag länger an der Akademie blieben.

Das diesjährige Seminarthema lautete „Regionale Integration und Kooperation – Die EU und Ostasien in 2016“. Das Thema war somit demjenigen des letzten Jahres vergleichbar - verändert haben sich aber Rahmenbedingungen sowohl in Ostasien als auch - und vor allem - in der Europäischen Union: Während in Ostasien auf der einen Seite wirtschaftliche Annäherung zwischen Japan, Korea und China und eine weitere Vertiefung in der Wirtschaftsintegration der ASEAN versucht wird, andererseits aber politische Spannungen die Region belasten, rutscht die EU von Jahr zu Jahr tiefer in die - so von Jean-Claude Juncker bezeichnete - Polykrise. Während die Themen Flüchtlinge und Wirtschafts- und Finanzkrise gegenwärtig etwas in den Hintergrund gerutscht sind, dominieren vor allem der drohende Brexit und der damit verbundene Europa-Skeptizismus, aber vor dem Hintergrund der Konflikte in der unmittelbaren Nachbarschaft der EU und dem internationalen Terrorismus Sicherheitsfragen. Somit stand das Seminar vor dem Hintergrund dieser Probleme, welche auf vielfältige Weise in die Veranstaltung einflossen.

Zunächst wurde der Blick jedoch auf die Wirtschaftsintegration in der EU mit dem Binnenmarkt und seinen vier Grundfreiheiten im Zentrum, gelenkt. Die Teilnehmer erfuhren dabei, dass die wirtschaftliche Integration seit den 1950er Jahren das Rückgrat der EU darstellt und andere Integrationsbereiche, vor allem die politische Integration, erst viel später in den Kompetenzkatalog der Union aufgenommen wurden. Sie lernten auch, dass durch die Grundfreiheiten die Bürger selbst in den Fokus der Integration gerückt sind, indem sie mit einklagbaren Rechtspositionen versehen werden, die ihnen u.a. die freie Berufswahl in allen EU-Staaten ermöglichen.

Wie die EU institutionell aufgebaut ist und welche Aufgaben die EU-Organe ausführen, lernten die Studenten im Anschluss. Dass es sich bei der Union durchaus um ein seltsames „Wesen“ handelt, welches nicht mit Nationalstaaten vergleichbar ist, aber durchaus kein „Brüsselo“ (in Anlehnung an das vermeintlich furchterregende „Grüffelo“) darstellt, wurde aus dieser Einheit ersichtlich - umso mehr, da die Studenten im Rahmen einer Simulation gemeinsam mit der Seminarleitung als EU-Organe tätig wurden und eines der kompliziertesten Rechtsetzungsverfahren weltweit, das Ordentliche Gesetzgebungsverfahren durch Europäische Kommission, Europäisches Parlament und Ministerrat, selbst durchspielen konnten.

Im Rahmen der EU wurde weiterhin deren Außenpolitik besprochen - letztlich eine ganze Facette von Thematiken, welche sich nicht auf die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) beschränken. So erfuhren die Studenten, dass auch die Handelspolitik der EU nichts anderes als auswärtiges Handeln darstellt, aber auch in vielen anderen Bereichen wie der Klima- und Umweltpolitik die Union in hohem Maße nicht nur Innenpolitik betreibt.

Die Relevanz dieses Themas - nachhaltige Entwicklung als gemeinsame Herausforderung für die Union und (nicht nur) Ostasien - wurde ebenfalls detailliert angesprochen. In einem Vortrag und einem darauf folgenden Workshop lernten die Studenten, dass ein isoliertes Handeln nur der Union mit dem Ziel, unseren Planeten für nachfolgende Generationen zu bewahren, wenig zielführend ist und es stattdessen eines größeren Ansatzes unter Einbindung auch der Herkunftsregion der Teilnehmer bedarf.

Intensiv diskutiert wurden auch die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen der EU und Ostasien. Auch im Rahmen dieses Thementages konnten die Studenten anlässlich einer Simulation in fremde Rollen schlüpfen und ein Freihandelsabkommen zwischen Europäischer Union auf der einen und China auf der anderen Seite verhandeln - angesichts der Interessensdivergenzen zwischen beiden Seiten ein herausforderndes Projekt.

Zum Ende des Seminars wendeten wir uns wieder verstärkt dem Kontinent Europa und seinen aktuellen Herausforderungen zu. Während die Teilnehmer beim Thema Menschenrechtsschutz in Europa Gelegenheit hatten, die nicht immer unkomplizierte Zusammenarbeit verschiedener Integrationsmodelle (Europarat und EU) kennenzulernen, standen mit den Themen Nationalismus und Populismus und dem kurzfristig als zusätzlichem Abendtermin aufgenommenen Brexit-Thema zwei miteinander verwandte Sachkomplexe von höchster Aktualität auf der Agenda. Gerade letzteres Thema war wenige Wochen nach dem britischen Referendum von größtem Interesse für die Studenten.

Was wird aus Deutschland und Europa? - Eine Einführung in aktuelle Fragen deutscher und europäischer Politik, 30.07. - 09.08.2016

Die Europäische Akademie Otzenhausen war sehr erfreut, auch in diesem Jahr eine Gruppe von Studierenden und Doktoranden des Zentrums für Deutschlandstudien der Peking-Universität sowie des Zentrums für Deutschland- und Europastudien der Chung-Ang-Universität Seoul (ZeDES) zu begrüßen.

In Zusammenarbeit mit der ASKO EUROPA-STIFTUNG, dem Centre international de formation européenne (Cife) sowie dem Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) konnte zum zweiten Mal ein Programm in deutscher Sprache mit folgenden Schwerpunkten realisiert werden:

  • Parteiendemokratie Deutschland
  • Soziale Marktwirtschaft und europäischer Binnenmarkt
  • Energiepolitik und Umweltschutz
  • Medien und Kultur
  • Europäische Integration/Außenpolitik
  • Asyl- und Migrationspolitik in Deutschland und Europa
  • Wie geht es weiter mit der EU?

In Vorträgen, Diskussionen und Workshops bekamen die chinesischen und koreanischen Teilnehmenden Einblicke in eine breit gefächerte Themenauswahl zu aktuellen Fragen deutscher und europäischer Politik.

Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass Chinesen und Koreaner gemeinsam in gemischten Gruppen arbeiteten und eine Begegnung der beiden Nationalitäten gefördert wurde. Die Teilnehmenden hegten ein besonderes Interesse am Thema europäische Identität sowie den Auswirkungen der aktuellen Krisen auf die EU. Auch den Unterschieden in den nationalen politischen und wirtschaftlichen Systemen sowie in Fragen der sozialen Absicherung in Europa wurde großes Interesse entgegen gebracht. Dabei war es für die Studierenden und Doktoranden interessant, diese Fragen auch in Bezug auf die Situation in ihren Heimatländern zu beleuchten und zu vergleichen.

Durch die Exkursionen, die einen engen Bezug zu den Seminarinhalten hatten, konnten sich die Teilnehmenden selbst vor Ort ein Bild machen bzw. mit Vertretern europäischer Institutionen in Straßburg und Luxemburg diskutieren. So wurde in Verbindung mit dem Thema Umweltpolitik das Stahlwerk „Dillinger“ besucht, wo die Studierenden bei einer sehr beeindruckenden Betriebsführung auch mit dem Verantwortlichen für Umweltfragen des Unternehmens sprechen konnten. Die Exkursionen ließen den Teilnehmenden auch Raum, um die Region mit ihrem kulturell und historisch reichen Erbe selbst zu entdecken.

Aus Sicht von Teilnehmenden und Veranstaltern war das Seminar ein großer Erfolg. Es herrschte eine sehr gute Seminaratmosphäre. Die Studierenden und Doktoranden waren sehr interessiert an den unterschiedlichen Seminarinhalten und haben sehr gute Arbeits- und Diskussionsbeiträge beigesteuert. Der Austausch zwischen den Gruppen entwickelte sich ausgesprochen positiv. Wir freuen uns schon, diese Kooperation auch im nächsten Jahr fortzusetzen.

 

-> Teilnehmer-Bericht, Freie Universität Berlin

Gemeinsam in Frieden leben! Gelebte Realität oder Utopie?, 23.07. - 30.07.2016

Vom 23. – 30.07.2016 hat eine Gruppe von Schülern aus Kroatien, Slowakei, Polen, Griechenland und Deutschland die EAO besucht, um über das Thema Frieden in Europa zu diskutieren.
Mit Hilfe einer Kombination aus kreativen Workshops, Gruppendiskussionen und Exkursionen nach Luxemburg und Straßburg erforschte die Gruppe die Beziehung zwischen Frieden, europäischer Geschichte und sozialer Verantwortung. Das Seminar bot eine gute Möglichkeit zum Sprach- und Kulturaustausch zwischen den fünf verschiedenen Nationen. Und so erhielten die Teilnehmenden viele Erinnerungen an das Zusammentreffen mit anderen Kulturen.

 

Was folgt auf 70 Jahre Frieden? Deutsch-Russisches Seminar, 20.07. - 30.07.2016

Um die deutsch-russischen bzw. EU-russischen oder NATO-russischen Beziehungen steht es - zumindest auf politischer Ebene - nicht zum Besten. Die Stimmung erscheint nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland und dem kriegerischen Konflikt in der Ostukraine von Sanktionen durch die EU und Gegensanktionen durch die Russische Föderation geprägt. Beide Seiten, Russland wie die NATO-Partner führen militärische Operationen durch, so dass einzelne Kommentatoren bereits einen Rückfall in den Kalten Krieg befürchten. Während seitens der EU (noch) der Konsens besteht, dass Russland gegenüber nicht zu viel Nachgiebigkeit gezeigt werden sollte, werden aus einzelnen Regierungen von EU-Mitgliedstaaten, so auch der deutschen, vereinzelte und isolierte Stimmen laut, die einer erneuten Annäherung der beiden Blöcke das Wort reden. Die Praxis ist jedoch noch immer eher von Konfrontation als von Kooperation geprägt.

Umso wichtiger sind Initiativen auf zivilgesellschaftlicher Ebene, um die Beziehung zwischen Deutschland und anderen EU- oder NATO-Staaten auf der einen und Russland auf der anderen Seite aufrechtzuerhalten. Seit mehreren Jahren hat sich die Europäische Akademie Otzenhausen dieser Aufgabe verschrieben und veranstaltet gemeinsam mit dem Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universitäten St. Petersburg und Bielefeld sowie den Universitäten Würzburg und Koblenz-Landau (Campus Landau) binationale Seminare mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Russland und Deutschland. Zu diesem Zweck begegnen sich im Juli insgesamt über 30 junge Menschen aus ganz Russland, die in St. Petersburg studieren, und Studentinnen und Studenten der beteiligten deutschen Universitäten, überwiegend deutscher Nationalität, knapp zwei Wochen lang in Otzenhausen. Im folgenden März findet das annähernd personenidentische Rückseminar in St. Petersburg statt. Ziel der Seminare ist es, im direkten Kontakt von- und miteinander zu lernen und die verschiedenen Kulturen und Hintergründe aus erster Hand zu erfahren und - im Idealfall - lebenslange Freundschaften zwischen den jungen Menschen zu begründen

Inhaltlich lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Europäische Union und die Bundesrepublik Deutschland (v.a. im Juli) sowie die Russische Föderation (im Rückseminar) und ihre Politiken in wichtigen Bereichen und ihre Zivilgesellschaften kennen, die Beziehungen, die sie auf politischer, wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Ebene prägen, gemeinsame Aufgaben und Herausforderungen. Aber auch Differenzen und offene Probleme wurden angesprochen und kritisch diskutiert.

