Projektbeschreibung

Die Europäische Akademie Otzenhausen liegt nur einen Katzensprung von einem der größten keltischen Bodendenkmälern Deutschlands entfernt: dem keltischen Ringwall von Otzenhausen (Hunnenring). Er ist ein beeindruckendes, jedoch beileibe nicht das einzige Relikt, das von längst vergangenen Zeiten zeugt. Die Großregion - im Sinne unseres Projekts mit den Gebieten Saar-Lor-Lux, Rheinland-Pfalz, dem Elsass und Wallonien - weist eine einzigartige Fülle von archäologischen Schätzen auf, in denen sich ihre Bedeutung als kulturelle Drehscheibe mit eigenem Gepräge widerspiegelt. Menschen aus der Steinzeit, Kelten, Römer, Germanen und andere Völker hinterließen zahlreiche Spuren, die es sich lohnt zu verfolgen, um unsere Gegenwart besser zu verstehen und Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Ziele
Generell zielt das Projekt Archäologie in der Großregion darauf ab, unterschiedlichen Zielgruppen vom Wissenschaftler bis zum interessierten Laien geschichtliche Entwicklungen nahe zu bringen. Sein Schwerpunkt liegt zwar auf der Archäologie, es bezieht jedoch auch andere Wissenschaften, z.B. Geschichte oder Altertumswissenschaften, mit ein.
Es verweist auf das historische Erbe in der Großregion Saar-Lor-Lux und darüber hinaus. Durch den Verweis auf gemeinsame Wurzeln stärkt es die Identität der Grenzlandbewohner.

Ziel des Projekts ist es selbstverständlich, Wissen zu vermitteln oder zu vertiefen. Dies geschieht einerseits durch theoretische Vorträge, z.B. anlässlich der Archäologentage Otzenhausen oder von Tagesseminaren. Hinzu kommt andererseits eine praktische Komponente, wenn Teilnehmer beispielsweise anlässlich von Grabungscamps ihr Wissen in praktischer Grabungsarbeit anwenden können. Bei alldem liegt der Schwerpunkt auf der (groß-)regionalen Komponente: Das Projekt Archäologie in der Großregion befasst sich vorrangig mit Projekten, die in der Großregion umgesetzt oder aus der Großregion heraus initiiert wurden.

Große Wichtigkeit kommt auch der Vernetzung von Wissenschaftlern untereinander und anderen Teilnehmern zu. Diese wurde bisher durch nationale Grenzen stark eingeschränkt. Durch die Verstetigung ihres Angebots bietet die Akademie eine verlässliche Plattform, auf der die Teilnehmer sich in bestimmten Abständen über die Grenzen hinweg treffen und austauschen können.

Zielgruppen
Das Projekt Archäologie in der Großregion richtet sich prinzipiell an alle, die sich beruflich oder privat mit Archäologie und ihr verwandten Themen befassen. Je nach Veranstaltungsformat spricht es Wissenschaftler aus universitären Forschungseinrichtungen, Mitarbeiter von Denkmalpflegeeinrichtungen, Museen und Grabungsprojekten oder Altertumsvereinen und -initiativen sowie Heimatforscher an. Ebenso ist es offen für Multiplikatoren (z.B. Lehrer, Journalisten), Studenten und Menschen aller Altersstufen, die sich von den Programmangeboten angesprochen fühlen.

Team

Michael Koch, Archäologe, Projektleiter
Altertumswissenschaftler B.A.

Studium: Vor- und Frühgeschichte, Ethnologie und Provinzialrömische Archäologie in München, Marburg und Saarbrücken; Altertumswissenschaften in Saarbrücken (Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Klassische Philologie).
Kontakt: 0049 6873 662-267, koch(at)eao-otzenhausen.de

Veranstaltungsformate

Archäologentage Otzenhausen
Seit 2014 findet diese Archäologentagung jährlich statt. Sie richtet sich an Experten, aber auch an Studenten und interessierte Laien und dient dem Austausch der Fachleute.
Auf den Archäologentagen Otzenhausen stellen renommierte Wissenschaftler, aber auch Nachwuchsforscher aktuelle Grabungsergebnisse, Forschungen und neue archäologische Erkenntnisse vor. Sie präsentieren und diskutieren über neue Befunde und Funde aus der Großregion. Ebenfalls auf dem Programm stehen Projekte, die aus der Großregion heraus in anderen Regionen und Ländern initiiert wurden - kurz: die internationale Zusammenarbeit. Hinzu kommen Informationen über neue Projekte, Fortschritte in den bestehenden Forschungen, Weiterentwicklungen in der Grabungstechnik und neue Technologien in der Prospektion. Das Rahmenprogramm beinhaltet eine ganztägige Exkursion zu ausgewählten Fundstätten und Museen in der Großregion, Ausstellungen und einen Bücherverkauf.