Im Juli waren 14 junge Russinnen und Russen sowie 18 Deutsche in Otzenhausen versammelt. Der erste Seminarabend war von einem intensiven gegenseitigen Kennenlernen, beginnend mit einem Willkommens-Grillabend, geprägt: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in deutsch-russische Teams aus zwei bzw. drei Personen eingeteilt (auch die Unterbringung in den Zimmern erfolgt, soweit möglich, nach Nationalitäten gemischt, was von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern begrüßt wurde) und hatten im Folgenden die Aufgabe, sich gegenseitig in ihren Teams zu interviewen und im Anschluss vor der gesamten Gruppe gegenseitig vorzustellen. Die Kommunikation in der Seminarsprache Englisch funktionierte ohne Probleme; zudem sprachen einige der Deutschen russisch und einige der russischen Gäste Deutsch. Bereits das Kennenlernen zeigte die vielfältigen Gemeinsamkeiten, welche die deutschen und russischen Studentinnen und Studenten teilten: ähnliche Studienhintergründe, gemeinsame Hobbies und Interessen, vergleichbare Geschmäcker.

Ginge es denn überhaupt auch ohne Russland? Könnten wir auf den (privilegierten) Partner Russland verzichten und nebeneinander her bestehen, ohne spezifische gegenseitige Beziehungen zu unterhalten? Diesen Fragen widmete sich eine im Rahmen der Maßnahme durchgeführte Podiumsdiskussion im Rathaus St. Johann in Saarbrücken, zu der neben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars etwa 70 weitere Menschen begrüßt werden können. Die Diskutanten waren heterogen: je ein Vertreter bzw. eine Vertreterin der deutschen und russischen Zivilgesellschaft, eine Bundestagsabgeordnete aus der Regierungskoalition, eine Journalistin einer überregionalen deutschen Tageszeitung, welche sich Russland und Osteuropa verschrieben hat und eine Wissenschaftlerin mit entsprechendem Forschungsschwerpunkt. Unter der angenehm zurückhaltenden Gesprächsführung der Moderatorin, selbst gebürtige Russin, hatten die Diskutanten ausreichend Raum, ihre eigenen Positionen klar dazulegen und untereinander und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Bedauerlicherweise fanden sich im Publikum, wie bei solchen Veranstaltungen leider üblich, selbsternannte „Russland-Versteher“, welche auf aggressive Weise ihre einseitige Sicht der Dinge präsentierten. Dabei wäre das gar nicht notwendig gewesen: Dass es ohne Russland nicht geht, aber auf dieses Russland notfalls auch mit Sanktionen reagiert werden muss, hatten alle Diskutanten deutlich gemacht. Dieser Grundkonsens war bereits ganz am Anfang durch die Grußworte von Othmar Karas, die per Video eingespielt wurden, deutlich geworden: Der österreichische Abgeordnete des Europäischen Parlaments, als Vorsitzender der Delegation im Ausschuss für parlamentarische Kooperation EU-Russland eng mit Russland befasst, machte sehr deutlich, dass Russland bevorzugt ein enger Partner der EU und ihrer Staaten sein solle - die gegenwärtigen Sanktionen allerdings notwendig seien. Dass Einzelnen im Publikum selbst derart ausgewogene Positionen als „von Amerika beeinflusst“ erschienen, zeigt, wie wichtig gepflegte Diskussionskultur im politischen Diskurs ist - auch, wenn sie bei Manchem auf taube Ohren stoßen mag.

Aufzeichnung der Grußworte:

18. Deutsch-Französischer Dialog, 22.06. - 24.06.2016

Das Thema des 18. Deutsch-Französischen Dialogs lautete:
Mehrsprachigkeit in Grenzregionen: Analyse, Politik, Praxis.

Im Zentrum der Veranstaltung stand dabei die Frage der Kommunikationsfähigkeit als Mittel zur Stärkung der Kooperationskompetenz in Grenzräumen.

>> Diskussionsbericht DFD 2016

>> Pressespiegel

>> Saarland Journal 7/2016

>> Forum Magazin, 22.07.2016

What's going on in Europe?, 19.05. - 27.05.2016

What's going on in Europe? – Mit dieser Frage beschäftigte sich die diesjährige European-American Spring Academy. 18 Studierende der Kennesaw State University aus den USA, 6 Studierende der Universität Landau und 6 Studierende der Universidad Alfonso X El Sabio aus Madrid erlebten ein spannendes und hochinteressantes Programm.

Für die Teilnehmer aus den USA, die schon am 17.05. angereist sind, fand im Vorfeld des Begegnungsseminars ein eigenes Programm zum Thema „Community Engagement“ statt. Dabei konnten sie bei unterschiedlichen gemeinnützigen Projekten in der Region mitarbeiten:

Ein Teil der Gruppe war am 18.05. im Keltischen Dorf in Otzenhausen aktiv, wo sie Michael Koch vom Keltischen Freundeskreis Otzenhausen bei der Vorbereitung einer Ausstellung im Keltendorf unterstützt haben. Nach getaner Arbeit stand eine Führung zum Keltischen Ringwall auf dem Programm. Abgerundet wurde der Tag mit einem gemeinsamen Grillen im Keltendorf.

Der zweite Teil der Gruppe engagierte sich für die Tafel in Neunkirchen. Das Projekt fand in Zusammenarbeit mit dem Caritas-Verband Schaumberg-Blies in Neunkirchen statt. Die Amerikaner unterstützten dabei tatkräftig die Tafel in ihren Räumlichkeiten.

Ein Highlight der Projektarbeit war sicherlich das gemeinsame Frühstück der amerikanischen Gruppe mit Flüchtlingen, die in der Gemeinde Nonnweiler untergebracht sind. Die Veranstaltung fand im Pfarrheim St. Valentin in Otzenhausen statt und war ein Gemeinschaftsprojekt des Mehrgenerationenhauses Nonnweiler und der Europäischen Akademie. Dabei wurden die Teilnehmer des Frühstücks mit kulinarischen Köstlichkeiten aus den USA und Syrien verwöhnt. Die Begegnung mit den Flüchtlingen (meist aus Syrien) hat die jungen Amerikaner nachhaltig beindruckt.

Das deutsch-spanisch-amerikanische Seminar startete am 19.05. mit einem Workshop zur interkulturellen Kommunikation. Er diente dem Kennenlernen der Seminarteilnehmer und der Einführung in eine internationale Begegnung.

Die Teilnehmer beschäftigten sich in den folgenden Tagen mit aktuellen Fragen zu Europa und den transatlantischen Beziehungen. Neben Vorträgen und Diskussionen mit ausgewiesenen ExpertInnen standen vielfältige Workshopeinheiten auf dem Programm, in denen die Teilnehmer in trinationalen Gruppen sich intensiv mit einzelnen Themen befasst haben.

Ergänzt wurde das Programm durch Exkursionen nach Straßburg (Europarat) und Brüssel, wo die Gruppe die Europäische Kommission, den Rat der EU und das Europaparlament besucht hat. Darüber hinaus konnten die Teilnehmer die jeweiligen Städte in ihrer Freizeit auf eigene Faust erkunden. Freizeitaktivitäten wie der Besuch Triers, eine Weinprobe in Longuich und ein Kegelabend rundeten das Programm ab.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Es herrschte eine sehr gute Gruppendynamik. Die Teilnehmer waren äußerst engagiert und interessiert und haben sehr viel diskutiert. Die positiven Erfahrungen der Veranstaltung haben Veranstalter und Partner in dem Wunsch bestätigt, die Zusammenarbeit in dieser Form auch im nächsten Jahr fortzusetzen.

Europäische Frühjahrsakademie 2016: Entdecke die EU, Paradigma regionaler Wirtschaftsintegration!, 19.05. - 24.05.2016

Zum zweiten Male nach 2015 war im Mai 2016 die Francis Marion University (FMU) aus Florence, South Carolina, an der Europäischen Akademie Otzenhausen zu Gast. Nachdem sich im vergangenen Jahr das Seminar thematisch um allgemeine Fragen der Europäischen Integration drehte, stand 2016 wie Wirtschaftsintegration in der Europäischen Union im Fokus. Aufgrund dessen lag es nahe, die Veranstaltung gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) aus Saarbrücken durchzuführen und damit einem gemeinsamen Wunsch der amerikanischen und deutschen Teilnehmer zu entsprechen.

Unter Leitung von Caroline Padgett und David Keith Best, Professoren an der FMU, hatten zehn junge US-Amerikaner Gelegenheit, sechs Tage lang gemeinsam mit zwölf jungen Deutschen unter Leitung von Prof. Stefanie Jensen und Stefan Lambert von der HTW über die wirtschaftliche Integration in Europa, vor allem in der EU, zu lernen und gegenseitige Positionen und Ansichten auszutauschen sowie über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zu diskutieren.

Das Seminar fand einen frühen ersten Höhepunkt mit der Exkursion nach Luxemburg und den Besuchen der Europäischen Investitionsbank (EIB) und dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Am Abend fand eine Weinprobe im Weingut Schloeder-Thielen in Longuich (bei Trier) statt, bei welcher nicht nur die Teilnehmer näher zueinander fanden und ein regionales Kulturgut kennenlernen konnten sondern bei der unser Gastgeber einen ausführlichen und interessanten Vortrag u.a. zum Weinbau in der Region und der Rolle gerade kleiner Weingüter im Sektor der Weinindustrie hielt.

Der darauffolgende Tag startete mit dem zweiten Teil des Einführungsvortrags von Sebastian Zeitzmann. War im ersten Teil die historische Entwicklung der (Wirtschafts-)Integration vorgestellt worden, stand nunmehr der aktuelle Stand der Dinge im Mittelpunkt. Es folgte der Vortrag von Prof. Leonard Firlus, in welchem er die Rolle der EU in der Weltwirtschaft darstellte und aufzeigte, dass es sich bei der EU nicht nur um einen „global player“ handelt sondern dass sie und ihre Volkwirtschaften eng mit denjenigen anderer Regionen wie den USA verknüpft sind. Am Nachmittag stand das Rückgrat der Wirtschaftsintegration, der Binnenmarkt mit seinen vier Grundfreiheiten, im Fokus. Der Tag schloss mit einem Grillabend - allerdings ganz ohne europäische Bezüge, mit Grillfleisch aus der Region.

Der Vormittag des nächsten Seminartages wurde von Caroline Padgett gestaltet. Sie referierte über die Rolle multinationaler Unternehmen in der EU, also solcher Firmen, die weltweit oder zumindest in hohem Maße global tätig sind. Am Nachmittag wurde von Cvetelina Todorova, die zuvor bei der Konrad-Adenauer-Stiftung tätig war, eines der gegenwärtig die transatlantische Debatte am stärksten befeuernden Themen vorgestellt und kritisch diskutiert: TTIP.

Der nächste Tag wurde in größerer Gruppe verbracht, da wir von zehn Studierenden und zwei Professoren des College of Charleston, South Carolina, USA, auf unsere Exkursion nach Mainz begleitet wurden. Zunächst besuchten wir die Hauptverwaltung der Bundesbank für Rheinland-Pfalz und das Saarland und hatten dort das große Glück und die Ehre, dass ihr Präsident Bernd Kaltenhäuser den Vortrag für die Studierenden hielt. Den Nachmittag konnten die Studierenden nutzen, um Mainz kennenzulernen, sowohl auf eigene Faust als auch im Rahmen einer Stadtführung.

Der letzte gemeinsame Seminartag fand ebenfalls in größerem Rahmen statt: Diesmal gemeinsam mit Studierenden der Kennesaw State University, Georgia, USA, der Universität Koblenz-Landau und der Universidad Alfonso X el Sabio, Madrid. In dieser großen Gruppe hatten die Studierenden erneut Gelegenheit, neue Sichtweise kennenzulernen, zunächst im Vortrag von Dr. Marco Overhaus von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Am Nachmittag hatte die multinationale Studierendengruppe die Gelegenheit, mit Doris Pack eine langjährige Abgeordnete des Europäischen Parlaments kennenzulernen.

Wie sehr es den Deutschen gefallen hatte, spiegelte sich in einer Szene wider, die einige Tage später stattfand: Die amerikanischen Studierenden waren für einen zweiten Seminarteil noch einige weitere Tage an der Akademie geblieben, u.a. für einen Besuch der EU-Institutionen in Brüssel. Am Abend der Rückkehr aus Brüssel besuchte ein Teil der HTW-Studierenden die Akademie, um noch einmal einen gemeinsamen Abend mit den amerikanischen Gästen verbringen zu können. Ein wunderbarer Beweis der Völkerfreundschaft und Beweis für ein erfolgreiches Seminar!