Kooperationspartner
Gemeinde Nonnweiler, Institut national de recherches archéologiques préventives (INRAP), Service régional de l'archéologie de Lorraine, Freundeskreis keltischer Ringwall e.V., D‘Georges Kayser Altertumsfuerscher a.s.b.l.
Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER): Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.


Grabungscamp
Anhand von archäologischen Funden in der Großregion (hier: SaarLorLux, Rheinland-Pfalz, Wallonie und Elsass) bringen die Grabungscamps insbesondere Studenten der Altertumswissenschaften, aber auch interessierten Laien die europäische Geschichte näher und sensibilisieren sie für die Belange der Archäologie. Dabei geht es um die Vermittlung theoretischer Kenntnisse, aber insbesondere der praktischen Grabungsarbeit durch Learning by doing. Während in einem ersten Schritt hauptsächlich deutschsprachige Teilnehmer angesprochen werden, soll mittelfristig die europäische Dimension durch die Einbindung Interessierter aus verschiedenen europäischen Ländern im Projekt verstärkt zum Tragen kommen.
Ein Grabungscamp dauert mehrere Wochen in den Sommerferien und findet an einer Ausgrabungsstätte von europäischem Rang statt. Dabei soll nicht nur ausgegraben werden: Das Camp beinhaltet Exkursionen, die die Teilnehmer zu wichtigen Ausgrabungsstätten und Museen in der Großregion führen. Zusätzlich erhalten die Teilnehmer in Workshops zum antiken Handwerk ein umfangreiches Bild der antiken Lebenswelt und kommen so aus erster Hand in Berührung mit dem archäologischen Hintergrund. Die Mischung aus Grabung, Exkursion und Workshops zielt darauf ab, den Teilnehmern ein möglichst vielseitiges Angebot zu bieten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang eine gewisse körperliche Belastbarkeit, wie sie auch professionelle Archäologen aufweisen müssen.

Kooperationspartner
Terrex gGmbH und andere


Tagesseminare
Die Tagesseminare haben eine ähnliche Zielsetzung wie die anderen Veranstaltungen und sind eher theoretisch ausgerichtet. Sie sind für unterschiedliche Zielgruppen, z.B. Multiplikatoren, Lehrer, Heimatforscher, Studenten, generell Interessierte konzipiert und bieten in allgemein verständlicher Form wissenschaftlich fundierte Informationen zu unterschiedlichen Themen. Es gibt Lehrerfortbildungen z.B. zum Thema "Kelten und Ringwall im Schulunterricht" oder Seminare zur Ahnenforschung, Numismatik für Heimatforscher.

Publikationen/Downloads

Downloads:

 

 

Archäologentage 2017

Die 4. Archäologentage Otzenhausen finden vom 23. - 26. März 2017 statt.

Die Archäologentage als Fortbildung:
Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM)
A4.133-1067

 

22.11.2017
Lehrerfortbildung 17ST016501

"Archäotechnik: Herstellung historischer Textilien / das Keltengehöft Otzenhausen"

Möglichkeit der Nutzung außerschulischer Lernorte und experimenteller Archäologie.
Einbindung in das Themenfeld "Auf den Spuren der Menschen / Antike als Wurzel unserer Kultur".
Einführungsvortrag zur keltischen Geschichte mit Besichtigung Keltengehöft.
Workshop zur Herstellung historischer Textilien.
Für Lehrer/innen aller Schulformen.
In Kooperation mit dem Institut für Lehrerfortbildung Saarbrücken (ILF) und dem Freundeskreis keltischer Ringwall e.V.

Kontakt:
Europäische Akademie Otzenhausen gGmbH
Michael Koch
Projektleiter
Europahausstr. 35
66620 Nonnweiler
Tel.: 0049 6873 662-267
Fax: 0049 6873 662-350
eMail: koch(at)eao-otzenhausen.de