Rhetorikworkshop "Auf der Flucht - Hintergründe, Probleme, Lösungsansätze", 28.04. - 30.04.2016

Wege aus der Fremde – Wege in die Fremde – Wege zu den Fremden: Migration in Europa: Was steht auf dem Spiel?, 25.04. - 30.04.2016

Wer über Migration diskutiert, diskutiert meist auch über Fremdheit. Doch was ist das eigentlich? Hierzulande wird Fremdheit meist als kultureller Unterschied verstanden: Das Fremde wird als das Gegenteil zu meiner „idealen“ Kultur gesehen. Die Kulturen stehen sich also als abgegrenzte Konzepte gegenüber. Das Eigene ist heil und komplett, das Fremde jedoch gehört nicht zu mir und ist auch nicht von hier. Doch ist das eine Definition die heute noch anwendbar ist?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich SchülerInnen aus Deutschland, Estland und Dänemark. In einem Mehrkulturenspiel erlebten sie, was es heißt sich fremd in der eigenen Kultur zu fühlen und wie schwer es sein kann sich in der „Fremde“ einzuleben. Mit diesem Gefühl im diskutierten sie über die Chancen und Probleme von Migration sowie die momentane Flüchtlingsbewegung nach Europa.

In einem Gespräch mit dem aus Syrien geflüchteten Ahmad Alassadi und zwei Mitarbeitern von Caritas konnten sich die Teilnehmenden ein genaueres Bild vom Krieg in Syrien und der Integration von Asylbewerbern in Deutschland machen.

Archäologentage 2016, 14.04. - 17.04.2016

Vom 14. bis 17. April 2016 fanden in der Europäischen Akademie Otzenhausen zum dritten Mal die Archäologentage statt.
Wissenschaftler präsentierten dabei Projekte aus dem Saarland, Lothringen, Elsass, Luxemburg, Rheinland-Pfalz und der Wallonie.

Pressespiegel

Russian Spring Academy 2016: Understanding Russia: Building Mutual Trust for a Common Future and Partnership, 13.03. - 20.03.2016, St. Petersburg

Nach drei Seminaren in den Jahren 2013 bis 2015 fand im März 2016 die vierte Auflage der Russian Spring Academy in Sankt Peterburg statt. Veranstalter waren wie in den Vorjahren die Europäische Akademie Otzenhausen und das Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Staatlichen Universität Sankt Petersburg und der Universität Bielefeld. Unterstützt wurde das Programm erneut von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch. Projektpartner waren daneben die Universitäten Koblenz-Landau sowie Würzburg.

Eine spannende und intensive Begegnungswoche mit einem thematisch vielfältigen, abwechslungsreichen und -angesichts der politischen Entwicklungen in Russland und seinen angespannten Beziehungen zu Deutschland und der EU- teilweise kontroversen Programm erwartete die 15 jungen Teilnehmenden aus Deutschland. Russland, Jahre lang wichtiger Partner Deutschlands und der EU, hat seit 2014 eine neue Rolle eingenommen, welche statt durch Partnerschaft vielmehr durch Konfrontation gekennzeichnet ist. Die nach überragender Meinung völkerrechtswidrige Krim-Annektion, der unerklärte Krieg im Osten der Ukraine, wirtschaftliche Boykottmaßnahmen gegen Produkte aus der EU sowie ein medienpolitisch zweifelhaftes Vorgehen haben das Russlandbild in Deutschland eingetrübt. Auf der anderen Seite zeigt sich die Notwendigkeit der Zusammenarbeit im Hinblick auf langjährige und aktuelle Konflikt- und Krisenherde wie den Iran oder Syrien sowie angesichts globaler terroristischer Bedrohungen. Russland erfährt somit, vor allem im Wahljahr 2016, erhebliche mediale Rezeption in Deutschland und ist somit weiterhin im Interessenfokus deutscher Studierender. Umso wichtiger ist es, und dies hat sich im Rahmen des Seminars und in seiner Auswertung durch die Teilnehmenden in aller Deutlichkeit gezeigt, sich vor Ort durch Diskussionen und Gespräche mit russischen ExpertInnen aus Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, in Russland tätigen Deutschen sowie russischen Gleichaltrigen selbst ein Bild über die russische(n) Sichtweisen(n) und deren Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten zur deutschen und EU-europäischen Perspektive zu verschaffen. Dabei wurden einerseits die unterschiedliche Wahrnehmung vielfältiger Sachverhalte (Krim, Ukraine, Syrien, EU-Flüchtlingskrise) in Russland und Deutschland deutlich, andererseits lernten die jungen Deutschen auch die in Russland verbreitete Unsicherheit über die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung und kritischen Stimmen zur russischen Ukrainepolitik kennen. Dem thematisch breit gefächerten Programm gelang es diesbezüglich, eine ganze Bandbreite an gegenwärtig relevanten Materien abzudecken. Erneut im Programm war eine öffentliche und gut nachgefragte Podiumsdiskussion für ein gemischt russisch-deutsches Publikum, bei welcher die deutschen Begleiter der Gruppe das Russlandbild und seinen Wandel im heutigen Deutschland sowie in der EU vorstellten sowie aktuelle Fragestellungen im Hinblick auf die deutsch-russischen und EU-russischen Beziehung analysierten und mit den Zuschauern diskutierten.


Wie in den vergangenen Jahren haben sich die russischen Teilnehmenden und das Zentrum für Deutschland- und Europastudien erneut als hervorragende Gastgeber präsentiert. Mit einer Ausnahme kannten sich die Teilnehmenden bereits aus dem gemeinsamen Seminar an der Europäischen Akademie Otzenhausen vom Juli 2015. Diese Kontakte konnten durch den Gegenbesuch in Sankt Petersburg weiter vertieft und ausgebaut werden. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit zwischen den Projektpartners aus beiden Ländern, welche die Weiterführung und weitere Entwicklung des Seminars bereits in St. Petersburg diskutierten und gegenwärtig vorbereiten.

Bei den deutschen Teilnehmenden hat der Aufenthalt in Sankt Petersburg in Bezug auf das heutige Russland einen in der Theorie kaum zu vermittelnden Eindruck hinterlassen. Wie sich aus intensiv geführten persönlichen Gesprächen im Rahmen des Seminars gezeigt hat, haben die Teilnehmenden nicht nur einen neuen Bezug zu Russland gewonnen sondern das Bedürfnis, sich über das Seminar hinaus weiterhin vertieft mit dem Land in all seinen Facetten zu befassen, entwickelt. Der Wunsch zurückzukommen und auch andere Regionen Russland zu besuchen, um die in der knappen Zeit erfahrenen Erkenntnisse weiter zu vertiefen, war unter den Teilnehmenden weit verbreitet. Gezeigt hat sich, dass die eigenständige Beschäftigung mit einer vorgegebenen Materie in gemischten deutsch-russischen Studierendengruppen mit anschließender Präsentation zu erheblicher Eigeninitiative der Teilnehmenden und vertieftem Interesse an der jeweiligen Materie geführt hat.

Die Verbindung aus Seminar in Otzenhausen und Gegenbesuch in St. Petersburg war auch 2015/2016 eine sehr gelungene Verbindung, die bei den Teilnehmenden aus Russland und Deutschland einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Sie wird auch 2016/2017, beginnend mit einem Seminar an der Europäischen Akademie Otzenhausen im Juli 2016, fortgesetzt werden.

European Spring Academy 2016: Europe Live! Politics – Economy – History Visit Germany – France – Luxembourg, A German-American Joint Seminar, 06.03. – 11.03.2016

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit amerikanischen Universitäten fand dieses Jahr zum zweiten Mal ein gemeinsames deutsch-amerikanisches Seminar mit Studierenden des Westminster Colleges aus Salt Lake City und der HTW Saarbrücken an der Europäischen Akademie Otzenhausen statt. Die „European Spring Academy 2016: Europe Live!“ eröffnete den Teilnehmenden nicht nur Einblicke in Fragen der europäischen Integration, sondern befasste sich auch mit wirtschaftlichen und politischen Aspekten der Beziehungen zwischen der EU und den USA.

Bevor inhaltlich in das Seminarthema eingestiegen wurde, legte ein Workshop zur interkulturellen Kommunikation die Grundlage, um den Teilnehmenden aus beiden Ländern die Möglichkeit zu geben, in der gemeinsamen Beschäftigung mit der Thematik ein besseres Verständnis für einander zu gewinnen und durch diesen Austausch den eigenen Horizont zu erweitern.

In den Präsentationen der FachreferentInnen aus Praxis und Wissenschaft spielten innen- und außenpolitische Entwicklungen der EU ebenso eine Rolle wie aktuelle Herausforderungen für die transatlantischen Beziehungen. Den Studierenden wurde die Möglichkeit geboten ihr Wissen nicht nur in Fachvorträgen und Diskussionen zu erweitern, sondern dieses auch in Workshops selbstständig zu vertiefen und zu präsentieren. Zudem standen praktische Erfahrungen vor Ort, vermittelt durch MitarbeiterInnen der Europäischen Investitionsbank, Abgeordnete des Europäischen Parlaments sowie durch Unternehmensbesuche und -präsentationen auf der Agenda. Das zuvor erworbene Grundlagenwissen konnte durch eindrucksvolle Vorträge in Luxemburg und Straßburg ergänzt werden. Das Treffen mit Reinhard Bütikofer, Mitglied des Europäischen Parlaments, inklusive eines Besuchs der laufenden Plenarsitzung, gehörte sicherlich zu den Highlights des Seminars.

Ein wichtiger Bestandteil des Exkursionsprogramms bildeten historisch-politische Stadtführungen, gemeinsame Mittagessen und Freizeit, um die EU-Hauptstädte selbstständig zu erkunden. Weitere Freizeitaktivitäten wie ein Kegelturnier und eine Weinprobe in Trier rundeten das Programm ab und sorgten für viel Spaß.

Die Konzeption der Veranstaltung, die gute Gruppendynamik und angenehme Seminaratmosphäre trugen dazu bei, dass die Teilnehmenden ihre Zeit an der Akademie in vollen Zügen genießen konnten und gerne wiederkommen wollen!

Mobilität: Der Königsweg aus der Jugendarbeitslosigkeit? Eine Reise in die (Un-)Tiefen Europas, 20.02. - 27.02.2016

Mobilität als Allheilmittel gegen Jugendarbeitslosigkeit!?

Ist diese von der europäischen Eben propagierte Lösung wirklich realistisch? Darüber haben im Februar Jugendliche aus Deutschland, Finnland, Italien und Rumänien.
Arbeitslosigkeit ist in Europa ein anhaltend drängendes Problem. Über 23 Millionen Menschen in der EU sind arbeitslos, fast sechs Millionen Jugendliche ohne berufliche Perspektive. In einigen europäischen Ländern liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei über 50%.

Vor diesem Hintergrund wird auf europäischer Ebene eine größere Mobilität der Arbeitnehmer gefordert. Wer in seinem eigenen Land keine Arbeit findet, soll ins Ausland gehen. Am besten in ein Land, im dem Fachkräftemangel herrscht. So die Theorie. Doch dir Praxis sieht anders aus: Nur 2,5 % der Arbeitnehmer sind tatsächlich mobil.
Vor allem in Rumänien und Italien sind die Jobs knapp und die Perspektiven für junge Erwachsene schlecht. Die Teilnehmenden aus Rumänien und Italien glaubten zum Großteil, dass sie nach dem Schulabschluss keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz finden werden. Auch ein Studium vor allem an einer deutschen Universität war zumindest für die rumänische Gruppe eine Option.

Doch ein Auslandsaufenthalt will gut geplant sein. Welche Probleme auftauchen können, aber auch welche Chancen sich auftun, haben die Teilnehmenden während der Woche erarbeitet.

Wer in ein anderes Land geht, trifft nicht nur auf neue Menschen und eine unbekannte Sprache, sondern auch auf eine andere Kultur. Dass es dabei zu kulturellen Missverständnissen kommen kann, haben die Teilnehmenden am eigenen Leib erlebt. Bei einem fiktiven Ausflug auf die Insel Albatros wurde den Teilnehmenden bewusst, dass man Verhaltensweisen nicht immer nur vor dem Hintergrund seiner eignen Kultur sehen sollte. Während einer Kompetenzbörse diskutierten die Teilnehmenden über Fähigkeiten, die bei einer internationalen Bewerbung weiterhelfen. Doch all dieses Wissen nützt nichts, wenn keine Stelle im Ausland findet. Nach einiger Recherche fanden die Teilnehmenden einige Möglichkeiten um die Welt zu entdecken.

Wer mehr über interkulturelle Kommunikation, berufliche Qualifikationen und Programme für einen Auslandsaufenthalt erfahren möchte, für den haben die Teilnehmenden einen Reader mit Flyern, Videos und Links zusammengestellt. Einfach mal durchklicken: A Toolkit for Going Abroad

Außerdem lesen Sie über Erfahrungen eines teilnehmenden Schülers: "For the soul -Impressionen eine Teilnehmers"

Gefilterte Wirklichkeit(en) - Wie prägen Medien unser Bild der Realität?, 06.02. - 14.02.2016

Welchen Einfluss haben die Medien auf mein persönliches Leben? Wie sieht mein persönlicher Medienkonsum aus? Wie können Medien manipulieren? Und gibt es Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten in der Medienberichterstattung in Deutschland, Polen und der Ukraine?

Mit diesen und anderen Fragen befassten sich insgesamt 53 junge Erwachsene aus Deutschland, Polen und der Ukraine, die sich vom 06. – 14. Februar 2016 in der Europäischen Akademie mit dem Thema „Gefilterte Wirklichkeit(en) – Wie prägen Medien unser Bilder der Realität?“ auseinandersetzten.

Neben einer Reflektion des eigenen Medienkonsums sowie der Ausarbeitung einer eigenen Definition befassten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen und untersuchten Unterschiede der Medienberichterstattung in Deutschland, Polen und der Ukraine. Unter anderem wurden vor allem die Themen Berichterstattung in der Ukraine und in Russland sowie über die  Berichterstattung über Flüchtlinge intensiv diskutiert.

Die jungen Erwachsenen lernten während der Woche des Weiteren unterschiedliche Medien zu benutzen, beispielsweise als Präsentationsmedium von Gruppenarbeiten, als Medium für die Tagesevaluationen („News of the Day“) und für die Abschlusspräsentationen. Vor dem Hintergrund der regelmäßigen Tagesevaluationen „News of the Day“ wurden Gruppen eingeteilt, die mithilfe von Youtube, Twitter, Facebook und Instagram über das Seminar berichteten.
Alle neuen Posts wurden dann auf dem Blog „7 days 3 cultures“ https://7days3cultures.wordpress.com/ zusammengebracht.

In den Abschlusspräsentationen konnten sich die Teilnehmenden dann mit einem Thema ihrer Wahl nochmals intensiv auseinandersetzen und ein Medium ihrer Wahl zur Ergebnispräsentation nutzen.

Daraus entstanden folgende Ergebnisse:

Als Gäste waren Stefan Mörsdorf (Geschäftsführer der EAO), Hans Bollinger (ehem. Leiter des Ökologischen Schullandheim Spohns Haus) und seine Frau Krystyna Bollinger, Heike Kugler (stellv. Landesvorsitze DIE LINKE.Saar) sowie 14 Flüchtlinge aus Primstal anwesend.

Die Besonderheit dieser Abschlussdiskussion: Die anwesenden Flüchtlinge wurden zuvor von einigen Teilnehmenden interviewt und die Ergebnisse in die Abschlusspräsentation einbezogen. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung wurde gemeinsam mit den Gästen getanzt und es wurden gemeinsame T-Shirts gestaltet: Gemeinsam hatten diese zwei der wichtigsten Hashtags der Woche auf dem Rücken, die Vorderseite wurde von jeder Person individuell gestaltet. Die T-Shirts verdeutlichten einen wesentlichen Aspekt der gemeinsamen Woche, nämlich den Slogan der Europäischen Union: In Vielfalt geeint!

Artikel von Ronja Lindenberg, chilly-Magazin

Dieses Seminar wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung von

  • Erasmus+
  • Deutsch-Polnisches Jugendwerk
  • Bundeszentrale für politische Bildung
  • ASKO EUROPA-STIFTUNG
  • Stiftung Europäische Kultur und Bildung


Sowie pädagogisch-medialer Unterstützung von

Diskutieren-Streiten-Debattieren, 03.02. - 05.02.2016

Das Motto des Instituts für Rhetorik und Methodik (IRM) lautet „Mündigkeit durch Mündlichkeit“. Mit diesem Fokus haben sich Anfang Februar Oberstufenschülerinnen und -schüler der Marienschule Saarbrücken für zweieinhalb Tage in der Europäischen Akademie Otzenhausen eingefunden, um ihre Debattier- und Argumentationsfähigkeiten zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Eine lebendige Demokratie lebt von mündigen und aktiven Bürgerinnen und Bürgern, die sich einmischen und diskutieren können, mit überzeugenden Argumenten und nicht mit Stammtischparolen. Im Seminarverlauf sollte eine Ermutigung und Befähigung zur politischen Partizipation angeregt und geschaffen werden: sich eine Meinung bilden und diese argumentativ nach außen kommunizieren und vertreten.

„Debattieren, Streiten, Diskutieren“ – Begriffe, die im Alltag häufig ohne genaue inhaltliche Trennschärfe auftauchen, wurden unter sprechwissenschaftlicher Anleitung von Eva Wessela und Nicola Speer genauer unter die Lupe genommen. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit sich ein zudenken, wann und wo diese kommunikativen Handlungen im gesellschaftlichen, (sozialen) und politischen Kontext stattfinden und welche Funktionen sie im Hinblick auf Demokratiefähigkeit einnehmen/erfüllen.

Für eine gelungene/wirksame Argumentation benötigt ein Redner gute Zuhörfähigkeiten, eine anwendbare Struktur und Wissen über das zu verhandelnde Strittige. Zu diesen Fähigkeiten gab es vielfältige Übungsmöglichkeiten. Folgende Fragen standen im Fokus: wie plane ich meine Argumentation am effektivsten, wo finde ich stützende Begründungen und was sind anschauliche Beispiele, wie formuliere ich einen guten situativen Einstieg, wie knüpfe ich an das Gesagte an und führe relevante Gedanken und Inhalte weiter? Außerdem beschäftigten sich die TeilnehmerInnen mit ihrer Wirkung als Sprechende. Diese rhetorischen Inhalte wurden anhand aktueller gesellschaftspolitisch relevanter Frage- und Problemstellungen geübt.

Als krönender Abschluss wurde ein Planspiel zu Asyl- und Migrationspolitik auf europäischer Ebene durchgeführt. Hier konnten alle bis dahin erworbenen rhetorischen Kompetenzen gezielt eingesetzt werden.
Die Schülerinnen und Schüler hatten Spaß, da jeder eine Rolle auszufüllen hatte und sich dadurch einmal anders präsentieren konnte. Außerdem wurde von der Gruppe positiv wahrgenommen, dass alle in ihrer Rolle geblieben sind und es so zu einer ernsten und glaubwürdig geführten Simulation kommen konnte. Der Blick auf politische Meinungsäußerung, sowie Entscheidungsfindungen war für die Teilnehmenden neu und interessant. Die Durchführung des Planspiels hat vielen verdeutlicht, dass es sich auf EU-Ebene oft um ein schwieriges Verhandlungsgeschäft handelt, in welchem nationales und regionales Interesse divergent aufeinander treffen und trotzdem einer Lösung zugeführt werden müssen.

Step by Step zum Nachhaltigen Konsum, 01.02. - 03.02.2016

Vom 01. – 03. Februar 2016 kamen 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AG „Mut zur Nachhaltigkeit“ der Kurfürst Balduin Realschule plus aus Wittlich nach Otzenhausen, um ihre rhetorischen Kompetenzen zu erweitern. Das Motto des Seminars lautete „Step by Step zum Nachhaltigen Konsum“.
Ziel des Seminars war es, neben dem rhetorischen Training globale Zusammenhänge zu verdeutlichen und die Jugendlichen zur aktiven Beteiligung an einer sozial verantwortlichen Gesellschaft in der globalisierten Welt zu motivieren und Selbstwirksamkeit bewusst zu machen.
Es wurden vielfältige Themenbereiche angesprochen und Fragen aufgeworfen, zum Beispiel: „Let's talk about soil - über den Boden und die Welt“, „Deutschland = Fleischland?!“, „Plastik kommt mir nicht in die Tüte!“ und „Lederherstellung und Schuhkonsum – auch daran kann ich denken“. Damit konfrontiert, setzten sich die Jugendlichen mit ihrer eigenen Lebenssituation und Konsumorientierung auseinander und entwickelten unter sprechwissenschaftlicher Anleitung Konzepte zum Vorbereiten und Halten einer Rede.
 „Die Schüler und Schülerinnen lernen im Seminar, sich situationsangemessen und hörerbezogen zu äußern, ihre Reden und Vorträge zu gliedern und sich an den Regeln und Kriterien des wirksamen und verständlichen Sprechens zu orientieren“, so Nicola Speer, Studienleiterin am IRM. Dabei gaben sie sich gegenseitig Feedback und erweiterten somit auch ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen.

Den Blick über den Tellerrand ermöglichte Melanie Malter-Gnanou vom Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland (NES). Sie führte an einem Vormittag in den „Chat der Welten“ ein, indem sie eine Weltkarte mit ungewöhnlicher Perspektive betrachten ließ und Anknüpfungspunkte zu Thailand herstellte. Die Schüler hatten dann die Gelegenheit jungen Menschen in Bangkok Fragen und Überlegungen zu verschiedenen Aspekten der behandelten Themen zu stellen. Dies war für viele Teilnehmende eine wichtige und positive Erfahrung: sich überwinden auf Englisch mit jemand Fremden zu kommunizieren und gleichzeitig die Unmittelbarkeit der Reaktion der Menschen vor Ort auf die gestellten Fragen. „Viel besser, als die Informationen über Kinderarbeit nur in einem Zeitungstext zu lesen. Das hat mich jetzt wirklich berührt.“, so eine Schülerin im Anschluss an den Chat. (Foto #0203)
Für das kommende Jahr ist ein ähnliches Seminar mit den neuen Schülerinnen und Schülern der Kurfürst Balduin Realschule plus Wittlich geplant.

Wege aus der Fremde – Wege in die Fremde – Wege zu den Fremden: Migration in Europa: Was steht auf dem Spiel?, 24.01. - 29.01.2016

Wer über Migration diskutiert, diskutiert meist auch über Fremdheit. Doch was ist das eigentlich? Hierzulande wird Fremdheit meist als kultureller Unterschied verstanden: Das Fremde wird als das Gegenteil zu meiner „idealen“ Kultur gesehen. Die Kulturen stehen sich also als abgegrenzte Konzepte gegenüber. Das Eigene ist heil und komplett, das Fremde jedoch gehört nicht zu mir und ist auch nicht von hier. Doch ist das eine Definition die heute noch anwendbar ist?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich Auszubildende aus Frankreich und Deutschland. In einem Mehrkulturenspiel erlebten sie, was es heißt sich fremd in der eigenen Kultur zu fühlen und wie schwer es sein kann sich in der „Fremde“ einzuleben. Mit diesem Gefühl im Hinterkopf beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Lebensgeschichten von Migranten aus aller Welt. Das Bild das sich zeigte: Migration in ein anderes Land kann sehr viele Chancen eröffnen. Doch auch die Hürden sind sehr hoch.

Die politische Sicht auf das Thema brachte eine Diskussion mit den Abgeordneten des Saarländischen Landtages ein. Zum Abschluss verarbeiteten die Teilnehmenden das Erlernte in einer Fotocollage.

EU-Kolloquium, 21.01.2016, Rathaus Saarbrücken

Kontakt:
Europäische Akademie Otzenhausen gGmbH
Anja Lück
Europahausstraße 35
66620 Nonnweiler
Tel.: 0049 6873 662-444
Fax: 0049 6873 662-350
eMail: lueck(at)eao-otzenhausen.de